SANGUISUGABOGG – „Tortured Whole“

SANGUISUGABOGG – „Tortured Whole“

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔06.April 2021
SANGUISUGABOGG – „Tortured Whole“

SANGUISUGABOGG – „Tortured Whole“

Genre: Höhlenmenschen-Death-Metal par excellence

Century Media haben mal wieder alles richtig gemacht und vier Herren aus Columbus in Ohio unter ihre Fittiche genommen. Der Vierer hört auf den wunderschönen Namen SANGUISUGABOGG und zeigt nicht nur damit, sondern auch mit Liedtiteln wie „Dick Filet“ oder „Urinary Ichor“ und einem Bandlogo wie ein abfotografierter Misthaufen, dass es neben aller derben Brutalität nicht an einem erfrischenden Maß Humor mangelt.

Zu hören gibt es einen düsteren Höhlenmenschen-Death-Metal, der garstig, böse und gemein daherkommt. Das Tempo hält sich zumeist in einem schwerfällig walzenden Midtempo, das Mr. Davidson am Schlagzeug durch ein überaus variantenreiches Spiel dennoch überraschend und spannend gestaltet. Eine Etage darunter röhren die tief gestimmten Gitarren ihre eingängigen Riffs wie brünftige Hirsche auf einer nebeldampfenden Wiese. Und nochmal drei Etagen darunter rülpst sich Mr. Swank mit einer verdammt tiefen Grabesstimme durch die Lieder, dass es eine wahre Freude ist. Zwar reitet mir die Stimme zu oft monoton auf dem Riff durch die Songs, was letztlich für eine gewisse Stumpfheit sorgt, kann aber mit ihrer fiesen Galligkeit überzeugen. Dazu passend watet der Sound meterdick durch zähfließenden warmen Schlamm und türmt die Gitarren zu wahren Riffgebirgen auf. Dazu wird dem Gesang ein ganzer Sack Hall spendiert, und die Snare klöppelt wunderbar wie im Hardcore.

Die Lieder sind klar strukturiert und kommen schnell auf den Punkt. Malmende Hassbrocken wie „Gored in the Chest“, „Dragged by a Truck“, „Dick Filet“ oder das großartige „Dead as Shit“ brauchen nur selten mehr als drei Minuten, um das zu sagen, zu kotzen, zu rüpeln, was eben gesagt, gekotzt, gerüpelt werden muss. Punkt. Dazu werden mit „Pornographic“ und „Interlube“ zwei Synthie-Zwischenstücke eingeschoben, bei denen vor allem das erstere in seiner schmierigen Weichzeichner-Schnulzigkeit an die Softpornos eines David Hamilton erinnert. Grandios.

Fazit: SANGUISUGABOGG erfüllen mit „Tortured Whole“ jedes wunderbare Klischee des Caverndeath. Und deshalb macht die ganze Sache viel Spaß und wird die Herzen der Fans mit ganz viel Liebe erfüllen. Das ist brutal, krank, makaber und Old School, das ist Death Metal, simpel, stumpf, gespielt voller Inbrunst und Hingabe. Das ist räudiger, asozialer heißer Scheiß. Wer Autopsy, Unaussprechlichen Kulten oder Diocletian mag, der wird auch SANGUISUGABOGG abfeiern. Versprochen.

Liederliste:

1. Menstrual Envy (3:09)
2. Gored in the Chest (2:59)
3. Dragged by a Truck (2:32)
4. Pornographic (2:06)
5. Dead as Shit (4:12)
6. Tortured Whole (5:13)
7. Interlube (2:29)
8. Dick Filet (3:07)
9. Urinary Ichor (2:41)
10. Posthumous Compersion (1:05)
11. Felching Filth (4:20)

Label: Century Media Records

Laufzeit: 33:53 min

VÖ: 26.03.2021

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