Joe Bonamassa (USA) – Royal Tea

Joe Bonamassa (USA) – Royal Tea

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔27.Oktober 2020
Joe Bonamassa (USA) – Royal Tea

Bonamassa ist dafür bekannt gerne mal Risiken einzugehen und Neuland zu betreten. Der 43-jährige Gitarrist aus dem Bundesstaat New York ist schon früh durch die Vinylsammlung seines Vaters, in der sich Alben von Eric Clapton, Cream, der Jeff Beck Group und John Mayall & The Bluesbreakers befanden, beeinflusst worden. Diese britischen Blues-Einflüsse haben ihn geprägt und zu dem Musiker gemacht, der er heute ist.

Die zehn Songs, die in den Abbey Road Studios aufgenommen wurden, hat Joe mit einigen englischen Musikgrössen, wie dem ehemaligen Whitesnake-Gitarristen Bernie Marsden, ex-Cream Texter Pete Brown und Pianist Jools Holland geschrieben. “Die Songs für dieses Album auch in England zu schreiben war genau richtig”, reflektiert Bonamassa. “Es klingt von Natur aus britisch. Bernie und ich, wir beendeten die Sätze des anderen. Wir sind aus dem gleichen Holz geschnitzt.” Für die Aufnahmen kamen dann sein langjähriger Produzent Kevin Shirley, so wie seine Musiker Anton Fig (Schlagzeug), Michael Rhodes (Bass) und Reese Wynans (Keyboard) nach London. “Dieses ganze London-Abenteuer”, gibt Bonamassa zu, “war für mich die Erfüllung eines grossen Wunsches.”

Bonamassa hat sich im Laufe seiner Karriere immer mal wieder neu erfunden, sich dabei aber nie von seinem eigentlichen Pfad zu sehr wegbegeben. Auch diesmal klingen die typischen Bonamassa-Momente durch, die sich vor allem in seinem fulminanten Spiel zeigen. Zu London hat er schon immer eine besondere Beziehung gehabt, hat unzählige Male in der Royal Albert Hall gespielt, was auch diverse Livemitschnitte beweisen. Sich in die britische Weise des Blues begeben und damit den alten Helden, wie Eric Clapton, John Mayall, Alexis Korner oder auch Cream, seine Ehre erwiesen, hat er bisher aber nur sporadisch gemacht. Diesmal jedoch hat er seinen Stiefel durchgezogen, ein Album eingespielt, das, sieht man einmal von der modernen Produktion ab, sich an genau diesen alten Helden orientiert. Dabei hat er tief in der Mottenkiste gegraben, jedoch nicht vergessen, dass es vor allem eine Verschmelzung der beiden Stile, des britischen und des amerikanischen Blues, war, die damals für Furore sorgen konnte. Im „High Class Girl“ klingt z.B. ein wenig „Green Onions“ von Booker T. & The MGs durch, während es im epischen Eröffnungssong „When One Door Opens“ auch mal so richtig krachen darf. Es fällt immer wieder schwer zu glauben, dass Joe Bonamassa anscheinend keine schlechten Songs schreiben kann. Trotz seiner Omnipräsenz schafft er es immer wieder Alben zu veröffentlichen, die etwas ganz Besonderes sind und seine Stellung im zeitgenössischen Blues aufs neue untermauern. Auch diesmal kommt man nicht umhin, ihm einfach ein weiteres Meisterwerk zu bescheinigen.

Fazit: Bonamassa bleibt unangefochten das Mass aller Dinge, wenn es um Blues Rock der heutigen Zeit handelt.

  1. When One Door Opens
  2. Royal Tea
  3. Why Does It Take So Long To Say Goodbye
  4. Lookout Man
  5. High Class Girl
  6. A Conversation With Alice
  7. Didn’t Think She Would Do It
  8. Beyond The Silence
  9. Lonely Boy
  10. Savannah

Label: Mascot Records

VÖ: 23.10.2020

Laufzeit: 53:20 Min.

Herkunft: USA

Stil: Blues Rock

Webseite: https://jbonamassa.com/

Facebook: https://de-de.facebook.com/JoeBonamassa/

 

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen