Night Laser (D) – Rats In The Cradle
Zwei Jahre nach „Call Me What You Want“ legen Night Laser mit „Rats In The Cradle“ erneut nach –
Zwei Jahre nach „Call Me What You Want“ legen Night Laser mit „Rats In The Cradle“ erneut nach – und tatsächlich wirkt es, als hätte die Hamburger Glam’n’Sleaze-Metal-Band noch einmal ordentlich den Turbo gezündet. Das am 25. September 2026 über Steamhammer/Open erscheinende Album zeigt eine Gruppe, die ihren Stil gefunden hat, ohne sich dabei in eine musikalische Schublade zu sperren.
Night Laser bleiben ihrem dreckigen, selbstbewussten Sleaze-Metal treu, erweitern ihr Klangbild aber deutlich. Rock, Metal, Blues und Funk stehen hier nicht nebeneinander, sondern greifen überraschend selbstverständlich ineinander. Sänger Benno Hankers klingt gewohnt markant und charismatisch, während die Band insgesamt wesentlich entschlossener und kompakter auftritt als noch auf den Vorgängern. „Rats In The Cradle“ ist kein glattgebügeltes Hochglanzprodukt, sondern lebt von Ecken, Kanten und einer angenehm direkten und zugleich druckvollen Produktion.
Besonders abwechslungsreich fällt die Songauswahl aus. Die Bluesrock-Ballade „Heart Of The Desert Rose“ zeigt eine gefühlvolle Seite der Band und setzt mit Johnny Gioeli (Hardline, Axel Rudi Pell) einen stimmigen Gastakzent. Der Song besitzt deutlich mehr Wärme als die üblichen Sleaze-Rocker und entwickelt sich zu einem der emotionalen Höhepunkte des Albums. Mit „Defenders“ schlagen Night Laser anschließend die Tür zum Power Metal weit auf. Die Hymne marschiert kraftvoll nach vorne und dürfte live für hochgereckte Fäuste und laute Mitsingchöre sorgen. Deutlich grooviger präsentiert sich „19CR490“, ein druckvoller Mittelfinger an Machtmenschen und selbsternannte Herrscher. Der Track lebt von seinem stampfenden Rhythmus und einer gehörigen Portion Attitüde.
Der Titelsong „Rats In The Cradle“ gehört zu den härtesten Momenten der Platte. Dunkle Atmosphäre, krachende Gitarren und ein unbequemes Thema machen den Song zu einem gelungenen Kontrast zu den glamouröseren Momenten des Albums. Auch „Get Out“ überzeugt mit thrashigen Gitarrenparts, während „Blueberry Gin“ durch die Beiträge von Sascha Paeth eine zusätzliche Heavy-Kante erhält. Produzent Eike Freese hat den handgemachten Charakter der Aufnahmen gut eingefangen. Die Songs klingen druckvoll, aber nicht überpoliert. Man hört, dass hier eine Band gemeinsam im Proberaum gearbeitet und ihre Energie ins Studio übertragen hat. Unterstützung von Corvin Bahn, Lars Rettkowitz und Dirk Schlächter sorgt für reizvolle Farbtupfer, ohne Night Laser den eigenen Sound zu nehmen.
Fazit: „Rats In The Cradle“ ist damit eine überzeugende Weiterentwicklung: abwechslungsreicher, härter und zugleich zugänglicher als bisher. Night Laser beweisen, dass Glam und Sleaze nicht nur aus Klischees bestehen müssen, sondern auch Raum für Blues, Groove und ernste Themen lassen. Ein unterhaltsames, ehrliches und vor allem sehr lebendiges Album – perfekt für alle, die Metal mit Haltung, Spielfreude und einem Augenzwinkern mögen.
- S.T.F.U.
- Make You Mine
- Defenders
- Blueberry Gin (feat. Sascha Paeth)
- Heart Of The Desert Rose (feat. Johnny Gioeli)
- Rats In The Cradle
- Into The West
- 19CR490
- Get Out (feat. Lars Rettkowitz)
- Goddess Of The Sky
- You And Me
Label: Steamhammer/Open Distribution
VÖ: 25.09.2026
Laufzeit: 54:15 Min.
Herkunft: Deutschland
Stil: Hardrock/Glam Metal


