MUTANTER – „The Limit“

MUTANTER – „The Limit“

📁 Allgemein, Reviews 🕔02.Mai 2019
MUTANTER – „The Limit“

MUTANTER – „The Limit“

Label: Kernkraftritter Records

Laufzeit: 45:26 min

VÖ: 22.06.2018

Genre: massiver Schweden Death Metal der ganz rohen Sorte

MUTANTER existieren irgendwie seit 1991, gelten als Pioniere des ukrainischen Death Metal und haben mit „The Limit“ nun tatsächlich ihr Debüt vorgelegt. Bei dieser Produktivität macht es auch nichts, dass ich die Scheibe erst jetzt auf dem Seziertisch liegen habe.

Zu hören gibt es einen wunderbar rohen und schroffen Death Metal, simpel, klar strukturiert, eingängig, blutig, höllischer Spaß eben. MUTANTER sind das fleischgewordene Klischee, und ich wette, die Herren sind erst jetzt aus einer modrigen ukrainischen Gruft gekrochen, in der sie die letzten 20 Jahre in toter Dunkelheit verborgen geduldig auf ihre Gelegenheit gewartet haben. Das hätte es nicht gebraucht. Denn das, was sie uns hier auf „The Limit“ zum Besten geben, dass ist eine Hommage an die gute alte Zeit, an Schwedentod, an Dismember, Fleshcawl, Facebreaker, Pestilence, Grave oder die großartigen The Lucifer Principle. Und diese Musik ist zeitlos und wird in ihrer sentimentalen Großartigkeit Äonen überdauern.

MUTANTER liefern mit den genretypischen Zutaten genau das ab, was gefordert und erhofft wird. Da gibt es schön sägende und fiese Riffs, gespielt auf tief, sehr tief gestimmten Gitarren, in einer klaren und simplen Prägnanz, die sich sofort in die Ohren, den Schädel, das Hirn frisst und von dort nie wieder verschwinden will. Dazu gibt es einige völlig durchgeknallte Soli, die restlos zu begeistern wissen („Dead End“, „Aborted Life“). Darunter stampft ein trockener Bass über den schmutzstarrenden Beton und stellt sich mit seinem prägnanten Pumpen in breitbeinigem Selbstbewusstsein neben die Gitarre. Das Schlagzeug treibt den Rest der Band mit seinem druckvollen Doublebassstakkato und rumpelnden Ufftakrawall vor sich her, suhlt sich aber am liebsten in einem massiv walzenden Panzergroove. Darüber wütet der Gesang tief, bösartig und gemein, und neben einem heiseren Growlen gibt es auch immer wieder ein paar gutturale Knödeleien zu genießen.

Die Lieder hauen uns so auf die Fresse, wie es sein muss. Das ist knackig, das ist nachvollziehbar, das ist so simpel wie effektiv. Das bewegt sich zumeist in einem gehobenen Midtempo, wird aber mit kurzen Ausreißern nach oben immer wieder spannend gehalten. Was mir allerdings fehlt, dass sind ein paar eingängige Hooks und Refrains. Die Scheibe ist in sich geschlossen und verdammt kompakt, und in seiner Gesamtheit haben MUTANTER einen schweren Brocken aus rostigem Stahl und meterdickem Beton erschaffen. Aber ein oder gerne auch mehrere mitreißende Genrehits, etwas mehr Wiedererkennungswert, hätten es ingsesamt gerne sein dürfen.

Fazit: MUTANTER haben mit ihrem Debüt „The Limit“ eine schönes Stück guten alten Death Metal geschmiedet, der sich problemlos in die Ahnenreihe des schwedischen Death Metal einreiht. Das ist weder innovativ noch wegweisend. Aber das ist völlig egal. Denn die Sache strotzt vor Herzblut, authentischer Spielfreude und ehrlichem Schweiß. Und jetzt hole ich mir ein Bier, drücke „Repeat“ und lasse mir noch einmal einen schönen Scheitel ziehen.

Liederliste:

1. Ode for Janus (4:32)
2. Dead End (3:40)
3. Aborted Life (3:25)
4. Wasted Time (4:57)
5. Originally Rots (3:55)
6. Wisdom Fall (5:35)
7. Brainless God (5:01)
8. Worthless (4:12)
9. Perception of Reality (4:25)
10. Final Resurrection (5:44)

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