MACABRE – Carnival Of Killers

MACABRE – Carnival Of Killers

📁 Allgemein, Musik, Reviews 🕔13.November 2020
MACABRE – Carnival Of Killers

MACABRE (USA) „Carnival Of Killers“
Label: Nuclear Blast
Laufzeit: 40:48 min.
VÖ: 13.11.2020

Genre: Ein Feuerwerk an Thrash und Death Metal – und purem Nonsens!

MACABRE sind wieder da. Viele wird das freuen. Viele werden aber auch angewidert ihre Nase rümpfen. Mit ihrer völlig debilen Mischung aus räudigem Thrash Metal, galoppierendem Death Metal und Kinderliederverballhornung haben es die drei Herren neben allerlei Splits und dergleichen mehr tatsächlich bis jetzt zu sechs Alben und einer unglaublichen Historie von 35 Jahren gebracht. Dem allein gebührt eine Menge Respekt. Ihr neuestes Mordwerk hört auf den wunderschönen Namen „Carnival Of Killers“, erstrahlt in einem herrlich fiesen Artwork und fügt sich mit seiner schaurig-geschmacklosen Attitüde perfekt in das bisherige Œuvre ein.

Zu hören gibt es wie immer Lieder über Serienmörder, die in ihren Titeln und Aussagen nicht allzu ernst genommen werden sollen und dürfen. Nun ja, es muss eben jede und jeder für sich selbst entscheiden, ob Serienmörder im Allgemeinen und eine schwarzhumorige Sicht auf diese im Speziellen den eigenen Geschmack treffen. Wenn ja, dann sind MACABRE subtile Künstler und die Beschäftigung mit den lyrischen Inhalten ein Garant für hingebungsvolle intellektuelle Befriedigung.

Auch musikalisch macht das alles wieder mächtig Spaß. Dies gilt vor allem für die tatsächlich vor schmierigem Fett und zwingender Härte strotzenden Gewaltausbrüche wie „Your Window Is Open“, „The Lake of Fire“ oder „Corpse Violator“. Auch das abschließende „The Murder Mack“ weiß mit seiner dreckstarrenden Garstigkeit zu überzeugen. Hier sägen die Gitarren ganz mächtig, treibt das Schlagzeug gnadenlos die zwei Saitenakrobaten vor sich her, zaubern uns herrlich kranke Soli ein Lächeln in die Visage und krawallt sich Herr Corporate Death mit seinem mächtig angepissten heiserem Krächzen durch die Manege. Das ist ganz wunderbar und schön und entfaltet diese einzigartige psychopathische Stimmung eines verdreckten Folterkellers.

Daneben verwursten MACABRE auch dieses Mal wieder Kinderreime und Schunkelliedchen, die sie in ihrer ganz eigenen Art von musikalischem Humor zu hart rockenden Songs zusammenschustern. Das ist wie in „Now It´s Time To Pay“ mal witzig und auch kompositorisch gekonnt oder in „Warte, Warte“ sogar grandios umgesetzt. Das kann aber auch in seiner penetranten Wiederkäuerei simpelster Holzhammerreime und schlimmster Crossoververbrechen mit Reggae und Countrymusik in kürzester Zeit den letzten Nerv rauben (unerträglich in „Tea Cakes“, „Joe Ball Was His Name“ und „Them Dry Bones“). Spätestens hier beschleicht mich der Gedanke, dass die Geschichte dann eben doch auch mal auserzählt ist und nicht jede dahergelaufene Idee witzig ist. Das macht aber nichts, denn am Ende des Tages bleibt neben der Skip-Taste auch das Fazit, dass MACABRE uns ein paar großartige Lieder vorsetzen, die besten Thrash und Death Metal bieten.

Fazit:
MACABRE liefern mit „Carnival Of Killers“ neue Kost für ihre Fans. Die werden sich nach dem Mix aus schmutzstarrendem Thrash und Death Metal, Kinderreimen und verquerem Serienmöderhumor nach verdammt langen neun Jahren sehnsüchtig die Finger lecken. Und immer wieder können MACABRE damit auch begeistern. Es ist und bleibt wie immer alles Geschmackssache, aber ein wenig mehr fundamentales Gewicht und Überzeugungskraft hätte dem Zirkus gut getan.

Liederliste:

1. Intro (0:36)
2. Your Window Is Open (3:01)
3. Joe Ball Was His Name (3:32)
4. Stinky (2:15)
5. Abduction (0:27)
6. Tea Cakes (2:45)
7. Them Dry Bones (2:45)
8. Richard Speck Grew Big Breasts (2:36)
9. Slaughter House (2:33)
10. Breaking Point (0:52)
11. The Lake Of Fire (3:55)
12. Warte, Warte (3:00)
13. Now It’s Time To Pay (2:27)
14. The Wheels On The Bug (2:23)
15. Corpse Violator (3:16)
16. The Murder Mack (4:25)

Quelle+Copyright  Video/Cover: nuclearblast.de 

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