SOULBURN – „Noa’s D’Ark“

SOULBURN – „Noa’s D’Ark“

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔20.November 2020
SOULBURN – „Noa’s D’Ark“

SOULBURN – „Noa’s D’Ark“

Label: Century Media Records

Laufzeit: 47:30 min

VÖ: 13.11.2020

Genre: Ein Meisterwerk der Verschmelzung von Black, Death und Doom!

SOULBURN werden auf ihre alten Tage richtig rege! Seit 2014 legen sie uns nun schon die dritte Scheibe vor. Die hört auf den Namen „Noa’s D’Ark“ und ist ein so traditionelles wie abwechslungsreiches Lehrstück in Sachen doomigem und angeschwärztem Death Metal geworden.

Dass mich hier allerdings niemand falsch versteht: SOULBURN bewegen sich stets innerhalb der zwar weit dehnbaren, dabei aber stets nachvollziehbaren Genregrenzen. Experimente sind deshalb auch nicht zu bestaunen, im Falle von „Noa’s D’Ark“ ist es vor allem der Gesang, der für eine erfrischende und spannende Variabilität sorgt. Die Stimme von meneer van Geel verströmt in ihrer krächzenden Heiserkeit bestes Black Metal Flair, kann aber auch proklamierend beschwören und wagt sich selbst in einen verhallt rauchigen Klargesang. Instrumental ist das wie gewohnt erstklassig dargeboten, und vor allem de nieuwe meneer Verhaar liefert auf seinem Einstieg einen grandiosen Job am Schlagzeug ab: wuchtig und druckvoll treibt der Mann seine Mitstreiter vor sich her, mal im rasenden Galopp, mal im feisten Panzergroove. Gemeinsam  mit einem prägnanten und durchsetzungsstarken Bass sorgen die beiden überzeugend für eigene Akzente und legen ein meterdickes Fundament, auf dem sich die harten Riffs und der vielseitige Gesang kraftvoll austoben können. Und was sind das für verdammt fette Gitarren. Die reißen uns mal mit einem eisigen Flirren in einen bösartigen Strudel, mal schleifen sie uns in stoischer Brutalität durch unheimliche Katakomben.

Entscheidend ist aber, was die Herren am Ende des Tages aus ihrem zweifelsohne vorhandenen imposanten handwerklichen Können erschaffen. Und hier beweisen SOULBURN, dass sie auch kompositorisch zu Großem fähig sind. Denn ihnen gelingt etwas, was nicht Viele vermögen: Sie erschaffen Musik mit Seele. SOULBURN erzeugen eine Atmosphäre ohne jegliches Licht und bar jeder Hoffnung. Ihre Welt ist bedrohlich, düster, sinsister und zutiefst bösartig. Lieder wie das wütend siffige „Anointed – Blessed – and Born for Burning“, das tonnenschwere und mit einer kosmischen Lead erstrahlende „Tempter ov the White Light“, das mit einer melancholischen Lead und flirrenden Frostgitarren wärmende „Anarchrist“ (Hit!) und das mit seiner klaren Eingängigkeit und einem mystischen Männerchor verzaubernde „From Archaeon into Oblivion“ (Hit!!) sind weit ab von plumper Stumpfheit, überzeugen aber mit einer jederzeit nachvollziehbaren Unmissverständlichkeit und zwingenden Kraft. Die Stücke – nicht zu vergessen der weit in das All hinaufragende Todesfels „The Morgue of Hope“ – ergeben in der Summe ein großes dunkles Ganzes, und wer bereit ist, der kann sich tief hineinfallen lassen in ein Universum aus reinster Schwärze, aus mystischer Erhabenheit und unerbittlicher Energie. Dazu gibt es einen Sound, der für mich nahezu perfekt ist. Der lässt den Instrumenten nicht nur raumgreifend Platz zum Entfalten, der ist auch aggressiv, druckvoll und strotzt vor purer Kraft. Vor allem aber ist er Referenz dafür, wie ein Bass klingen sollte: selbstbewusst, energisch, mächtig, vital.

Fazit: SOULBURN haben mit „Noa’s D’Ark“ große Tonkunst erschaffen. Ihre Verschmelzung von Black, Death und Doom spricht das Innerste in uns an, packt, umarmt, reißt mit. Das bringt in uns etwas zum Schwingen, und das lässt uns nie wieder los. SOULBURN reihen sich ein in eine Reihe von Bands wie Dissection, Unanimated oder auch Monolithe, für die Musik eben weit mehr ist als bloßes Werk von Händen, Füßen und Stimme. Hier entstehen aus Können Leidenschaft, pure Gefühle von Dunkelheit, Trauer und Schmerz. Und das ist nichts weiter als reine Schönheit. Ich verneige mich und sage: Danke.

Liederliste:

1. The Morgue of Hope (7:18)
2. Noah’s Dark (3:57)
3. Tempter ov the White Light (5:30)
4. Anarchrist (5:58)
5. Shrines of Apathy (4:35)
6. Assailed by Cosmic Lightning (3:18)
7. Triumphant One 02:16
8. Anointed – Blessed – and Born for Burning (3:48)
9. The Godless I (5:04)
10. From Archaeon into Oblivion (5:46)

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen