SIX FEET UNDER – „Next To Die“
SIX FEET UNDER – „Next To Die“ Label: Metal Blade Records Laufzeit: 45:56 min VÖ: 24.04.2026 Genre: SIX FEET
SIX FEET UNDER – „Next To Die“
Label: Metal Blade Records
Laufzeit: 45:56 min
VÖ: 24.04.2026
Genre: SIX FEET UNDER eben!
Die offensichtlich unsterblichen SIX FEET UNDER beehren uns mit einem neuen Album namens „Next To Die“. Lässt man die drei Frechheiten der Graveyard Classics beiseite, ist das bereits Album Nummer 15 und zudem Nummer 3 mit dem alten Cannibal Corpse Kumpanen Jack Owen an der Gitarre, der ja 2017 an die Seite des Grunzmeisters Chris Barnes zurückgekehrt ist. Und das ist sehr erfreulich, manifestiert sich doch bereits ab der ersten Sekunde sein einzigartiger Riff-Stil klar heraus. Es gibt also eine Menge Signature-Riffs zu hören, die unverkennbar an die guten alten Zeiten des Death Metal erinnern.
Auf der Habenseite stehen ein paar richtig gute Songs, die mit ordentlich Tempo und Wumms um die Ecke biegen und sich wohltuend von dem aus den letzten Jahren leider viel zu oft herausgerotzten Midtempo-Einerlei abheben. Dies betrifft insbesondere die beiden vorab veröffentlichten „Unmistakable Smell of Death“ und „Mutilated Corpse in the Woods“, die bei aller erwarteten und auch erwartbaren Stumpfheit und Grobschlächtigkeit, die SIX FEET UNDER ja auch gerade ausmachen, abwechslungsreich über die Hörenden herfallen. Das beginnt beim Tempo und setzt sich fort mit schick abgestoppten Riffs, ebenso schicken Gitarrensoli, einer an allen Instrumenten äußerst präzisen Performance und einer wirklich herausragenden Schlagzeugarbeit. Auch „Mister Blood and Guts“ und „Wrath and Terror Takes Command“ sind echte Brecher. Zudem ist festzuhalten, dass Mister Barnes mit einer deutlich kräftigeren Stimme als auf den letzten beiden Scheiben grunzgrowlt und dabei auch wieder spürbar Energie versprüht. Das tut der Musik hörbar gut. Auch der Sound weiß zu überzeugen, ist er doch warm und organisch, ohne es an Transparenz und Druck mangeln zu lassen.
Also alles gut im SIX FEET UNDER Land? Nun ja. Leider gibt es auch wieder Songs, in denen die Kritikpunkte der letzten Jahre viel zu deutlich in die Ohren springen. Das beginnt mit einer oftmals viel zu leicht durchschaubaren Songstruktur: Es ist nie gut, wenn zu jeder Sekunde die Gewissheit herrscht, was als nächstes passiert, wann der Gesang wie einsetzt, welches Riff folgen wird und wie es vom Schlagzeug betont wird. Dazu gibt es leider zu viele Riffs vom Grabbeltisch, gut, ja, aber eben vermeintlich schon tausende Male irgendwie irgendwo gehört. Das gilt etwa für „Skin Coffins“ oder „Grasped from Beyond“, und auch das abschließende „Ill Wishes“, das wohl irgendwie eine düstere Atmosphäre erzeugen will, vermag nicht zu überzeugen.
Fazit: Im Ergebnis ist „Next To Die“ eine zweifellos gute Scheibe, der es jedoch gutgetan hätte, unter Verzicht auf einige Lieder von der Stange etwas gestrafft zu werden. Mister Barnes wird das alles herrlich egal sein, der zieht seit Jahren mit SIX FEET UNDER sein Ding kompromisslos durch. Und der Erfolg gibt ihm Recht, sind doch die Touren stets gut besucht von seiner offensichtlich unverbrüchlichen Anhängerschaft. Und schließlich sei der Band zugutegehalten, dass der ewige Vergleich mit den frühen Glanztaten bei kaum einer anderen Truppe so oft und so ungerecht hervorgekramt wird wie bei SIX FEET UNDER. Lässt man dies beiseite, ist „Next To Die“ schlicht ein gutes Death Metal Album. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Liederliste:
- Approach Your Grave (4:53)
- Destroyed Remains (5:00)
- Mister Blood and Guts (2:41)
- Mutilated Corpse in the Woods (3:35)
- Unmistakable Smell of Death (3:38)
- Wrath and Terror Takes Command (4:38)
- Skin Coffins (3:32)
- Mind Hell (2:48)
- Naked and Dismembered (3:06)
- Grasped from Beyond (4:16)
- Next to Die (3:24)
- Ill Wishes (4:25)
Quelle & © Bilder/Info/Clips: Six Feet Under / Metal Blade Records

