WITCHFUCK – „Disgusting Rock’n’Roll“ (EP)

WITCHFUCK – „Disgusting Rock’n’Roll“ (EP)

📁 Allgemein, Reviews 🕔30.Dezember 2018
WITCHFUCK – „Disgusting Rock’n’Roll“ (EP)

WITCHFUCK – „Disgusting Rock’n’Roll“ (EP)

Label: Old Temple

Laufzeit: 13:20 min

VÖ: 21.10.2017

Genre: Thrash Black Metal Punks der wunderschön räudigsten Sorte

WITCHFUCK kommen aus Polen und haben 2017 mit „Disgusting Rock’n’Roll“ ihr erstes offizielles Lebenszeichen veröffentlicht. Und allein für den Titel gibt es kräftigen Applaus, denn der trifft das, was uns die vier Herren mit ihren wunderhübschen Namen übelgelaunt vor den Latz knallen, wie die berühmte Faust aufs Auge.

Zu hören gibt es ein fieses, räudiges, schmieriges, angepisstes, krawalliges, primitives, schäbiges, versifftes Gebräu aus Black Metal, Thrash, Punk und Rock’n’Roll. Und ich kann nur sagen: Das schmeckt verdammt lecker, jawoll. Die Riffs sind so simpel wie eingängig, und Herr BeerTerror beweist, wie man aus aus sechs Gitarrensaiten eine Menge Spaß, Freude und wilden Humor herausschrubben kann. Ganz große Kunst sind aber die völlig kranken Soli, die einem quäkend und brüllend aus einem verhallten Nebel wie eine irre Katze mitten in die Fresse springen und fauchend das Gesicht zerkratzen. Ich könnte heulen vor Freude! Darunter wummert der Bass wie eine Meute gewalttätiger Rentner am Montagmorgen bei der Öffnung des Supermarktes, wenn es Werkzeug im Angebot gibt. Und das Schlagzeug rumpelt und bollert so ungestüm und hysterisch durch die Lieder wie ein Mofa über ein Stoppelfeld. Und darüber rotzt, furzt, schreit, krakeelt, würgt, rülpst und spuckt (ja, am Ende von „Disgusting Rock’n’Roll“ und „Violence Now“) sich der Herr Hellscreamaross mit einer fröhlichen und ansteckenden Inbrunst durch die Lieder, dass man sich dem einfach nicht entziehen kann. Und nebenbei verbraucht er einen ganzen Jahresvorrat an „Fuck“. Und genau so muss das! Dazu kommt ein roher und derber Sound, der die assige Stimmung der ganzen Chose in einer ungekünstelten und simplen Direktheit einfängt und potenziert. Das alles ergibt dann drei eigene Lieder, in denen die rohe und gewalttätige Attitüde von WITCHFUCK als pure Essenz kurz und knackig auf den Punkt gebracht wird. Lediglich das abschließende Cover von GG Allin und Antiseen ist deutlich zu lang geraten (wie ja auch schon das Original). Stört mich das? Nein, denn unglaublichen Spaß macht das alles trotzdem.

Fazit: WITCHFUCK haben mit ihrem Debüt „Disgusting Rock’n’Roll“ in vier Liedern alles gesagt und lassen keine Wünsche offen. Das ist angepisst, brutal, dreckig und fies, eben wirklich und ehrlich „disgusting“! Und nun meine Herren, nach meinem Applaus, ran ans Werk, denn ich will nur noch eines: viel mehr von allem, viel mehr Spaß, viel mehr Perversion, viel mehr WITCHFUCK!

Liederliste:

1. Disgusting Rock’n’Roll (3:30)
2. Bad Deadly Bar (2:40)
3. Unholy Cunt (3:04)
4. Violence Now (GG Allin & Antiseen Cover) (4:06)

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