Live Review – NICKELBACK, 09-06-2018, FFM / Festhalle

Live Review – NICKELBACK, 09-06-2018, FFM / Festhalle

📁 Allgemein, Live, Reviews 🕔20.Juni 2018
Live Review – NICKELBACK, 09-06-2018, FFM / Festhalle

Ja, ich gebe es zu: Ich höre Nickelback! Ich kann zwar auf den Balladentrakt verzichten, aber die Kanadier wissen, wie man rockt und wie man Stadien mit Radiorock und passender Show zum kochen bringt. Das letzte Konzert liegt mit knapp 14 Jahren schon ein Weilchen zurück, da haben Nickelback gemeinsam mit Daughtry die Barclaycard Arena / HH aufgemischt und viele offene Münder bei den männlichen Begleitungen hinterlassen. Meine Freude war groß, als ich las, dass sich die Herren hier die Ehre geben, um natürlich das neue Album „Feed The Machine“ live zu promoten und um auch den einen und anderen Klassiker zum besten zu geben. Aufwärmen sollte das Arenenrockspektakel Seether, was mir sehr gut in den Kram passte, denn irgendwie habe ich es immer wieder verpasst, die Australier live zu erleben. Ein wahrlich heißer Abend stand bevor… Als Seether pünktlich begannen, war die Festhalle zu gut 2/3 gefüllt doch ein Blick auf den Außenbereich machte klar, dass viele Nickelbackfreunde noch an der frischen Luft standen denn die Festhalle ist nicht klimatisiert. Wir nahmen unsere Plätze ein und freuten uns, gleich endlich Seether zu sehen und zu hören…ok, gesehen haben wir von unseren Plätzen etwas, aber gehört? Etwas anderes als einen fiesen Soundmatsch? Wir können nur raten (obwohl wir sehr gut mit den Alben beider Bands vertraut sind), ob nun mit „Stoke The Fire“ oder etwas uns unbekannten begonnen wurde. Naja, dachten wir uns, werden wohl noch ein paar „Feineinstellungen“ sein…Doch auch zum 2. Song „Gasoline“ gab es keine Besserung. Langsam wurde ich stinkig. Die Frankfurter Festhalle ist nicht leicht mit gutem Sound bestückbar, das sollten schon wirklich gute Tontechniker machen. Und bei der Materialschlacht (fettes Licht, Boxen ohne Ende, LED Wand und Spielereien sowie ein FoH welches aussah, wie ein Teil der NASA Kontrollstelle in Houston) sollte man doch von ausgehen, dass es jemanden an Bord gibt, der sich damit auskennt. Pustekuchen! Der 3. Song im Ratespiel war dann „Rise Above This“ und meine Stimmung war schon am kippen, ich musste unbedingt raus und meinem Unmut freien Lauf lassen. Da tourt eine Millionenproduktion durch unsere Lande und es schafft keiner, einen hörbaren Sound zu basteln.

Frustrierend. Ich hoffe nur, ich werde Seether irgendwann doch noch mal (am besten in einem gemütlichen Club) sehen und HÖREN. Den Rest von Seether musste ich mir nicht mehr geben, denn es hat sich wirklich nichts geändert. Wir überlegten ernsthaft, wieder nach Hause zu gehen, doch wir waren zu neugierig, wie wohl der Sound bei Nickelback klingt.

Viele Wartezigaretten und halbkühle Getränke später, betrat die (nach Winger)  wohl teilweise meistgehasste Rockband die Bühne, nachdem sie uns knapp 20 Minuten lang via Videowand darauf vorbereiteten, dass es wohl ´nen Nickelback Film geben wird (ob das jetzt eher ein Scherz oder doch ernst gemeint war, weiß ich bis dato nicht!!). Egal, die Ansage / Begrüßung klang schon mal gut, doch sobald Instrumente einsetzen, ist der Ofen fast aus…“Feed The Machine“ & „Woke Up This morning“ starteten die Reise durch das neue Album und durch diverse Hits. An 3. Stelle folgte dann auch schon „Photograph“ und mit „Far Away“ durfte auch gleich weitergekuschelt werden. Ok, zu der Lichtshow, dem Ambiente und dem mitsingenden Publikum kann ich wirklich nicht meckern und gab mich auch das eine und andere Mal dem Feuerzeug-in-die-Luft-halten hin. Es war einfach die Stimmung und die gute Laune die mitriss, trotz gefühlten 45°C und einem arg unterirdischen Sound der aber jedes Mal sehr klar und sauber war, wenn auf der Bühne bevorzugt dtsch. Bier getrunken, und der eine und andere Schlag aus dem Tourleben erzählt wurde. „Geile Scheiße“ & „Das ist verboten“ haben es der Band besonders angetan. Und wenn man den Namen einer Dame vergisst oder nicht richtig versteht, darf man sie auch gern „Milf From Frankfurt“ nennen. Auf der Bühne war auf jeden Fall der Teufel los und die Fans honorierten jede einzelne Tat der Musiker mit andächtigen „Wows“ und Beifall. Ein ganz besonderer Abend wurde es für den Herren, der auf die Bühne durfte, um mit Chad Kröger und Co. ´ne Runde zu musizieren. Und so ging die musikalische Reise weiter durch neue Songs und alten Hits, die super miteinander funktionierten und Nickelback zementierten an diesem Abend, dass sie eine echte Rockband sind, heavy laut rocken können und live (bis auf den Ton in der Frankfurter Festhalle) alles im Griff haben. Und das es sich sehr wohl lohnt, sich mind. eine Show der Radiorocker anzusehen und zu erleben, dass hier handgemacht, harte Musik ein großes Publikum erfolgreich und mitreissend erreicht. „Alles hat ein Ende…“, so auch das Konzert an diesem Abend. Inkl. Zugabe, standen die Herren beinahe 2 Std. auf der Bühne, boten musikalisch und visuell „value for money“ und ich hoffe doch sehr, dass man beim nächsten Mal eine andere Location findet (ich biete an dieser Stelle gern mein Wohnzimmer an), oder einen Tonmann, der seinen Job ernst nimmt.

Fazit: Nickelback gern mit guten Sound immer wieder und Seether kommen wohl in Clubs besser, denn letztlich wirkten die Musiker auf der Bühne auch etwas verloren und das ist bei dem Songrepertoire der Band einfach zu schade. Natürlich hätte ich mir auch von Nickelback ein bißchen mehr älteres Zeug gewünscht, auch mehr Rocker! Aber sie müssen dem Fluch des Mainstream ihren Tribut zahlen und den Freunden der balladesken Töne natürlich die geforderten Wünsche erfüllen. Zumal es auch keinen wirklich schlechten Nickelback Song gibt!

Setlist Seether:

-Stoke The Fire

-Gasoline

-Rise Above ‚this

-Words As Weapons

-Betray And Degrade

-Country Song

-Fine Again

-Broken

-Let You Down

-Fake It

-Remedy

Line-Up:

Shaun Morgan – Vocals / Guitar
Dale Stewart – Bass / Vocals
John Humphrey – Drums

Actual Review „Poison The Parish“:

https://www.metalglory.com/seether-zausa-poison-the-parish/

Internet:

FB – https://www.facebook.com/seether/

HP – http://seether.com/

Setlist Nickelback:

-Feed The Machine

-Woke Up This Morning

-Photograph

-Far Away

-Something In Your Mouth

-Someday

-Lullaby

-Figured You Out

-Song On Fire

-She Keeps Me Up

-Million Miles An Hour

-Rockstar

-When We Stand Together

-What Are You Waiting for?

-Animals

-How You Remind Me

Zugabe:

Gotta Be Somebody

Burn It To The Ground

Line-Up:

Chad Kroeger – lead vocals/guitars
Ryan Peake – guitars/backing vocals
Mike Kroeger – bass
Daniel Adair – drums

Internet:

FB – https://www.facebook.com/Nickelback/

HP – https://www.nickelback.com/

 

 

(Tourflyer is taken from Paco Agency GmbH official FB-Site, we thank you!)

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