Rising Insane (DE) Deathrace
Mit „DEATHRACE“ dreht Rising Insane das Rad nach „Wildfires“ spürbar in Richtung Härte. Das fünfte Studioalbum der norddeutschen Metalcore-Band
Mit „DEATHRACE“ dreht Rising Insane das Rad nach „Wildfires“ spürbar in Richtung Härte. Das fünfte Studioalbum der norddeutschen Metalcore-Band erschien am 21. August 2026 über Long Branch Records und setzt auf weniger Synthesizer, weniger Pop-Glanz und deutlich mehr Riffs. Dennoch verzichten die fünf Musiker nicht auf jene großen Refrains, die ihren modernen Sound sofort zugänglich machen.
Mit Vollgas gegen Gier und Zerstörung
Nach dem sechssekündigen „INTRO“ springt „DEATHRACE“ ohne Anlauf in die Vollen. Robert Kühling und Ulf Hedenkamp treiben den Titeltrack mit hohem Puls voran, während Sven Polizuk und Florian Köchy zwischen schneidenden Akkorden, Hardcore-Schub und einem massiven Schlussbreakdown wechseln. Aaron Steineker verbindet wütende Shouts mit sauber gesetzten Melodien. Inhaltlich richtet sich der Song gegen Gier, privilegierte Eliten und den endlosen Kreislauf aus Krieg und Zerstörung. „COUNTDOWN“ führt diesen Gedanken weiter und beschreibt eine Welt, die trotz aller Warnzeichen wiederholt auf den Abgrund zusteuert.
Traumata, Narzissmus und erzwungenes Schweigen
„OUTRAGE“ verbindet einen beinahe punkigen Rhythmus mit einem Refrain, der sofort im Ohr bleibt. Hinter der Wucht steht jedoch innere Unruhe: Alte Erfahrungen lassen sich nicht einfach abschütteln und halten den Erzähler im eigenen Kopf gefangen. „TRAUMATIZED“ blickt noch tiefer in diese Wunden und handelt von Narben, die auch dann bleiben, wenn man längst versucht, sich wieder zusammenzusetzen. „NARCISSIST“ rechnet dagegen mit einer selbstgerechten Person ab, die andere kleinmacht und Verantwortung abweist. Bei „DIRT“ geht es um das Risiko, die Wahrheit auszusprechen, wenn Schweigen und öffentliche Beschämung als Druckmittel eingesetzt werden.
Vier Gäste bringen zusätzliche Farbe
Die zweite Albumhälfte gewinnt durch vier passende Gäste. ACCVSED verschärfen „DARK“, David Schneider von The Butcher Sisters gibt dem bedrückenden „GREY“ eine eigenwillige Färbung, und Steven Jones von Bleed From Within verstärkt die zerrissene Gedankenwelt von „ERROR“. Das Finale „GOOD ENOUGH“ mit Matt Flood von Caskets ist am melodischsten und stellt die quälende Frage nach dem eigenen Wert. Gerade dieser Kontrast verhindert, dass die vielen Breakdowns und tief gestimmten Riffs auf Dauer gleichförmig wirken.
Der Mix ist modern und druckvoll, lässt Schlagzeug und Gitarren aber vergleichsweise organisch erscheinen. Gelegentlich folgen Strophe, großer Refrain und Breakdown etwas zu erwartbar aufeinander; außerdem ähneln sich einige rhythmische Motive. Die kompakte Spielzeit und Steinekers starker Wechsel zwischen rauem und klarem Gesang halten das Album dennoch in Bewegung.
Unser Fazit
„DEATHRACE“ ist keine Neuerfindung des Metalcore, wohl aber Rising Insanes bislang direktestes und härtestes Album. Die Band verbindet gesellschaftliche Wut mit sehr persönlichen Abgründen und schreibt dabei konsequent für Bühne und Moshpit. Kleine Wiederholungen bremsen die Fahrt, bringen sie aber nie ernsthaft zum Stillstand.

Trackliste
- INTRO – 00:06
- DEATHRACE – 03:13
- COUNTDOWN – 03:08
- OUTRAGE – 03:21
- TRAUMATIZED – 03:12
- DARK (feat. ACCVSED) – 03:20
- NARCISSIST – 03:49
- DIRT – 03:45
- GREY (feat. David Schneider) – 04:02
- ERROR (feat. Steven Jones) – 02:58
- GOOD ENOUGH (feat. Caskets) – 02:45
Credits
Interpret: Rising Insane
Titel: Death Race
Herkunft: Schierbrok, Niedersachsen, Deutschland
Format: Studioalbum | CD | Vinyl | Digital
Veröffentlichung: 21. August 2026
Genre: Metalcore | Modern Metal | Post-Hardcore
Label: Long Branch Records
Spielzeit: 33:39 Minuten
Gastbeiträge: ACCVSED | David Schneider | Steven Jones | Matt Flood
Besetzung
Aaron Steineker – Gesang
Sven Polizuk – Gitarre
Florian Köchy – Gitarre
Ulf Hedenkamp – Bass
Robert Kühling – Schlagzeug



