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Harlott (AUS) – Exsequiis

Sechs Jahre sind seit „Detritus Of The Final Age“ vergangen, doch von Altersmüdigkeit kann bei Harlott keine Rede sein.

Harlott (AUS) – Exsequiis

Sechs Jahre sind seit „Detritus Of The Final Age“ vergangen, doch von Altersmüdigkeit kann bei Harlott keine Rede sein. Die 2006 gegründeten Australier aus Melbourne melden sich mit „Exsequiis“ zurück und veröffentlichen damit ihr fünftes Studioalbum über Metal Blade Records. Auf elf Titeln verbinden sie die ungestüme Energie des klassischen Thrash Metal mit technisch anspruchsvollen Gitarrenarrangements, vereinzelten Death-Metal-Einflüssen und gesellschaftskritischen Texten. Das Ergebnis ist eine kompromisslose Veröffentlichung, die nicht nur durch Geschwindigkeit überzeugen möchte.

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Hört hier das vollständige Album „Exsequiis“ von Harlott. Die Veröffentlichung erschien am 11. September 2026 über Metal Blade Records.

Technisch anspruchsvoller Thrash Metal mit Biss

Im Mittelpunkt steht das Gitarrenduo Andrew Hudson und Leigh Bartley, das ein beachtliches Arsenal an schneidenden Riffs, verschachtelten Läufen und melodischen Soli auffährt. Bassist Tom Richards sorgt für ein solides Fundament, während Glen Trayhern mit präzisen Tempowechseln, Doublebass-Attacken und gelegentlichen Blastbeats Akzente setzt. Hudsons heiserer, aggressiver Gesang erinnert stellenweise an die ungestüme Ausdrucksweise der frühen Bay-Area-Szene. Dabei lassen sich Einflüsse von Slayer und Exodus erkennen, ohne dass die Musiker vollständig in nostalgischer Selbstverwaltung versinken.

Aggressive Gitarren, rasante Tempowechsel und gesellschaftskritische Texte

Nach dem kurzen, melodischen Intro „Incipiam“ setzt „Void“ mit wütenden Gitarren und einem druckvollen Rhythmus einen deutlichen Kontrapunkt. „Messiah Simplex“ erhöht die Intensität durch beinahe extremmetallische Schlagzeugpassagen, bevor „Trial by Liar“ mit markantem Riffing und einem eingängigen Aufbau überzeugt. Inhaltlich beschäftigt sich die Nummer mit Lügen, Manipulation und dem leichtfertigen Umgang mit Wahrheit. „The God That Knows No Name“ nimmt anschließend etwas Geschwindigkeit heraus und gewinnt dadurch an Atmosphäre, gerät in seinen ausgedehnten Passagen allerdings gelegentlich etwas langatmig.

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Das offizielle Musikvideo zu „Trial by Liar“ von Harlott.

Zwischen kompromissloser Härte und musikalischer Abwechslung

Mit „Kleptogenesis“ geht es wieder deutlich zügiger zur Sache. „A Still More Glorious Dawn Awaits“ punktet durch anspruchsvolle Gitarrenfiguren, während „The Joyful Stain“ bewusst stärker auf Groove setzt. Hinter dem beinahe harmlos klingenden Titel verbirgt sich eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Missständen in Australien. Das abwechslungsreiche „Endling“ gehört zu den interessantesten Kompositionen der Platte. „Vice Borne“ bietet anschließend einen unmittelbar zugänglichen Refrain, ehe der Titeltrack „Exsequiis“ mit seinem düsteren Beginn und einem kraftvollen Finale einen überzeugenden Schlusspunkt setzt.

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Das offizielle Musikvideo zu „The Joyful Stain“.

Druckvolle Produktion mit kleineren Schwächen

Die Produktion von Julian Renzo verleiht den Instrumenten einen ausgesprochen massiven Klang. Das Mastering von Thomas „Plec“ Johansson sorgt für zusätzliche Durchsetzungskraft. Allerdings wirkt die Mischung stellenweise etwas stark verdichtet, wodurch insbesondere das Schlagzeug an Natürlichkeit verliert. Auch kompositorisch wäre gelegentlich etwas mehr Zurückhaltung hilfreich gewesen: Nicht jede technische Spielerei steigert die Wirkung eines ohnehin gut funktionierenden Riffs.

Unser Fazit

Mit „Exsequiis“ beweisen Harlott, dass sie auch nach zwanzig Jahren Bandgeschichte noch genügend Energie und musikalischen Ehrgeiz besitzen. Besonders die hervorragend aufeinander abgestimmten Gitarren, die vielseitige Rhythmusarbeit und Andrew Hudsons angriffslustiger Gesang machen das Album zu einer unterhaltsamen Angelegenheit. Zwar sorgen einige ausgedehnte Arrangements und die stellenweise überladene Produktion für kleinere Abstriche, insgesamt überwiegen jedoch die Stärken deutlich. Wer traditionellen Thrash Metal mit technischer Raffinesse und zeitgemäßer Härte schätzt, sollte den Australiern unbedingt ein Ohr schenken.

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