Institute (USA) – Distort Yourself
Institute – "Distort Yourself": Ein unterschätzter Ausflug von Gavin Rossdale
Als Gavin Rossdale 2004 während einer kreativen Pause von Bush das Projekt Institute gründete, erwarteten viele vermutlich eine Art Bush 2.0. Ganz falsch ist dieser Eindruck nicht – Rossdales markante Stimme und sein Gespür für melancholische Rockmelodien sind natürlich weiterhin deutlich zu erkennen. Trotzdem ist „Distort Yourself“ mehr als nur ein Nebenprojekt. Das Album zeigt einen Sänger, der sich musikalisch etwas freier bewegen wollte und dabei eine angenehm direkte, manchmal raue Alternative-Rock-Platte ablieferte. Nun wird dieses Kleinod des Alternative Rock mit 4 Bonus Tracks neu aufgelegt.
Schon die Besetzung machte neugierig: Gitarrist Chris Traynor, Bassist Cache Tolman und zunächst Schlagzeuger Josh Freese brachten reichlich Erfahrung und musikalisches Gewicht mit. Freese war allerdings nur kurze Zeit Teil von Institute. Für die Aufnahmen von „Distort Yourself“ übernahm Charlie Walker das Schlagzeug, der anschließend dauerhaft seinen Platz in der Band einnahm. Diese wechselvolle Entstehungsgeschichte hört man dem Album allerdings nicht unbedingt an – die Songs wirken erstaunlich geschlossen und konzentriert.
Der Einstieg mit „Bullet-Proof Skin“ macht sofort klar, wohin die Reise geht: druckvolle Gitarren, ein treibender Rhythmus und Rossdales leicht angekratzter Gesang. Besonders stark ist „Boom Box“, das mit seinem kantigen Riff und dem eingängigen Refrain zu den Highlights des Albums gehört. Auch „Waves“ überzeugt mit einer Mischung aus Spannung und großen Melodien, während „The Heat“ und „Seventh Wave“ die rockige Seite von Institute betonen.
Ganz ohne Schwächen kommt „Distort Yourself“ allerdings nicht aus. Einige Songs ähneln sich in ihrer Grundstimmung, und nicht jeder Refrain bleibt dauerhaft im Gedächtnis. Außerdem fehlt dem Album an manchen Stellen die ganz große Eigenständigkeit. Wer Bush kennt, wird viele vertraute Elemente wiederfinden: die düstere Atmosphäre, die hymnischen Refrains und Rossdales Hang zum dramatischen Pathos.
Trotzdem funktioniert „Distort Yourself“ als eigenständiges Album überraschend gut. Es ist keine radikale Neuerfindung, sondern eine solide, gut produzierte Rockplatte mit Energie und Gefühl. Institute gelang damit ein kurzweiliges Debüt, das heute vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.
Fazit: Für Bush-Fans ist das Album ohnehin Pflichtprogramm – aber auch Anhänger des Alternative Rock der frühen 2000er dürften hier einiges entdecken.
- Bulletproof Ski
- When Animalsn Attack
- Come On Over
- Information Age
- Wasteland
- Boom Box
- Seventh Wave
- The Heat Of Your Love
- Ambulances
- Secrets And Lies
- Mountains
- Save The Robots
- The Buzz Of My System (Bonus Track)
- S.S.T. (Bonus Track)
- The Art Of Walking (Bonus Track)
- God Gave Us Land (Bonus Track)
Label: earMUSIC/Edel
VÖ: 06.11.2026
Laufzeit: 64:48 Min.
Herkunft: USA
Stil: Alternative Rock



