ILLUM ADORA – „…Of Serpentine Forces“

ILLUM ADORA – „…Of Serpentine Forces“

📁 Allgemein, Reviews 🕔10.Juni 2019
ILLUM ADORA – „…Of Serpentine Forces“

ILLUM ADORA – „…Of Serpentine Forces“

Label: Folter Records

Laufzeit: 40:45 min

VÖ: 22.02.2019

Genre: großartiger Black Metal zwischen Raserei und Melodie

Nach einigen kleineren Veröffentlichungen legt Mr. Hurricane Hellfukker mit seiner Band ILLUM ADORA nun das Albumdebüt „…Of Serpentine Forces“ vor. Und das vorab: Damit ist ihm eine wirklich großartige Scheibe voller wuchtigem und melodiösem Black Metal gelungen.

Dabei mäandern ILLUM ADORA gekonnt zwischen harscher Raserei („Dominions of Spheres Beyond“, „Nihil Negativum“) und massivem Groove („…of Serpentine Forces“, „Hic Sunt Dracones“). Da gibt es wabernde Riffstürme, kalt flimmernd und finster wirbelnd, vorangepeitscht von einem hastigen, fiebrigen Schlagzeug, das im Blastbeat hektisch galoppiert, um sich im nächsten Moment brutal voranzuwalzen. Darüber wütet eine hasserfüllt krächzende Stimme, bösartig, entschlossen, grimmig. Und dann erklingen aus diesem gewaltigen Sturm immer wieder eingängige und berührende Melodien („Clashing of Swords“, „Forever Dying but Never Dead“, „Slaves to Existence“), die sehr traditionell, ja mittelalterlich wirken und eine archaische, naturbelassene Stimmung heraufbeschwören. Das riecht und schmeckt nach längst vergangenen Zeiten, nach althergebrachten Ritualen, nach Feuer, Ruß und mystischen Gesängen. Emotionaler Höhepunkt ist dann das abschließende „Tiusche Man in Wieße Thorn“, in dem sich mystische Erhabenheit zu einer wahrhaft majestätischen Größe erhebt und sich schließlich über dunklen Wäldern in den Kosmos hinausschwebend verliert. Das ist pure Magie.

So traditionell und orthodox im besten Sinne ILLUM ADORA ihre Musik auch gestalten, das ist weit entfernt von Gleichförmigkeit oder Monotonie. Im Gegenteil, es gelingt Mr. Hellfukker und seinen Mannen immer wieder, mit schicken Details für Spannung und Lebendigkeit zu sorgen. Da wird am Ende von „Nihil Negativum“ ein klassisches Heavy Metal Riffs ausgepackt, da überraschen die Gitarren mit einem dissonanten Flirren über einem stoisch voranmarschierenden Schlagzeug in „Hic Sunt Dracones“, da erfreut uns in „Slaves to Existence“ ein wilder Uffta-Beat und ein völlig krankes Solo, bevor uns eine Stimme „Prometheus“ zitierend aus dem Song entlässt. Und „Under the Iron of the Moon“ krawallt sich als gewalttätig rumpelnde Thrashattacke in bester deutscher Tradition (Sodom irgendwer?) in unsere Ohren.

Fazit: ILLUM ADORA haben mit „…Of Serpentine Forces“ ein Album vorgelegt, das erfrischend altmodischen Black Metal bietet. Vor allem aber gelingt ihrer Musik etwas, was viel zu oft fehlt: Sie berührt, sie erschafft Bilder, sie umarmt, sie erstrahlt tief in uns. Zu jeder Sekunde sind hier Leidenschaft, Hingabe und ehrlicher Respekt zu spüren. Ich kann nur sagen: Danke, und weiter so, Mr. Hellfukker!

Liederliste:

1. Dominions of Spheres Beyond (5:26)
2. Clashing of Swords (5:15)
3. Forever Dying but Never Dead (4:43)
4. …of Serpentine Forces (4:23)
5. Nihil Negativum (4:14)
6. Hic Sunt Dracones (5:42)
7. Slaves to Existence (4:28)
8. Under the Iron of the Moon (4:21)
9. Tiusche Man in Wieße Thorn (2:13)

Quelle Bild: Folter Records Shop

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