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Corey Taylor (USA) – CMFT

In Zeiten der Pandemie kann man als Künstler Däumchen drehend zu Hause faul auf der Couch liegen oder sich

Corey Taylor (USA) – CMFT

In Zeiten der Pandemie kann man als Künstler Däumchen drehend zu Hause faul auf der Couch liegen oder sich einfach mal eben musikalisch selbstverwirklichen. Slipknot und Stone Sour sind seine Heimat und doch wollte Frontmann Corey Taylor schon immer mal etwas anderes machen, sich von den einengenden Korsetts seiner Bands befreien. Mit dem bedeutungsschwangeren Titel „CMFT“ (Corey Mother Fuckin’ Taylor) hat er nun ein Album herausgebracht, das mit seinen Bands absolut Null zu tun hat.

Ist man ansonsten von ihm eher die härtere Gangart gewohnt, gibt er sich hier auch mal als Countryrocker, zeigt, dass er auch rappen kann oder auch eine Heimat in popaffinen Songstrukturen hat. So finden sich aber auch Anleihen bei Punk, Hardrock und Southern Rock, zeigen, dass Taylor sich einen feuchten Kericht darum schert, was von ihm erwartet wird. Größer kann man künstlerische Freiheit wohl kaum schreiben. Der musikalische Spagat zwischen den mehr als unterschiedlichen Welten ist vielleicht ein gewagter. Doch er macht auf der anderen Seite auch deutlich, dass man Musik nicht immer katalogisieren muss, sie nicht immer nur einem speziellen Genre zuordnen kann. Taylor zeigt diese immense Vielfältigkeit, die er bereits im Vorfeld angedeutet hatte und so manches erahnen ließ.

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Doch Taylor wäre nicht Taylor, wenn die Songs nicht allesamt eine dermaßen hohe Melodiedichte aufweisen würden, die diese Differenzen mal eben ganz spielend ausgleichen. Nahezu jeder Song ist ein Treffer, würde sich als Singleauskopplung eignen und mit Sicherheit ganz vorne in den Playlists zu finden sein. Der wilde Ritt durch die Genres zeigt aber dennoch einen gewissen roten Faden auf, der sich durch das Album zieht und die Songs in ihrer Eigenständigkeit gekonnt miteinander verbindet. Langeweile? Gibt es nicht. „CMFT“ ist sicher eine Anbiederung an das Formatradio und bietet dennoch dermaßen viel Abwechslung, dass man selbst als Fan seiner Hauptbeschäftigungen hier eine neue Welt, einen neue Corey Mother Fucking Taylor, entdecken kann. Hut ab vor so viel Mut. Eine erfrischende Chuzpe hat der Mann auf jeden Fall.

Fazit: Ein Album, das vermutlich spalten wird und dennoch dermaßen Hitpotential besitzt und dadurch einfach nur Spaß macht.

  1. HWY 666
  2. Black Eyes Blue
  3. Samantha’s Gone
  4. Meine Lux
  5. Halfway Down
  6. Silverfish
  7. Kansas
  8. Culture Head
  9. Everybody Dies On My Birthday
  10. The Maria Fire
  11. Home
  12. CMFT Must Be Stopped (feat. Tech N9ne and Kid Bookie)
  13. European Tour Bus Bathroom Song

Label: Roadrunner Records

VÖ: 02.10.2020

Laufzeit: 47:44 Min.

Herkunft: USA

Stil: Rock/Metal

Webseite: https://www.thecoreytaylor.com/

Facebook: https://www.facebook.com/TheCoreyTaylor/

 

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