Hardline (US/I) – Shout
Johnny Gioeli ist ein Tausendsassa. Laut eigener Zählung kommt er inzwischen auf 108 Veröffentlichungen, bei denen er mitgewirkt hat.
Johnny Gioeli ist ein Tausendsassa. Laut eigener Zählung kommt er inzwischen auf 108 Veröffentlichungen, bei denen er mitgewirkt hat. Er sagt: „Ich konnte die Zahl selbst kaum glauben, und vermutlich sind es sogar noch ein paar mehr. Von jeder einzelnen Performance habe ich etwas Wichtiges gelernt, vor allem, dass Songwriting egoistisch sein muss. Denn nur wenn man von seiner Musik selbst begeistert ist, kann man auch andere von ihr überzeugen.“ Dass dabei sicher auch manchmal Wünsche des Labels dahinter stecken, liegt allerdings auch auf der Hand. So war es bei den letzten Alben doch trotz aller hohen Qualität auch der Fall, dass die Songs nicht mehr so richtig zünden wollten. Mit „Shout“ soll nun alles besser werden.
Und genau das tut es auch. Gioeli und seinen italienischen Mitstreitern, Keyboarder Alessandro Del Vecchio, Gitarrist Luca Princiotta, Bassistin Anna Portalupi und Schlagzeuger Marco Di Salvia, ist ein Album gelungen, dass viele Reminiszenzen an das glorreiche Debüt „Double Eclipse“ (1992) in sich trägt. Dass Gioelis Stimme ein Garant für Harmonien und kraftvolles Timing ist, sollte jedem Fan melodischer Hardrock Sounds schon lange bekannt sein, hat er doch alleine mit Axel Rudi Pell so manchen Klassiker des Hardrocks eingespielt. Auch live beweist er immer wieder sein außergewöhnliches Talent, ist der „Vorturner“, der niemals still steht und dabei immer abliefert. Das aber ist natürlich immer nur ein Teil der Geschichte, denn es sind vor allem die Songs, die am Ende des Tages über Sein oder Nichtsein entscheiden. Hier stimmt einfach alles und ich bin mir sicher, dass „Shout“ demnächst in einem Atemzug mit „Double Eclipse“ genannt werden wird. Ob der kraftvolle Opener und titelgebende Song „Shout“, das vom Riffing an „Takin‘ Me Down“ vom Debüt erinnernde „Rise Above No Fear“ oder die Überballade „Glow“, in der Komponist Alessandro Del Vecchio unter anderem den Verlust von treuen Haustieren oder eines geliebten Menschen sowie das Engagement seines Bandkollegen für vernachlässigte Hunde thematisiert: „Der Song ist mehr als 20 Hunden gewidmet, die in unserem Leben eine große Rolle gespielt haben. Alessandro und ich sind große Tierliebhaber. Seit vielen Jahren fliege ich oft als Pilot Hunde aus Tierheimen, die davor bewahrt wurden, dass man sie einschläfert, weil sie niemand will. Auf der Tour werden wir gegen eine kleine Spende Leuchtstäbchen verteilen, die man – während wir den Song spielen – hochhalten und dabei an jemanden denken kann, den man verloren hat und der einem besonders wichtig war.“ Selbst der Song „When You Came Into My Life“, ein Cover des Scorpions Songs vom 1996er Werk „Pure Instinct“, trägt diese einzigartige Hardline-typische Atmosphäre in sich und wird speziell durch Gioelis Gesang zu etwas ganz besonderem. Besonders in den Balladen kann der Mann mit der großen Stimme sein volles Potential ausleben und bietet damit dem Hörer vor allem eines – Authentizität. Wer also auf ehrlichen, handgemachten Melodicrock mit AOR-Anteilen steht, sollte, nein, muss, hier zugreifen.
Fazit: „Shout“ ist das Album, das nach „Double Eclipse“ das Zeug zum Dauerbrenner hat.
- Shout
- Rise Up
- It Owns You
- When You Came Into My Life
- Mother Love
- Rise Above No Fear
- Candy Love
- I’m Leaning On It
- Welcome To The Thunder
- Glow
Label: Steamhammer/Open Distribution
VÖ: 17.04.2026
Laufzeit: 46:39 Min.
Herkunft: USA/Italien
Stil: Melodic Rock



