SCHANDMAUL – „Artus“

SCHANDMAUL – „Artus“

📁 Allgemein, Reviews 🕔01.Mai 2019
SCHANDMAUL – „Artus“

SCHANDMAUL – „Artus“

Label: We Love Music (Universal Music)

Laufzeit: 50:09 min

VÖ: 03.05.2019

Genre: Mittelalter Folk Rock in seiner eigenen Liga

SCHANDMAUL machen mit „Artus“ die Zehn voll. Und nach „Leuchtfeuer“, dem letzten und Nummer-Eins-Album, wird garantiert auch „Artus“ die Fans begeistern. Denn auch hier beweisen SCHANDMAUL, dass sie große Meister darin sind, Musik und Text zu einzigartiger Tonkunst in der Schnittmenge aus Folk, Rock und Mittelalter zu verschmelzen.

„Artus“ bietet dabei ein so buntes wie mitreißendes Kaleidoskop aus eher traditioneller Mittelaltermusik, Folk Rock und treibendem Deutschrock. Da flötet, schunkelt und hüpft es wild und feuchtföhlich wie auf einer dörflichen Tanzdiele in „Der Totengräber“ und „Der Froschkönig“. In den thematisch verbundenen „Die Tafelrunde“, „Der Gral“ und „Die Insel – Ynys Yr Afallon“ wird ebenso wie in der melancholischen Shanty-Ballade „Kapitaen“ mit allerlei prominent eingesetzten traditionellen Instrumenten spannender Folk präsentiert. Und „Vagabunden“ und „Auf und davon“ bieten Deutschrock par excellence, treibend, rockig und straight. Dazu gibt es mit „Oboe“ ein spannendes Wechselspiel aus hartem Metal und altertümlichem Liedgut. Da brät uns die Gitarre ein schweres Riff sägend um die Ohren, bevor die Flöte das Zepter übernimmt und uns in eine beschwingte Rhythmik entführt. Und im folgenden „Chevaliers“ beweisen SCHANDMAUL eindrucksvoll, dass sie auch ohne Gesang intensive Musik weitab gängiger Klischees erschaffen können. Das ist dynamisch, druckvoll und außergewöhnlich. Lediglich das eröffnende „Der Meisterdieb“ wirkt etwas arg glattpoliert und seltsam blutleer.

Es ist aber die von SCHANDMAUL bekannte perfekte Verbindung aus Musik und Text, die auch auf „Artus“ in symbiotischer Vollendung präsentiert wird, die diese Band so einzigartig und auch so erfolgreich machen. Herr Lindner formt Worte zu Texten, zu Reimen, zu Sätzen, die nicht nur schön klingen, sondern tatsächlich etwas zu sagen haben. Diese präsentiert er uns dann in seiner unvergleichlich wandlungsfähigen Art und Weise, wenn er als reimender Barde, als harter Rocker, als gefühlvoller Balladist oder als Erzähler am nächtlichen Lagerfeuer seine Moritaten erklingen lässt. Dann werden aus geschickten Wortspielen diese Geschichten, diese Stimmen und Stimmungen, die das Zuhören, das Mithören und Mitdenken zu einem großen Spaß und Abenteuer machen. Und es ist eben die große Qualität der Band, die Worte dann immer wieder in die passende Musik zu kleiden, so dass sich aus einer verschworenen Einheit von Text und Musik wie auf einer bunten Leinwand im Geiste großartige und intensive Bilder formen. Das gelingt kaum jemandem so packend und positiv leuchtend wie SCHANDMAUL.

Fazit: SCHANDMAUL beweisen mit „Artus“ erneut, dass und warum sie zu den ganz Großen im weiten Feld von Mittelalter, Folk und Rock in Deutschland gehören. „Artus“ vereint die großen Stärken einer Band, die sich immer wieder in Tradition neu erfindet, die ihre eigenen Konventionen achtet und liebt, aber immer wieder nach neuem strebt. Vor allem aber bringen uns SCHANDMAUL Spaß, Gefühle, gute Laune und Licht in unser Leben. Und was kann Musik Schöneres erreichen. Von mir gibt es verdienten Applaus und den Wunsch und die Hoffnung: Macht weiter so!

Liederliste:

1. Der Meisterdieb (4:31)
2. Der Totengräber (3:54)
3. Vagabunden 3:37)
4. Froschkönig (3:12)
5. Auf und davon (4:04)
6. Der Kapitän (4:19)
7. Die Oboe (4:31)
8. Chevaliers (3:42)
9. Die Tafelrunde (4:31)
10. Der Gral (4:44)
11. Die Insel – Ynys Yr Afallon (4:08)
12. Der Weiße Wal (5:27)

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