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CARPARK NORTH – „Hope“

CARPARK NORTH – „Hope“ Label: Motor Entertainment Laufzeit: 34:31 min VÖ: 17.08.2018 Genre: wunderbar verträumt-spritziger Elektro-Pop-Rock Das wunderbare „Hope“

CARPARK NORTH – „Hope“

CARPARK NORTH – „Hope“
Label: Motor Entertainment
Laufzeit: 34:31 min
VÖ: 17.08.2018

Genre: wunderbar verträumt-spritziger Elektro-Pop-Rock

Das wunderbare „Hope“ wurde am 27.10.2017 bereits über Copenhagen Records und am 01.06.2018 über Kobalt rausgebracht, erscheint nun aber (Ganz großes Endlich!) am 17.08.2018 über Motor Entertainment auch in Deutschland.

Zu hören gibt es schöne Musik, die ganz auf Melodien, Weite, Luftigkeit und Eingängigkeit setzt. Das – dies haben CARPARK NORTH in den vergangenen unglaublichen 19 Jahren seit ihrer Gründung einducksvoll bewiesen – haben sie perfektioniert, vor allem aber die zahlreichen Untiefen dieser Musik stets weitgehend sturmfrei umschifft. Soll heißen: Der Anteil an Kitsch und Kleister blieb zumeist erfreulich gering (dieses Mal kratzen allerdings das boygroupartige „Right Where I Want“ und „Heroes“ arg gefährlich an dieser Grenze), es gab stets genug Ecken und Kanten, die sie eben auf Distanz zum totgedudelten Radio-Pop hielten, die Lieder waren stets spannend und abwechslungsreich, und vor allem strahlte aus der Musik jederzeit die große Hingabe, die Lust am Musizieren, die ehrliche Selbstlosigkeit und Liebe, sich-und-andere-Menschen-um-der-Musik-willen-zu-erfreuen.

All das lassen uns CARPARK NORTH auch auf „Hope“ hören, das in seiner Musikalität dem 2014 veröffentlichten „Phoenix“ folgt. Vor allem lassen sie uns fühlen. Ihr frischer und flotter Elektro-Pop-Rock kommt mit vielen entzückenden Melodien, die nicht nur von den Synthies druckvoll und mächtig in den Vordergrund gedrückt werden, sondern von der wunderbaren Stimme von Mr. Lau Højen auch jederzeit eingefangen und in eingängigen und nachvollziehbaren Gesangslinien kanalisiert werden. Dabei glänzt der Gesang nicht nur in den Refrains, sondern widmet auch den Strophen viel Akribie – da sitzt jeder gesungene Ton, jedes gesungene Wort ebenso wie die weggelassenen. Bis auf zwei Lieder singt Mr. Højen in Englisch, aber auch die beiden in seiner dänischen Heimatsprache vorgetragenen Songs wissen zu gefallen.

Aus all dem machen CARPARK NORTH dann eben so viel mehr als Musik, sie erschaffen Stimmungen und Gefühle. Das geht über energetische Elektrostampfer („Raise Your Head“ ist ein verdammter Überhit!, „Glastårne“) bis hin zu wunderbaren Balladen, so voller Melancholie wie Liebe, Hoffnung und Zuversicht ( Für „We Used To Have It All“, „Crystal Continents“ und „Håb“ würden Legionen langweiliger Popretorten sehr schlimme Dinge tun). Der einzige Kritikpunkt: Bestimmt hat sich die Band über Monate die Köpfe zerbrochen, nichtsdestotrotz: Wie wunderschön träumerisch und ergreifend „Håb“ auch ist, am Anfang dieser Platte hat es nichts verloren – noch dazu, wo mit „Raise Your Head“ der Kracher der Scheibe auf dem Fuße folgt und „Håb“ in Nullkommanichts geradezu pulverisiert.

Fazit: CARPARK NORTh haben den Titel ihres neuen Albums wahr werden lassen und das Wort „Hope“ virtuos und anmutig in 11 eingängige, luftige, lebensbejahende und ermutigende Gefühle, Stimmungen und Seelenlagen von Musik übersetzt. Das ist so sinnlich wie großartig. Was für eine wunderbare Musik!

Liederliste:

1. Håb (4:19)
2. Raise Your Head (3:31)
3. When We Were Kids (3:50)
4. Feel So Real (3:36)
5. We Used To Have It All (4:08)
6. Right Where I Want (2:48)
7. Talk All Night (3:10)
8. All Yours (3:48)
9. Crystal Continents (2:17)
10. Glastårne (3:04)
11. Heroes (w/Samu Haber)