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Nickelback (CDN) – Everything Under The Sun

Nickelback – "Everything Under The Sun": Zwischen Arena-Rock und Verletzlichkeit

Nickelback (CDN) – Everything Under The Sun

Nickelback machen auf ihrem elften Studioalbum „Everything Under The Sun“ genau das, was sie seit Jahren besonders gut können: große Rockmomente liefern, eingängige Melodien schreiben und persönliche Geschichten in möglichst stadiontaugliche Formen gießen. Gleichzeitig wirkt die Band hier erstaunlich offen für neue Nuancen. Zwischen wuchtigen Gitarren, lockeren Partyhymnen und nachdenklichen Balladen entsteht ein Album, das tatsächlich viele Facetten des Lebens abbilden möchte – manchmal überzeugend, manchmal etwas vorhersehbar, aber fast immer mit reichlich Energie.

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„Everything Under The Sun“ ist das erste Studioalbum seit 2022 und führt die Band im nächsten Jahr auch endlich mal wieder nach Europa. Für Deutschland sind bisher 4 Shows angekündigt.

Der Einstieg mit „Rattle The Cage“ gelingt eindrucksvoll. Gemeinsam mit John 5 entfesseln Nickelback einen druckvollen Rocksong, der mit treibenden Riffs und einer markanten Hook sofort auf die große Bühne zielt. Der Titel klingt nach Arena, Festival und erhobenen Fäusten – also genau nach jener Umgebung, in der die Band traditionell am stärksten ist. Auch „Last Night Was Fun“ setzt auf diese unkomplizierte Mitsing-Energie. Der Song feiert durchzechte Nächte, schlechte Entscheidungen und die Geschichten, die man später gerne etwas schöner erzählt. Besonders tiefgründig ist das nicht, aber dafür ausgesprochen unterhaltsam.

Spannender wird das Album dort, wo Nickelback ihre verletzlichere Seite zeigen. „Leave Me Behind“ gehört zu den emotionalen Höhepunkten. Der Song handelt von Loyalität und davon, einem Menschen auch in schwierigen Zeiten nicht den Rücken zu kehren. Zusammen mit „Lift Somebody Up“ bildet er einen warmherzigen Gegenpol zu den härteren Stücken. Chad Kroegers Stimme klingt dabei weniger nach routiniertem Rock-Star und mehr nach jemandem, der wirklich etwas zu verlieren hat.

Noch persönlicher wird es in „If I Don’t Go“. Der Titel beschäftigt sich mit Sucht, Selbstzerstörung und dem schwierigen Schritt, vertraute Muster zu verlassen. Nickelback vermeiden hier weitgehend übertriebene Dramatik und lassen die Geschichte für sich sprechen. Gerade deshalb wirkt der Song glaubwürdig. „Make Me Love You“ schlägt in eine ähnliche Richtung, konzentriert sich jedoch auf die Unsicherheit, die entsteht, wenn man sich emotional auf einen anderen Menschen einlässt und bietet mit seinem fast schon Mitschunkelfaktor für eine Hymne, die in den großen Arenen sicher viel Aufmerkasmkeit bekommen würde. „Bottled Dreams“ ergänzt diese nachdenkliche Seite mit einem vorsichtigen Schimmer Hoffnung.

Natürlich bleibt nicht jeder Moment gleich stark. Manche Arrangements folgen bekannten Nickelback-Rezepten, und gelegentlich hat man das Gefühl, bestimmte Refrains schon einmal gehört zu haben. Doch selbst diese Vertrautheit gehört zum Charakter der Band. Nickelback wollen nicht ständig alles neu erfinden – sie wollen Songs schreiben, die funktionieren, und das tun viele Stücke auf „Everything Under The Sun“ problemlos.

Fazit: Unterm Strich ist das Album eine solide Mischung aus großen Gitarren, eingängigen Refrains, Humor und ehrlichen Momenten. „Everything Under The Sun“ zeigt Nickelback selbstbewusst, aber nicht völlig risikofrei. Die Band bleibt ihrem Sound treu und erlaubt sich dennoch, über Freiheit, Liebeskummer, Erlösung und Zusammenhalt nachzudenken. Kein radikaler Neuanfang, aber ein rundes, vielseitiges Album, das sowohl eingefleischte Fans als auch gelegentliche Rockhörer zufriedenstellen dürfte.

  1. Rattle the Cage (feat. John 5)
  2. Bones for the Crows
  3. I Already Know
  4. Leave Me Behind
  5. If I Don’t Go
  6. Make Me Love You
  7. Chasin‘ Famous
  8. Simple Song
  9. Technicolor Steamboat
  10. Lift Somebody Up
  11. Bottled Dreams
  12. Last Night Was Fun

Label: Virgin Music Group

VÖ: 30.10.2026

Laufzeit: 44:45 Min.

Herkunft: Kanada

Stil: (Alternative) Rock

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