Livebericht: Avantasia „Moonglow World Tour 2019“, Osnabrück – OsnabrückHalle – 12.04.2019

Livebericht: Avantasia „Moonglow World Tour 2019“, Osnabrück – OsnabrückHalle – 12.04.2019

📁 Allgemein, Live, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔15.April 2019
Livebericht: Avantasia  „Moonglow World Tour 2019“, Osnabrück – OsnabrückHalle – 12.04.2019

Avantasia begann für Tobias Sammet als Sideprojekt zu EDGUY um komplexere Stories auf CD und Bühne zu bringen. Mittlerweile schient Edguy das Sideprojekt geworden zu sein. Wie auch immer, seit 2001 schafft es Sammet für Alben und Bühne namhafte Künstler für sich zu gewinnen. So auch für das neuen Album „Moonglow“, welches es gerade auf die #1 der Charts geschafft hat. Respektable Leistung. Diese Leistung honorierten die Fans in der mit 2.500 zahlenden Anwesenden fast ausverkauften Halle (die übrigens zu den schönsten Locations bundesweit gehört), denn sie durften sich auf eine 3 Stunden und 15minütige Show freuen. Das sind 195 Minuten!

Tobi hatte ab der ersten Minute das Publikum fest im Griff und wurde mit spaßigen Ansagen bestens unterhalten. Schliesslich gabe es ja Billy. Billy war ein Goldhamster. Tobis Goldhamster, der schwer erkrankt war und Durchfall hatte. Zum Glück war es nur ein Goldhamster – Durchfall bei einem Pferd hätte größere Spuren hinterlassen. Das Einschläfern und die Beerdigung kosteten schließlich 8 Mark. Es folgten noch weitere Ansagen dieser Art, wofür Tobi ja auch mehr als bekannt (oder berüchtigt?) ist. Aber nicht nur damit wusste Avantasia zu unterhalten, auch die Songauswahl tat ihr übriges. „Wir spielen alten Kram, neuen Kram, schnellen Kram, langsamen Kram, spannenden Kram und langweiligen Kram“ so Herr Sammet. Langweilig wurde es nicht, ging auch gar nicht. Natürlich stand das neue Album „Moonglow“ im Vordergrund und es wurden ausgiebig Songs daraus gespielt. Für diese Tour sagten als Sänger Ronnie Atkins (Pretty Maids), Jorn Lande (diverse Projekte), Geoff Tate (Ex-Queensryche), Eric Martin (Mr. Big) und Bob Catley (Magnum) zu. Was für ein Line-up! Die bestens aufgelegten restlichen Musiker und Backgroundsänger/innen komplettierten das Geschehen.

Zuerst wechselten sich die Sänger ab (je 2 Songs). Ronnie Atkins machte den Anfang den Anfang, danach Jorn Lande, gefolgt von Geoff Tate, Eric Martin und schließlich Bob Catley, der mit seinen 71 Jahren den Jüngeren an Qualität in nichts nachstand. Besonders Geoff Tate präsentierte sich in fantastischer Verfassung. So gut habe ich ihn lange nicht mehr gesehen. Perfekt die Höhen getroffen und mit einem Dauergrinsen auf der Bühne präsent. Aber nicht nur er – sämtliche Beteiligten hatten dermaßen Spaß am Performen. Das war deutlich zu sehen. Jorn Lande (mit kürzeren Haaren) gab wieder mal alles, brillierte mit seiner außergewöhnlichen und intensiven Performance. „Youngster“ Eric Martin (wird der eigentlich jemals älter?) setzte echte Akzente und war auch für ordentlich Spaß zu haben (siehe Bild), während Bob Catley wie eh und je mit seinen Fuchteleien Sprechblasen in die Luft zauberte.. Hier waren Künstler am Werk, die zu 100 % hinter Tobias Sammet und seinem Konzept stehen und ihn unterstützen. Kein Platz und Grund für Eitelkeiten. Später teilten sich die Sänger die Bühne und gaben sich sozusagen die Klinke in die Hand. Einfach toll. Das Konzept ging auf.

Aber nicht nur die bekannten Sänger durften ran, sondern auch den Backgroundsängern wurde die Chance gegeben auch mal ganz vorne zu stehen. Hut ab dafür. Sogar Gitarrist Oliver Hartmann teilte sich mit Sammet gesanglich einen Song. Dabei klang so mancher Song in der Liverversion deutlich rockiger als auf dem jeweiligen Studioalbum, was den besonderen Reiz ausgemacht hat.

Insgesamt wurden 24 (!) Songs gespielt, gepaart mit einer stimmigen Lichtshow und sehr gutem Sound ließen keine Wünsche offen. Besonders durch die beteiligten Gäste kan zu keiner Sekunde Langeweile auf, was bei einer 3-stündigen Show ja ohne Weiteres vorkommen kann. Spannung, Spaß und gute Laune bis zum Schluss. Die Fans taten alles um Tobi zu überzeugen, möglichst bald wieder in Osnabrück zu spielen, denn es war das erste Mal. Diesmal eben mal nicht Bremen („Bremen ist ja auch viel kleiner.“) Bestimmt nicht das letzte Mal. Es war ein Abend der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Verfasser des Artikel: Jens-Peter Topp

Mehr Bilder der Show gibt es hier zu finden: https://www.metalglory.com/gallery/avantasia-moonglow-world-tour-12-04-2019-osnabrueck-halle/

Setlist:

Freude Schöner Götterfunken (Intro)
Ghost In The Moon
Starlight
Book Of Shallows
The Raven Child
Lucifer
Alchemy
Invincible
Reach Out For The Light
Moonglow
Maniac
Dying For An Angel
Lavender
The Story Ain’t Over
The Scarecrow
Promised Land
Twisted Mind
Avantasia
Let The Storm Descend Upon You
Master Of The Pendulum
Shelter From The Rain
Mystery Of A Blood Red Rose
Lost In Space

Encore:

Farewell
Sign Of The Cross/The Seven Angels

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