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Gradience (DK) – Anomaly

Wer Black Metal und Hip-Hop für grundsätzlich unvereinbar hält, dürfte bei Gradience einen kleinen Kulturschock erleben. Die 2022 in

Gradience (DK) – Anomaly

Wer Black Metal und Hip-Hop für grundsätzlich unvereinbar hält, dürfte bei Gradience einen kleinen Kulturschock erleben. Die 2022 in Kopenhagen gegründete Formation verbindet auf ihrem Debütalbum „Anomaly“ aggressive Extrem-Metal-Riffs mit Trap-Beats, Rap-Passagen und eingängigen Gesangsmelodien und ganz ehrlich? Das ist eine äußerst Interessante und geile Mischung. Verantwortlich für das ungewöhnliche Konzept sind Gitarrist und Sänger Jakob Lærke Harris sowie Rapper Gavin Mistry, die sich bei einem Konzert von Cabal kennenlernten. Nach der EP „Ironsight“ folgt nun ihr erstes vollständiges Album, das am 4. September 2026 über Metal Blade Records erschien.

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Hört hier das vollständige Album „Anomaly“ von Gradience. Die Veröffentlichung erschien am 4. September 2026 über Metal Blade Records.

Zwei unterschiedliche Stimmen und eine ungewöhnliche musikalische Mischung

Unterstützt werden die beiden von Bassist Patrick Petersen und Schlagzeuger Frederik Kjelstrup Hansen. Besonders interessant ist das Zusammenspiel der Stimmen: Harris übernimmt die harschen Growls und Screams, während Mistry zwischen rhythmisch präzisem Rap, gefühlvollem Klargesang und energischen Ausbrüchen wechselt. Musikalisch treffen schwarzmetallische Gitarrenfiguren auf massive Metalcore-Breakdowns und elektronische Klangflächen. Das funktioniert überraschend häufig, klingt allerdings nicht immer so revolutionär, wie die ungewöhnliche Stilbeschreibung vermuten lässt.

Zwischen aggressiven Ausbrüchen und melodischen Momenten

Schon „Vermin“ eröffnet das Album mit einer regelrechten Wand aus Gitarren und aggressivem Gesang, ehe die melodischeren Passagen für einen wirkungsvollen Kontrast sorgen. Bei „Blame Me“ rückt Mistrys Stimme stärker in den Vordergrund und verleiht der Komposition eine beinahe melancholische Note. „Agony“ kombiniert schwerfällige Riffs mit elektronischen Elementen, während „Master to the Slave“ besonders gelungen demonstriert, wie sich ein kräftiger Hip-Hop-Groove mit der Wucht moderner Metalproduktionen verbinden lässt.

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Das offizielle Musikvideo zu „Master to the Slave“ von Gradience.

Auch „Stains“ besitzt reichlich Energie, wenngleich manche Wechsel zwischen Rap und Metalcore etwas konstruiert wirken. Das anschließende „Deathwish“ überzeugt dagegen mit gelungenen Spannungsbögen: Auf aggressive Ausbrüche folgen eingängige Gesangslinien, ohne dass die musikalische Härte verloren geht. Die elektronischen Akzente sind geschickt in das Arrangement eingebunden und wirken hier keineswegs wie nachträglich aufgeklebte Effekte.

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Der offizielle Videoclip zu „Deathwish“ aus dem Album „Anomaly“.

Experimentierfreude zwischen Blackened Metal und elektronischen Klangwelten

Das zweiminütige „Slow“ bildet mit seinem zurückhaltenden, akustischen Charakter eine willkommene Verschnaufpause. „Undone“ setzt danach auf abrupte Gegensätze aus verletzlichem Gesang und heftigen Gitarrenattacken, übertreibt es dabei allerdings gelegentlich mit seinen Stimmungswechseln. Nach „A Witness“ bietet „White Noise“ erneut einen interessanten Mix aus Rap, Synthesizern und aggressiven Rhythmen. Das abschließende „Grimey Potential“ beendet die Platte auf einer nachdenklicheren, melodischeren Note.

Moderne Produktion mit kleineren Schwächen

Produzent Chris Kreutzfeldt verleiht dem Material einen ausgesprochen druckvollen, modernen Klang. Allerdings werden die Instrumente durch die dichte Mischung mitunter etwas eingeengt; insbesondere der Bass könnte präsenter sein. Auch lassen sich manche Songstrukturen trotz aller stilistischen Vielfalt recht schnell durchschauen.

Unser Fazit

Mit „Anomaly“ gelingt Gradience ein ambitioniertes Debüt, dessen größte Stärke im überzeugenden Zusammenspiel der beiden Sänger liegt. Die Kombination aus Blackened Metal, Rap und atmosphärischen Melodien besitzt Wiedererkennungswert, auch wenn nicht jede ungewöhnliche Idee vollständig aufgeht. Besonders „Blame Me“, „Master to the Slave“ und „Deathwish“ zeigen das Potenzial der Dänen. Eine abwechslungsreiche Veröffentlichung für aufgeschlossene Metal-Fans, die keine Berührungsängste mit Hip-Hop und elektronischer Musik besitzen.

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