VITRIOL – „To Bathe from the Throat of Cowardice“

VITRIOL – „To Bathe from the Throat of Cowardice“

📁 Allgemein, Reviews 🕔11.September 2019
VITRIOL – „To Bathe from the Throat of Cowardice“

VITRIOL – „To Bathe from the Throat of Cowardice“

Label: Century Media Records

Laufzeit: 44:28 min

VÖ: 06.09.2019

Genre: Death Metal Massaker – was für ein extremer Wahnsinn!

VITRIOL sind drei Herren aus Portland, Oregon, die uns mit „To Bathe from the Throat of Cowardice“ nach einer EP 2017 ihr Debüt vorlegen. Und das ist ein verdammt fieses Death Metal Massaker geworden.

Geprägt wird dieser Death Metal von größtem technischen Können. Was da an Gitarre, Bass und Schlagzeug geboten ist, ist einfach nur unfassbar. Damit meine ich nicht nur die atemberaubend brutale Virtuosität der Herren, sondern auch die rasende Geschwindigkeit, in der diese Kunstfertigkeiten mit einem scheinbar lässig grinsenden Selbstbewusstsein aus den Händen und der Kehle geschüttelt werden. Blastbeat ist hier nicht Ausdruck besonderer Schnelligkeit, sondern Zeichen absoluter Normalität. Das erzeugt nicht nur einen manischen Sog, sondern auch ein Gefühl absoluter Unbarmherzigkeit. Die Musik ist ein ewig währender Alptraum, ein unendlicher Fluss aus Doublebass, flitzenden Riffkaskaden, scheinbar millionenfach aneinander gereihten Teilen, wildem Saitengequietsche, dissonantem Wahnsinn und völlig durchgeknallten Soli. Dazu kotzen, schreien, würgen, wüten, brüllen die beiden Herren Rasmussen und Roethlisberger abwechselnd in einem alles infizierenden Zorn ihre Botschaften in die Welt hinaus. Das ist die pure Bösartigkeit, das ist gemein und hasserfüllt. Die immer wieder eingeschobenen Bremsungen bringen keinerlei Erholung mit sich, sondern vergrößern nur all diese Gefühle von Feindseligkeit und Bedrohung. Denn nach einem brutalen und (selbstverständlich) mit Doublebassstakkato unterlegten Panzergroove erschlägt einen das erneut einsetzende Inferno um so brachialer und erbarmungsloser. Das ist intensiv, das ist destruktiv, das ist drastisch. Und mich führt dieser unaufhörliche Tonsturm, der meinen Geist und meine Seele unentwegt flutet, tatsächlich an die Grenzen zum Unerträglichen. Ich gebe gerne zu, dass ich das Album nicht an einem Stück hören konnte. Und ich sage das als Fan von Nile und Dying Fetus. Aber das mag für manchen Hörer ja erst Recht Anreiz und Beweis größter Kunst sein. Lieder wie das abwechslungsreiche und mit fetten Riffs durchzogene „I Drown Nightly“ oder das völlig durchgeknallte „The Rope Calls You Brother“ umarmen, zerquetschen, liebkosen, schlagen Kopf ab, zerstören und gebären das Licht. Und das ist bei aller Extremität und allem Wahnsinn auch gut so.

Fazit: VITRIOL führen uns mit ihrem Debüt „To Bathe from the Throat of Cowardice“ in die Grenzbereiche des Death Metal. Hier ist es dunkel, hier lauert das Böse, hier gibt es keinen Funken Hoffnung oder Glauben an Vergebung, Wärme oder Licht. Diese Musik ist extrem, sehr extrem, in seiner technischen Komplexität ebenso wie in seiner wahnwitzigen Musikalität. Fans von Nile, Dying Fetus, Hate Eternal oder Aborted werden das lieben. Und werden sich dennoch wundern, wie intensiv, gnadenlos und unbarmherzig dies hier ist. Ich kann nur sagen: Diese Musik ist einzigartig, in ihrer Intensität, Grimmigkeit und Kompromisslosigkeit. Das ist gut so. Denn solche Musik braucht die Welt. VITRIOL – herzlich willkommen!

Liederliste:

1. The Parting of a Neck (4:33)
2. Crowned in Retaliation (4:28)
3. Legacy of Contempt (3:37)
4. I Drown Nightly (3:28)
5. The Rope Calls You Brother (6:04)
6. A Gentle Gift (4:01)
7. Violence, a Worthy Truth (3:57)
8. Victim (3:39)
9. Hive Lungs (3:58)
10. Pain Will Define Their Death (6:43)

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