DARKNESS – „First Class Violence“

DARKNESS – „First Class Violence“

📁 Allgemein, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔11.Oktober 2018
DARKNESS – „First Class Violence“

DARKNESS – „First Class Violence“

Label: Massacre Records

Laufzeit: 40:54 min

VÖ: 12.10.2018

Genre: First Class Violence German Thrash Metal

Hütet Euch vor alten Männern, die voller Inbrunst und Energie harte Musik machen! Denn da gibt es gnadenlos Tritte in den Po, Schläge auf die Nase und Ellenbogen in die Rippen, bis es kracht. DARKNESS sind sind die Wutrentner des deutschen Thrash. Und glaubt mir, ein größeres Kompliment wird es in dieser Rezi nicht mehr geben.

Zunächst das Handwerk: Da sägen die Gitarren, hart, böse, fett, brutal, und rammen uns großartige Riffs in unsere Schädel. Und diese Riffs sind eingängig, interessant, konkret, einprägsam, Thrash! Der Bass gibt keine Ruhe und pumpt, pumpt, pumpt. Und das Schlagzeug überzeugt mit variablem Spiel: Da hagelt es Doublebasskrawall, da gibt es knackige Breaks, und vor allem immer wieder im wuchtigen Uffta-Galopp kräftige Artschtritte für den Rest der Herren! Der Herr Weinberg röhrt und poltert ordentlich angepisst und wütend, mit seinem rezitativen Grollen passt er sich wunderbar ein die aggressive und gewalttätige Grundstimmung der Musik. Und dazu gibt es einen Sound, der ebenso wuchtig, direkt, fett und authentisch ist wie transparent, voluminös und warm. Und einen besseren Schlagzeugsound habe ich schon lange nicht gehört, das ist natürlich und messerscharf. Grandios!

Und nun die Kunst: DARKNESS legen einen wahnsinnigen Spagat zwischen Tradition und Neugier, zwischen schierer Brutalität und Melodie vor. Und das so gekonnt wie enthusiastisch. Hier hört man bei jedem Ton das Alter, nein die Weisheit!, und die kompositorische Klasse der Herren. Immer wieder wird lamentiert über die engen Grenzen des Thrash – und nun beweisen DARKNESS, wie sehr begabte und motivierte Musiker innerhalb diese Grenzen alles Dagewesene pulverisieren und zu neuer Großartigkeit zusammensetzen können. Jeder (ja, jeder!) Song glänzt mit einem eingängigen Refrain, und immer wieder gibt es so schicke wie interessante und mitreißende Details: Da gibt es unfassbar breitbeinigen, tigthten Stakkato-Groove („Low Velocity Blood Spatter“), ungewöhnliche Rhythmiken („See You On The Bodyfarm“), melodische Leads („Born Dead“, „First Class Violence“), und nicht zuletzt völlig irrsinnige Soli („Neoprimitive“, „Hate Is My Engine“). Und dann gibt es bei allem Abwechlungsreichtum zum Glück auch die geradeaus-in-die-Fresse-Hits, bei denen das Tempo konstant hoch gehalten wird und es immer schön im feisten Galopp über das Thrash Stoppelfeld geht („Hate Is My Engine“, „Zeutan“, „I Betray“). Beim letzten Song solltet ihr aber unbedingt bei 3:50 Minuten auf Skip gehen, denn was danach kommt, ist einfach nur zum Vergessen.

Fazit: DARKNESS gelingt mit „First Class Violence“ ein grandioser Geniestreich! Das ist Thrash Metal in Reinkultur, das ist eingängig, interessant, packend. Das ist Unterhaltung, Spaß, Liebe zur Musik! Meine herren, mögte Ihr lange leben und noch viele solch wunderbare Musik erschaffen! Ich verbeuge mich!

Liederliste:

1. Prelude in E (1:13)
2. Low Velocity Blood Spatter (4:12)
3. Neoprimitive (4:34)
4. Hate Is My Engine (4:05)
5. See You On The Bodyfarm (3:57)
6. Zeutan (3:07)
7. The Autocrazy (Autocracy) Club (4:43)
8. Born Dead (4:45)
9. First Class Violence (4:23)
10. I Betray (5:57)

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