DER W (DE) – Operation Transformation

DER W (DE) – Operation Transformation

📁 Allgemein, Musik, Reviews 🕔26.Februar 2021
DER W (DE) – Operation Transformation

„HIER KOMMT DER W ZWO DREI…“ tönte es laut 2008 durch meine heiligen Hallen – Stephan Weidner veröffentlichte sein Solodebüt „schneller, höher, Weidner“.

40 Jahre Onkelz, 13 Jahre Der W, und nach wie vor brennt der Mann darauf Musik machen zu können, über kleine, große und übermächtige Bühnen zu rocken, mit der Gefolgschaft gemeinsam unglaubliche Energien entwickeln, Club- und Hallenwände zum schwitzen und wackeln bringen, Lyrics schreiben, komponieren und nach wie vor natürlich auf ganz dicke Hose machen, sowie jedes Hoch und Tief mitnehmen. So oder so ähnlich, könnte man das künstlerische Schaffen und Sein von Stephan Weidner beschreiben. Und da wird es einfach Zeit, mal einen ausgiebigen Rückblick auf das eigene Material zu werfen, um daraus auch für alle Neu-Interessierten oder den nicht-alles-sammelnden-Followern, einen guten Überblick über die musikalische Welt des DER W verschaffen zu können. Weil auch das neben einfachen, ideenlosen und blutleeren Unpluggedalben derzeit hart in der Coronamode verankert zu sein scheint, holte Stephan mit der ganz großen Kelle aus und spendierte nicht nur eine einfache Doppel-CD mit verstaubten Demo-Ansatzbonüssen sondern fette Kost.

Die randvolle CD 1 bietet 19 (!) stimmige DER W Evergreens in einem guten Flow; ob dem Peter nun Song X und dem Willi Song Y fehlt oder zu viel ist, ist generell eine Frage des Geschmacks, doch wurde gekonnt der Abwechslungsreichtum von DER W dabei bedacht.

CD 2 bietet laut eigenen Angaben „…einen exklusiven Blick hinter die Kulissen“ und erfüllt Fanherzen mit Freude. Hier tummeln sich B-Seiten bei denen man sich fragt warum sie „nur“ B-Seiten wurden, Livezeugnis der Energieerzeugung in Einklang mit lautstarken Fans und bestens aufgelegter Band in Hamburg 2014 und 2016, sowie hörbare und hörenswerte Demos aus allen Schaffensphasen und: endlich als offizieller Release der Song „Komm schon“. Ein kurzer Auschnitt aus den beiliegenden Linernotes:

„Eigentlich sollte der Song mein „Toleranz“-Projekt begleiten und als
Gesprächsgrundlage dienen, für eine Zusammenarbeit mit Künstlern
unterschiedlicher Genres. Die Idee war grob, ein Zeichen für Toleranz zu setzen, indem ich „verfeindete“ Künstler dazu bringe, einen gemeinsam Song zu veröffentlichen, und sich für alle sichtbar die Hand zu reichen…“

Ausführliche Liner-Notes im Booklet begleiten natürlich die knapp 2,5 stündige Bilanz auf CD und vielfachem Wunsch auch auf Vinyl.

Fazit: Facettenreich zwischen derb gerockt und gefühlvoll erzählt, macht der Onkel solo nach wie vor keine Gefangenen, keine leeren Versprechungen und vor allem keine halben Sachen. Stephan und seine schnell zu einer Band gereiften Jungs legen hier ein starkes Stück Musikbio hin, um u.a. die Wartezeit auf´s nächste Album zu verkürzen, welches wohl bald erscheinen wird. Deshalb sehe ich „Operation Transformation“ nicht nur als rückblickende Werkschau und Brückenschlag sondern auch als Befeuerer für „V“. Vielleicht können wir dem Herren ja in naher Zukunft ein paar näherbringende Fragen unterjubeln doch nun werde ich erstmal weiterhin die eine und andere persönliche Zeitreise mit dem Album unternehmen, denn natürlich rotierten die Scheiben in den letzten 100 Jahren auch bei mir überall und waren auch Teil des glücklicherweise sehr reichen Soundtrack meines Lebens. Und es geht noch Weidner, denn die Menschen und Medien brauchen doch eine ihrer gewinnträchtigsten Lieblingspolarisierungen…

Mir persönlich fehlen noch 1-3 Songs aus dem DER W Kosmos, welche die Farbpalette der Abwechslung noch etwas bunter gemacht hätte, langweilig wird es trotzdem nie. Die CDs sind auch dermaßen vollgepackt – ich hätte keine Ahnung, welchen Song man z.B. für den superben Brachialdüsterundrealtrack (im leichten Industrialsound) „Fleisch“ man opfern sollen.

Tracklist:

 

Spielzeit: CD 1- 77:15 Min.  /  CD 2- 76:01 Min.

Line-Up:

Stephan Weidner: Gesang
Dirk Czuya: Gitarre, Gesang
Henning Menke: Bass
JC Dwyer: Drums

Herkunft: Deutschland

VÖ: 26-02-2021

Label: W-Entertainment / Tonpool

Genre: Rock, Rock´n´Roll, Punk Rock, Heavy Rock,

Internet:

HP – https://der-w.de/

FB – https://www.facebook.com/DERW23

Youtube:

 

 

 

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