DEATH WOLF – „IV: Come The Dark“

DEATH WOLF – „IV: Come The Dark“

📁 Allgemein, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔24.Januar 2020
DEATH WOLF – „IV: Come The Dark“

DEATH WOLF – „IV: Come The Dark“

Label: Blooddawn Productions / Regain Records

Laufzeit: 41:20 min

VÖ: 10.12.2019

Genre: harter, dunkler Rock voller Energie und Gefühl – grandios!

DEATH WOLF drehen auf ihrem Viertling „IV: Come The Dark“ ganz ordentlich an den Stellschrauben ihrer Musik. Dem bisher deutlich mehr in Richtung Horrorpunk und Gothic driftenden Düsterrock wurde eine kräftige Dosis Schmutz, Härte und Epik verabreicht. Es mag nicht jedem der alten Fans gefallen, wenn die Riffs deutlich brachialer und fieser daherkommen, wenn der Groove zwar weitgehend im gehobenen Midtempo bleibt, aber das Schlagzeug deutlich druckvoller und zwingender die drei anderen Herren vor sich her treibt. Und auch Herr Valentin Mellström klingt heuer deutlich weniger nach dem Schinkengott Glenn Danzig, sondern hat fleißig Whisky gegurgelt und rotzt uns seinen Gesang deutlich roher, kraftvoller, aggressiver und wütender entgegen. Dabei schwingt stets diese unvergleichliche Melancholie in seiner Stimme mit, die er in melodische Gesangslinien und eingängige Refrains einfließen lässt. Es ist nicht zuletzt diese Gabe, die DEATH WOLF zu etwas ganz eigenem machen. Aufgewertet wird das alles zudem vom prägnanten Bass des Herrn Morgan Håkansson. Der ist nicht nur wuchtig und verdammt breitbeinig, sondern gibt den Songs auch stets genau das, was sie brauchen. So muss ein Bass klingen und agieren.

Aus all ihrem musikalischen Können und ihrer kompositorischen Klasse erschaffen DEATH WOLF so eingängige wie jederzeit interessante und überraschende Lieder. „Edge of the Forest“, „Empower the Flame“ und „Iron & Flame“ glänzen mit einem brutalen Groove, der sich stoisch voranwälzt, und werden von fetten Riffs und einem voluminösen Gesang getragen. „Into the Woods“ und das abschließende „Conquerors Dance“ schlagen in ihrer sich aus Reduktion und klagendem Gesang erhebenden Dunkelheit die Brücke in die Vergangenheit. Es sind aber gerade die sich mit melancholischem Gesang und einer herzzerreißenden Traurigkeit in meine Seele und mein Herz grabenden „Funeral Pyre“, „Serpents Hall“ und das etwas härtere „Speak Through Fire“, die mich tief berühren und für mich DEATH WOLF über viele andere Bands hinausheben, die ebenfalls harten dunklen Rock machen. Und dann gibt es mit „The Sword“ noch einen echten Hit, der mich mit seinem einprägsamen Riff und seinem wunderbar eingängigen Refrain gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen hat.

Fazit: DEATH WOLF beweisen mit „IV: Come The Dark“, dass sie nun zu den ganz Großen gehören, wenn es um harte, schwere, energetische, dunkle Rockmusik an der Grenze zum Heavy Metal geht. Bands wie Mustasch, Spiritual Beggars, Danzig, aber auch Grand Magus sind gute Anhaltspunkte, was Art, Qualität und Attitüde betrifft. Das ist Musik voller Leidenschaft, Hingabe, Emotionalität und Kraft. Das begeistert und macht Spaß. Und was kann uns Musik mehr geben?! Ich kann nur sagen: Sofort anhören – und an Euch meine Herren von DEATH WOLF, vielen Dank!

Liederliste:

1. With Hate (3:33)
2. Edge of the Forest (4:15)
3. Empower the Flame (3:23)
4. The Sword (3:40)
5. Funeral Pyre (3:36)
6. The Executioners Song (4:13)
7. Speak Through Fire (4:38)
8. Serpents Hall (3:07)
9. Into the Woods (3:41)
10. Iron & Flame (2:17)
11. Conquerors Dance (4:57)

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