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The Night Eternal (DE) – Cold Velvet

Kalter Samt klingt nach einem Widerspruch, beschreibt die Musik von The Night Eternal aber erstaunlich genau. Auf ihrem dritten

The Night Eternal (DE) – Cold Velvet

Kalter Samt klingt nach einem Widerspruch, beschreibt die Musik von The Night Eternal aber erstaunlich genau. Auf ihrem dritten Studioalbum und Metal-Blade-Debüt „Cold Velvet“ verbinden die Essener warme, analoge Klangfarben mit einer frostigen Grundstimmung. Klassischer Heavy Metal der Achtziger, Gothic Rock und melancholischer Hard Rock fließen ineinander, ohne dass die Band zum bloßen Nostalgieprojekt wird. Acht Songs und gut 41 Minuten genügen, um die auf „Fatale“ geschärfte Identität hörbar weiterzuentwickeln.

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Hört hier das Album „Cold Velvet“ von The Night Eternal.

Dort, wo diese Welt endet

„Where This World Ends“ steigt mit dramatischen Gitarren ein und hält das Tempo hoch. Rob Richter und Henry Käseberg legen melodische Linien übereinander, während Aleister Präkelt den Song mit kräftigen Akzenten vorwärtstreibt. Dezente Synth-Gitarren erinnern an Iron Maidens „Somewhere In Time“, bleiben jedoch im Hintergrund. Ricardo Baum trägt den Refrain mit dunkler, zugleich weit aufsteigender Stimme. Inhaltlich geht es um den Schritt über die Grenzen einer vergifteten Welt hinaus: Einsamkeit wird dabei nicht als Niederlage, sondern als Preis für Freiheit und Neubeginn verstanden.

Eurydike und eine Fahrt durch die Nacht

„Eurydice (Don’t Look Back)“ nimmt den Mythos von Orpheus und Eurydike als Ausgangspunkt für eine treibende Nummer über Verlust, Versuchung und die Gefahr des Zurückblickens. Helle Gitarrenfiguren treffen auf Gothic-Flair und einen Refrain, der für die Bühne geschrieben scheint. „Caught In A Spell“ schaltet in einen hypnotischen Midtempo-Groove. Die nächtliche Reise über scheinbar endlose Straßen wird zum Bild für Rastlosigkeit, Fernweh und die Suche nach dem eigenen Schicksal. Das klingt eingängig, besitzt unter der zugänglichen Oberfläche aber eine spürbare Unruhe.

Wenn die letzte Kerze erlischt

„When The Last Candle Dies“ wird langsamer und sehnsüchtiger. Der letzte Tanz vor dem Erlöschen des Lichts steht hier für Abschied und die Unausweichlichkeit eines Endes. „The Veins Of Time“ beginnt mit Post-Punk- und Gothic-Anklängen, ehe sich daraus ein großer Heavy-Rock-Song entwickelt. Der Text verfolgt eine verlorene Person durch Zeit, Erinnerung und Traum, während Baums Gesang und Richters Solo im Finale beinahe miteinander ringen. „The Watcher Of The Burning Veil“ und das energische „Shape Of Sorrow“ ziehen das Tempo wieder an und lassen den Einfluss der klassischen britischen Schule besonders deutlich hervortreten.

Analoger Klang und kontrollierte Schwermut

Michael Zech hat Produktion, Aufnahme und Mix mit echten Verstärkern und analogem Pult umgesetzt. Das Ergebnis klingt kräftig, räumlich und organischer als die Vorgänger. Gelegentlich ähneln sich die aufsteigenden Gitarrenmelodien und großen Refrains etwas zu sehr; insbesondere in der Mitte folgt die Band ihrer inzwischen vertrauten Formel. Das siebenminütige „Dance On Crimson Ground“ beendet das Album jedoch mit wechselnden Spannungsstufen, fein geschichteten Stimmen und ausreichend Mut zum langen Atem.

Unser Fazit

„Cold Velvet“ ist ein dichtes, melodisches und bemerkenswert stilsicheres Heavy-Metal-Album. The Night Eternal verbinden große Refrains mit echter Schwermut und lassen ihre Achtziger-Einflüsse durch eine unverkennbar eigene nächtliche Atmosphäre scheinen. Kleinere Wiederholungen ändern nichts daran, dass die Essener hier ihr bislang reifstes Werk vorlegen.

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