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SACRIFIRE – „The Art of Decay“

Genre: Wenn sich Heavy, Doom und Dark Metal weinend in den Armen liegen – so hart wie berührend! Da

SACRIFIRE – „The Art of Decay“

Genre: Wenn sich Heavy, Doom und Dark Metal weinend in den Armen liegen – so hart wie berührend!

Da dachten sich einige gestandene Metalhelden, sie machen mal was Neues. Das haben sich schon viele gedacht, und es dann eben nicht hinbekommen, außer einem drölften Aufguss der eigenen Musik. Die Herren Dirk „Dicker“ Weiß, Jochen Trunk, Fabian „Fab“ Regmann, Rafael Dobbs, Boris Pavlov und Ales Hagenauer, bekannt aus solchen Kapellen wie Warpath, Disbelief, Soul Demise und Detraktor, zeigen nun aber eindrucksvoll, wie es besser, wie es am besten geht. Trotz der Millionen guter Musiker in ebenso vielen guten Bands ist es SACRIFIRE auf „The Art of Decay“ gelungen, einen wirklich einzigartigen Sound zu erschaffen.

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Zu hören gibt es eine Mischung aus Heavyness, Doom und Dark Metal. Zunächst fallen die verdammt harten Riffs auf, die nachvollziehbar und einprägsam daherkommen. Diese verbreiten eine zutiefst traurige und düstere Stimmung, die sich tief in Herz und Seele einschleicht und sich tonnenschwer auf das Gemüt legt. Getragen wird dieses Meer aus Hoffnungslosigkeit von wuchtigen Grooves, die sich unbeirrbar und stoisch nach vorne walzen. Diese massive Schwere wird dann immer wieder aufgebrochen von fließenden melodischen Leads und ruhigen Momenten, in denen die Gitarre ihr trauriges Klagelied anstimmen darf, bevor Gram und Schmerz wieder laut in die Welt hinausgeschrien werden.

Bestimmt wird die Musik allerdings vom Gesang: Herr Weiß zeigt sich hier im Vergleich zu seiner Stammband Warpath noch ein ganzes Stück variabler. Neben wütendem Bellen und harschem Growlen sind es vor allem der dunkle Klargesang, der begeistert. Hier atmet alles Leid, Kummer und tiefsten Seelenschmerz. So muss es klingen, wenn ein Mann die Verzweiflung und den Schwermut einer ganzen Welt tragen muss. Damit gelingt es SACRIFIRE, wunderschöne Lieder wie das düstere „Juggernaut“, das brutal stampfende „Remembrance“ oder den Seelenschmeichler „My Sanctuary“ zu erschaffen. Und ja, das erinnert gerne an bekannte Epigonen der doomigen Melancholie wie Type O Negative, Crowbar oder Sentenced.

Fazit: SACRIFIRE haben mit „The Art of Decay“ ein echtes Meisterwerk der Düsternis erschaffen. Diese Mischung aus Schwere, Nacht und Massivität ist einzigartig und mitreißend. Wer es dunkel, emotional, dabei aber auch heftig und hart mag, der wird SACRIFIRE lieben. Hier ist nicht nur großes Können, sondern auch zu jeder Sekunde Leidenschaft und Hingabe zu spüren. Also: Kaufen, auflegen, genießen. Glückwunsch, meine Herren!

Liederliste:

  1. Into Infinity (4:32)
  2. Emptiness (3:43)
  3. Arms of Morpheus (3:25)
  4. Remembrance (4:14)
  5. My Sanctuary (5:50)
  6. Transmigration (2:20)
  7. If They Could Speak (3:43)
  8. Juggernaut (5:24)
  9. Breath of Life (6:53)
  10. Pain of Deception (6:06)

 

Label: Apostasy Records

Laufzeit: 46:10 min

VÖ: 29.09.2023

Quelle & © Bilder/Info/Clips: SACRIFIRE / Apostasy Records