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Lunatic Soul (PL) – Transition II

Übergänge können Abschied und Aufbruch zugleich bedeuten. Genau in diesem Schwebezustand befindet sich „Transition II“ von Lunatic Soul. Die

Lunatic Soul (PL) – Transition II

Übergänge können Abschied und Aufbruch zugleich bedeuten. Genau in diesem Schwebezustand befindet sich „Transition II“ von Lunatic Soul. Die am 26. Juni 2026 über Kscope erschienene Veröffentlichung greift drei Instrumentalstücke aus den Sessions zu „Through Shaded Woods“ auf und stellt ihnen mit „Realm of the Weeping Willows“ eine bislang unveröffentlichte Komposition zur Seite. Was zunächst wie eine nachträgliche Zusammenstellung erscheinen könnte, entwickelt sich zu einem geschlossenen Werk zwischen dunkler Vergangenheit und jener helleren musikalischen Zukunft, die Mariusz Duda für sein Soloprojekt angekündigt hat.

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Hört hier „Realm of the Weeping Willows“ von Lunatic Soul.

Durch den Wald ins Licht

Das knapp zwölfminütige „Realm of the Weeping Willows“ öffnet das Tor zu dieser Zwischenwelt. Elektrische, teilweise angeraute Klangflächen treffen zunächst auf einen rhythmischen Puls, bevor akustische Instrumente die Musik in eine ruhigere und beinahe pastorale Richtung führen. Die Komposition wandert durch traumartige Abschnitte, nimmt wieder Fahrt auf und findet schließlich zu einer eindringlichen Melodie. Erinnerungen an Mike Oldfield oder Dead Can Dance liegen nahe, doch Duda ordnet diese Einflüsse innerhalb seiner unverkennbaren musikalischen Sprache an.

„Hylophobia“ und „Vyraj“ wurden für diese Veröffentlichung vollständig neu gemischt. Ersteres wirkt mit seinen pulsierenden Rhythmen und der unterschwelligen Unruhe wie eine kurze Konfrontation mit der titelgebenden Angst vor dem Wald. „Vyraj“ öffnet den Klangraum anschließend stärker und setzt auf Wiederholung, tranceartige Bewegung und eine sanft wachsende emotionale Intensität. Die beiden kürzeren Stücke funktionieren hervorragend als Verbindung zwischen dem neuen Opener und der abschließenden Suite.

Im Mittelpunkt steht weiterhin „Transition II“. Die ursprünglich fast 28 Minuten lange Komposition wurde auf 23 Minuten verdichtet, damit sie vollständig auf eine Vinylseite passt. Der Eingriff nimmt dem Stück nichts von seiner hypnotischen Wirkung. Atmosphärische Ruhe, dunkler Folk, elektronische Schattierungen und prägnante Bass- sowie Percussionfiguren gehen fließend ineinander über. Bekannte Motive aus der Geschichte von Lunatic Soul tauchen auf, werden jedoch nicht wie Bestandteile eines Medleys ausgestellt. Sie erscheinen als Erinnerungen innerhalb einer zusammenhängenden musikalischen Reise.

Die Produktion aus dem Warschauer Serakos Studio lässt jedem Motiv ausreichend Raum. Akustische Saiten, Keyboards, Bass und rhythmische Details bleiben klar voneinander unterscheidbar, ohne die geschlossene Atmosphäre zu zerlegen. Dass Mariusz Duda sämtliche Instrumente selbst eingespielt hat, verstärkt den Eindruck eines sehr persönlichen und konsequent geformten Klangkosmos.

Unser Fazit

„Transition II“ ist keine gewöhnliche Resteverwertung, sondern eine stimmige instrumentale Veröffentlichung mit eigenem dramaturgischem Bogen. Zwischen Wald, Erinnerung und vorsichtig einfallendem Licht beendet Mariusz Duda eine Schaffensphase, ohne sich darin einzuschließen. Ein konzentriertes, atmosphärisches und bemerkenswert geschlossenes Werk.

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