OUL – antipode

OUL – antipode

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔31.Mai 2018
OUL – antipode

OUL (D) „antipode“
VÖ: 13.04.18
44 Min.
Label: Golden Church
Genre: Dark Wave/Shoegaze/Synthie-Gothic-Pop

 

Was für ein wunderschönes Debütalbum!

Es stimmt mich ein wenig traurig, dass ich „antipode“ erst über einen Monat nach der Veröffentlichung kennenlerne. Doch umso schöner ist es, dass ich die CD kaum aus dem Player bekomme. So ergreifend, schön und nennen wir es ruhig (mit dem euphonischen Wort) „wohlklingend“ kommen die Songs von OUL bei mir an.
Sicherlich ist es nicht neu, ein neues Genre o.ä., was hier in einer knappen Dreiviertelstunde präsentiert wird, aber es klingt so leidenschaftlich, vielseitig und authentisch, dass man sich dem eben nicht so einfach entziehen kann. Daher bin ich froh, dass ich eher durch Zufall, nein, durch einen Tipp eines Freundes* auf das Soloprojekt von Allen B. Konstanz (The Vision Bleak, Ewigheim, Emyprium usw.) aufmerksam geworden bin.

Dark Wave meets Synthie-Pop bilden bei „antipode“ durchaus die Grundlage; viel wohlbekannte, eingängige, ausdehnende Synthie-Samples, Drumcomputer und düstere Pianoklängen – und obendrein eine prägnante, ruhig-getragene Stimme von Allen B.!
Ja, seine Fans werden sicherlich wissen, dass er mit Bands wie Sister Of Mercy oder Fields Of The Nephilim einiges anfangen kann und nun unüberhörbar einen Einfluss auf dieses Projekt hatten. Die guten alten 1980er Jahre des Wave sind allgegenwärtig, auch wenn der erste Song, nach dem düsteren Intro durchaus aufzeigt, dass er eben auch bei The Vision Bleak für einige instrumentale Tastenklänge verantwortlich ist. Doch auch Bands wie u.a. Anne Clark, New Order, Camouflage, Laibach, Joy Division oder Sundown, Tiamat, Anathema, Antimatter als auch Glenn Danzigs „Black Aria“-Projekt dürften als Einfluss oder zumindest Vergleich bei diesem Projekt mitgenannt werden.

Jeden einzelnen Song auseinandernehmen möchte ich nicht, ist unnötig. Aber nicht verschweigen möchte ich zumindest „My Elegy“ mit dem wunderschönen Pinoaeinsatz und gewissen Anathema-Nightingale-Filmmusik-Feeling oder „With a Fire“, welcher wie eine Zusammenarbeit von Allen B. mit Dan Swanö; denn zu dem Goth-Wave-Sisters-Feeling gesellen sich ein weiblicher Chorgesang und (endlich auch mal!) rockigen Gitarreneinsatz, wodurch mich das Ganze an so etwas wie Edge Of Sanitys „Sacrifice“ erinnert. Wunderbar.
Es gibt viele Facetten des Dark-Gothic-EBM-Wave-Pop auf diesem Debütalbum zu entdecken, was es meiner Meinung so spannend macht. Andererseits wird es auch einige geben, sie sich fragen könnten, wohin nun die Reise von OUL gehen soll und eben vieles simpel als auch nicht neuartig erscheint?! Aber das sind Fragen, die mich zunächst einmal überhaupt nicht interessieren, denn das Album hat seine starke Wave-Wirkung, obwohl es auch aus den 1980er Jahren hätten sein können.
Und viel spannender wäre zu wissen, ob OUL auch eine Tour planen und es irgendwann ein Nachfolgealbum geben wird?! Denn, Tourneen mit Künstlern wie u.a. Anathema, King Dude, Sivert Hoyem, Grave Pleasures als auch Camouflage wären sicherlich passend und die nächsten Jahre beim WGT, M´era Luna, Autumn Moon und Co. sind ohnehin Pflicht!

Fazit:
Stark, vielseitig & authentisch! Durchaus (noch) ein Geheimtipp* für Fans des Synthie-Goth-New-Wave!

„antipode“ erscheint als Digipak und MC!

offizielle Clips:

 

 

https://oul666.bigcartel.com
https://www.facebook.com/oulofficial/

*DANKE Jens!!!

 

Tracklist:
1. Void And Dark
2. The Apocalypse
3. Dwell On The Other Side
4. You Are All
5. My Elegy
6. With A Fire
7. On Elephants
8. Let It Flow Again
9. The Antipode
10. The Beauty Of The Snow
11. Glassy Bubble-Shell

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