Velveteen Queen (S) – The Greater Good
Velveteen Queen machen auf „The Greater Good“ von der ersten Sekunde an klar, worauf sie Lust haben: Gitarren nach
Velveteen Queen machen auf „The Greater Good“ von der ersten Sekunde an klar, worauf sie Lust haben: Gitarren nach vorn, große Melodien, ordentlich Attitüde und Rock’n’Roll ohne angezogene Handbremse. Die schwedische Band sprüht vor Energie und Schwung – und genau diese positive, beinahe ansteckende Kraft ist es, die das Album so unmittelbar zugänglich macht.
Natürlich sind die Einflüsse der noch jungen Band, gegründet 2022, nicht zu überhören. „The Greater Good“ kanalisiert den selbstbewussten Swagger der großen Sunset-Strip-Ära, würzt ihn mit einer kräftigen Portion Old-School-Guns-N’-Roses-Flair und lässt immer wieder Anklänge an Aerosmith, Velvet Revolver und Hanoi Rocks erkennen. Doch Velveteen Queen kopieren ihre Vorbilder nicht einfach. Ihr Songwriting wirkt frisch, ihre Performance überzeugend, und sie verleihen dem klassischen Glam- und Hardrock eine jugendliche Unbekümmertheit. Das Ergebnis ist weniger nostalgischer Rückblick als vielmehr ein energiegeladener Blick nach vorn. Unter der Regie des renommierten Produzenten Sören Andersen klingt die Platte druckvoll und lebendig. Die Produktion bewahrt die unmittelbare Energie der Band, ohne die Songs unnötig glattzubügeln. Besonders „Too Far Gone“ bringt diese Mischung hervorragend auf den Punkt: Verführerische Riffs treffen auf lässige Maracas-Klänge und einen unwiderstehlichen Groove. Der Song besitzt genau jene Mischung aus Glamour und Rotzigkeit, die man von einer modernen Rock’n’Roll-Band erwartet. „Liar“ schlägt anschließend eine härtere Richtung ein. Tief gestimmte, knallharte Riffs verleihen dem Stück eine verruchte „Bad Boy“-Attitüde, während die Band mit sichtlichem Vergnügen auf dicke Hose macht. Das funktioniert gerade deshalb so gut, weil Velveteen Queen ihren Größenwahn nicht verbissen, sondern mit einem Augenzwinkern präsentieren.
Dass die Band mehr kann als nur rocken, beweist „Chains“. Die gefühlvolle Ballade setzt bewusst auf rohe Emotionen und zeigt eine verletzlichere Seite der Gruppe. Statt sich in überladenem Pathos zu verlieren, bleibt der Song angenehm direkt. Dadurch entsteht ein wohltuender Kontrast zu den treibenden Rocknummern und zugleich ein Beleg dafür, dass Velveteen Queen auch musikalisch genügend Tiefe besitzen. Immer wieder schimmert dabei der Einfluss von Bands wie Guns N’Roses durch.
Fazit: „The Greater Good“ ist kein Album, das seine Einflüsse versteckt – das muss es aber auch nicht. Entscheidend ist, wie selbstbewusst Velveteen Queen daraus etwas Eigenes formen. Die Band steht für eine neue Generation junger Glam-Rocker, die nach dem Guten sucht und es mit großer Geste, viel Leidenschaft und einer rebellischen Attitüde liefert.
- Too Far Gone
- The Greater Good
- Talk Or Walk
- Adrenaline
- Can’t Go Back In Time
- Chains
- It Ain’t Over
- Liar
- Best Of The Best
- Sorry
- Try (To Believe Me)
Label: Silver Lining Music
VÖ: 18.09.2026
Laufzeit: 41:26 Min.
Herkunft: Schweden
Stil: Glam Rock



