IMPLORE – „Alienated Despair“

IMPLORE – „Alienated Despair“

📁 Allgemein, Reviews 🕔01.Oktober 2019
IMPLORE – „Alienated Despair“

IMPLORE – „Alienated Despair“

Label: Century Media Records

Laufzeit: 31:00 min

VÖ: 27.09.2019

Genre: Eine wunderschön räudige Grindcore Death Metal Punk Attacke!

Das internationale Brutalkommando IMPLORE hat mit „Alienated Despair“ nun zum dritten Mal in Albumlänge zugeschlagen. Und das tut nicht nur weh, sondern hinterlässt auch klaffende Wunden in meiner glücklich lächelnden Visage. Denn verdammt, ist das ein gewalttätiger Brocken geworden!

Zu hören gibt es einen so räudigen wie massiven Bastard aus Grindcore, Crust Punk, Death Metal und Hardcore. Der knurrt, faucht und beißt aggressiv und hasserfüllt um sich, dass einem Hören und Sehen vergeht. Da türmen sich fies sägende Riffs hoch auf, die zackig schnell runtergezockt werden, die dann plötzlich abstoppen, um breit walzend alles niederzureißen. Da knüppelt ein Schlagzeug gnadenlos voran und krawallt sich mit Doublebass und stoischer Brutalität ungehemmt durch die Lieder. Da wütet eine tiefe Stimme, die voller Wut und Ärger ihre Worte in die Welt hinausspuckt, kotzt, krächzt und rülpst. Da ist zu jeder Sekunde bei den vier Herren der giftige Schaum vor dem Mund zu spüren. Dazu gibt einen wunderbaren Sound, voller Dreck und Morast, voller Schwärze und Zorn, voller Nebel und Wabern. Das ist fett, schwer und brachial, ohne im Moor zu versinken.

IMPLORE gelingt es vor allem aber, ihre Musik abwechslungreich und interessant zu gestalten. Na klar, wir reden von einem eng umrissenen Genre. Aber wie auch in einer Nische überraschende und mitreißende Musik komponiert und gespielt werden kann, das beweisen IMPLORE äußerst eindrucksvoll. Das zeigen Songs wie „All Consuming Filth“ oder „Parallax“: Da wechselt sich Blastgewitter ab mit schwerem Groove, da werden Parts geschickt arrangiert und unterschiedliche Tempi genutzt, um die Zuhörerschaft bei der Stange zu halten. Und immer wieder gibt es spannende Details, die aus dem düsteren Brocken herausstechen. Genannt seien hier das mit einer unheilvollen Gitarre beginnende „Never Again“, bei dem zudem Tomas Lindberg als Gast seine herrlich fauchenden Vocals beisteuert, oder „All Is Not Lost Is Long Forgotten“, das mit anmutig flirrenden Riffs dem Black Metal huldigt.

Fazit: IMPLORE ist mit „Alienated Despair“ ein so grimmiges wie unbarmherziges Stück Musik gelungen. Das ist gewalttätig, bluttriefend und ehrlich. Das ist laut und böse. Das ist Leidenschaft, Kompromisslosigkeit und wahre Hingabe zu harter Musik. Wer Bands wie Carcass, Trap Them, Driller Killer oder All Pigs Must Die mag, der wird auch IMPLORE mit Liebe überschütten. Versprochen!

Liederliste:

  1.       Faculties of Time (3:08)
  2.       Abandoned Desires (2:17)
  3.       Parallax (3:54)
  4.       All Is Not Lost Is Long Forgotten (2:31)
  5.       The Constant Dissonance (2:33)
  6.       Never Again (2:55)
  7.       All Consuming Filth (3:43)
  8.       Let the Pleasure Destroy Me (1:51)
  9.       In Apathetic Isolation (2:10)
  10.     The Venom Comes in Droves (2:34)
  11.     Despondency (3:24)
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