BELZEBUBS – „Pantheon of the Nightside Gods“

BELZEBUBS – „Pantheon of the Nightside Gods“

📁 Allgemein, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔01.Mai 2019
BELZEBUBS – „Pantheon of the Nightside Gods“

BELZEBUBS – „Pantheon of the Nightside Gods“

Label: Century Media Records

Laufzeit: 53:52 min

VÖ: 26.04.2019

Genre: Melodic Black Death Metal der absoluten Sonderklasse

Hurra! Ich hatte ja schon in meiner Review zur Single „Blackened Call“ im letzten Jahr meiner Begeisterung über BELZEBUBS lautstark und wortgewaltig Ausdruck verliehen und seitdem sehnsüchtig auf das Album gewartet. Und das Warten hat sich mehr als gelohnt, denn „Pantheon of the Nightside Gods“ ist der erhoffte Kracher geworden. Oh Mann, was für ein wunderschönes Stück harter Musik!

All das, was ich zu Musik und Sound schon gesagt habe, zitiere ich gerne noch einmal: Das ist und bleibt kompositorisch hochwertig arrangierter, so genretypisch modern wie brachial und transparent (Dan Swanö!) produzierter und instrumental erstklassig gespielter Melodic Death Metal. Das steht in seiner Qualität solchen Helden wie Omnium Gatherum, frühen In Flames, Dark Tranquillity, Amon Amarth, Insomnium, Dissection oder Borknagar in nichts nach. Gerade in den langen Songs erstrahlt eine aus dem symphonischen Black Metal (Dimmu Borgir irgendwer?) bekannte dunkle und mystische Aura. Das ist so hymnisch wie düster wie machtvoll wie groß. Da sind ein treibendes, drückendes Schlagzeug mit galoppierender Doublebass und superbem Beckeneinsatz, da pumpt der Bass unnachgiebig, da spielen die Gitarren melodische Linien, die sich wunderbar einprägsam und eingängig in meine Ohren schlängeln. Und immer wieder gibt es wunderschön melodische Soli, die die Songs veredeln und zusätzlich mit einer emotionalen Patina überziehen. Da erzeugen effektvoll und so songdienlich wie prägnant eingesetzte Keyboards Volumen und musikalische Weite. Immer wieder verschlingen sich dabei schwebende Synthieflächen und traurige Gitarren zu erhebenden Melodielinien („Acheron“). Dazu sorgt der Gesang mit einem angenehm dunklen Growlen für eine wohlige Stimmung zwischen Aggressivität und warmem Schauer. Der erinnert mich verdächtig an den Herrn Pelkonen von Omnium Gatherum, dieses leicht knödelige, mit vollem Mund dargebotene dunkle Growlen, hm, aber vielleicht täusche ich mich ja auch.

Vor allem aber ist es BELZEBUBS uneingeschränkt gelungen, aus all ihrem großartigen Können nun auf Albumlänge phantastische Lieder zu erschaffen. Das ist abwechslungsreich und überraschend, und so bleibt es bis zum letzten verklingenden Ton spannend und intensiv. Das ist aber dennoch zu jeder Sekunde nachvollziehbar, konsequent und in sich schlüssig. Dabei sind BELZEBUBS neben „Blackened Call“ auch mit dem eröffnenden „Cathedrals of Mourning“ und „Nam Gloria Lucifer“ knackige Genrehits gelungen, die mit eingängigen Melodien und fesselnder Rasanz zu begeistern wissen. Musikalischer Höhepunkt ist aber das erhaben schöne Triptychon aus „The Crowned Daughters“, „Dark Mother“ und „The Werewolf Bride“. Hier beweisen BELZEBUBS, wie aus Tönen und simpler Physis an Gitarrensaiten, Tasten und Sticks große Kunst entsteht. Das ist ganz großes Kino, das ist hymnisch, majestätisch, mystisch, episch, das sind fast 20 Minuten große Gefühle, tiefe Emotionen, das ist die pure Schönheit des Dunklen, Verborgenen. Da erhebt sich eine filigrane Gitarre aus kosmischer Weite, da verzaubert uns ein klarer Gesang, wie ihn Simon & Garfunkel nicht besser hinkriegen würden, da umarmen schwebende weibliche Choräle, da ziehen Synthieflächen als dunkle Wolkenberge vorbei und entladen sich schließlich dramatisch in donnerndem Doublebassgewitter und bombastischen Riffgewalten. Und das abschließende Titelstück ist das würdige Finale, in dem das Thema der Single-B-Seite „Maleficarum“ aufgenommen und sich symbiotisch in einen einzigen langen Fluss aus Härte, Anmut, Melodie und feierlicher Magie einfügt. Grandios.

Fazit: BELZEBUBS ist mit „Pantheon of the Nightside Gods“ das erhoffte Meisterwerk gelungen. Ungeachtet der hinter BELZEBUBS stehenden Geschichte ist das mitreißender, hoch emotionaler Melodic Black Death Metal, der berührt, begeistert, beeindruckt, bewegt. BELZEBUBS gelingt mit ihrer Musik das, was Musik ausmacht: das Erzeugen von Gefühlen, von inneren Landschaften, das Wiedererstehen von Erinnerungen, das Hörbarmachen von tiefem Glück und reiner Existenz. Ich kann nur sagen: Danke!

Liederliste:

1. Cathedrals of Mourning (6:18)
2. The Faustian Alchemist (4:14)
3. Blackened Call (3:45)
4. Acheron (7:32)
5. Nam Gloria Lucifer (4:29)
6. The Crowned Daughters (5:11)
7. Dark Mother (9:15)
8. The Werewolf Bride (4:08)
9. Pantheon of the Nightside Gods (8:54)

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