SKÁLD – „Vikings Chant“

SKÁLD – „Vikings Chant“

📁 Allgemein, Reviews 🕔18.Februar 2019
SKÁLD – „Vikings Chant“

SKÁLD – „Vikings Chant“

Label: Decca Records / Universal Music Publishing

Laufzeit: 37:28 min

VÖ: 18.01.2019

Genre: Nordic Epic Folk voller Wikinger und Atmosphäre

SKÁLD sind eine französische Band, die mit „Vikings Chant“ ihr Debüt veröffentlichen. Zu hören gibt es nebst einem Intro zwölf Lieder, die musikalisch und textlich tief eintauchen in die nordische Mythologie. Ist das Metal? Nein. Ist das atmosphärisch, faszinierend und wunderschön? Ja, verdammt, das ist es.

Die Referenzen nennen wir dieses Mal zuerst, denn Wardruna, aber auch Skuggsja sowie Ivar Bjørnson & Einar Selvik sind einfach zu offensichtlich, als dass ich sie hier nicht nennen dürfte. Und SKÁLD müssen sich hinter den Genannten nicht verstecken. Das liegt an den drei mächtigen Säulen, auf denen die Band ihre Musik in den schweren nordischen Boden rammt: der Gesang, die Melodien, die Instrumentierung.

Instrumental glänzen SKÁLD mit dem variablen Einsatz von allerlei wohl authentischen Blas-, Zupf- und Fidelinstrumenten, die mir zwar alle sämtlich unbekannt sind, die aber stets für farbige und naturbelassene Töne sorgen. Glanzstück sind aber die Trommeln und sonstigen Perkussionsinstrumente. Denn mit denen sorgen SKÁLD für kompositorischen Zusammenhalt und einen kraftvollen rhythmischen Unterbau, der bestes Tribal-Drumming darstellt. Darüber agieren mehrere Stimmen. Neben einer filigran schwebenden Frauenstimme, die fein ziseliert ihre traumhaften Melodiebögen darbietet, sorgen Männerstimmen, manchmal auch im Chor, für Breite, Raum und Energie. Die Lieder sind allesamt in Altnordisch gehalten, was ich selbst nicht erkenne, sich aber gut in das Gesamtkonzept (inklusive Bekleidung, Cover und Runensymbolik) einfügt.

Auf diesen drei Säulen steht ein musikalisches Gesamtwerk, das vor allem auf Gefühle, Atmosphäre und Aura setzt. Und das passiert nahezu meisterhaft. An allen Ecken und Enden ist die Musik eingängig, voller dunkler und mystischer Harmonien, die sich über den hart angeschlagenen und treibende Rhythmen erzeugenden Trommeln in luftige Höhen schwingen, sich umschlingen, liebkosen und zu einem Melodiestrom vereinigen, der sich hypnotisch in Herz und Seele einschmeichelt und sich bis zu einem regelrecht tranceartigen Rausch zu steigern vermag. Das gipfelt in solch mitreißenden und berührenden Liedern wie „Rún“, „Ó Valhalla“ und Ódinn“ und dem so lebendigen wie bewegenden „Gleipnir“, das mit einer aufregenden und funkensprühenden Dramaturgie zu begeistern weiß.

Fazit: SKÁLD legen mit „Vikings Chant“ ein furioses, packendes und tiefgründiges Werk vor, das spirituelle Neugier, mystischen Nebel und nordische Magie zu großer Musik verbindet. Das ist wahrhaft, ehrlich und Beweis einer unbändigen Liebe zur Natur und ihren Geistern. Hier heißt es: Musik anmachen, die Arme im Wind ausbreiten und sich tief fallen lassen. Ihr werdet dafür belohnt werden, das ist ein Versprechen! Herzlich Willkommen SKÁLD, schön dass Ihr da seid, möget Ihr lange leben!

Liederliste:

1. Enn átti Loki fleiri börn (01:23)
2. Rún (02:40)
3. Valfreyjudrápa (03:06)
4. Níu (03:05)
5. Flúga (02:32)
6. Gleipnir (04:07)
7. Krákumál (03:20)
8. Ó Valhalla (03:35)
9. Ec man iötna (01:59)
10. Yggdrasill (03:34)
11. Ódinn (03:08)
12. Ginnunga (04:08)
13. Jóga (03:34)

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