CADAVER – „Edder & Bile“

CADAVER – „Edder & Bile“

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔01.Dezember 2020
CADAVER – „Edder & Bile“

CADAVER – „Edder & Bile“

Label: Nuclear Blast

Laufzeit: 31:25 min

VÖ: 27.11.2020

Genre: knüppelharter und unnachgiebiger Death Metal


CADAVER war 1990 mit dem ultrabrutalen und ebenso räudigen „Hallucinating Anxiety“ ein echter Hassbrocken gelungen, der nicht nur für mich gänzlich neue Maßstäbe in harter Musik setzte. Nach einer wechselvollen und durch viele Pausen und Besetzungswechsel leider auch unsteten Historie ist es umso erfreulicher, dass nun mit „Edder & Bile“ nach 16 Jahren wieder ein Album erscheint. Und darauf beweisen die Herren Anders Odden und Dirk Verbeuren – dem offensichtlich von Herrn Mustaine eine Pause von Megadeth zugestanden wurde -, dass sie nicht nur großartige Handwerker sind, sondern auch wissen, wie sie aus ihren unglaublichen Fähigkeiten faszinierende Musik zu erschaffen vermögen. Erfreulich ist dabei, dass sich gerade Herr Verbeuren nicht in tentakelartiger Trommelwichserei verliert, sondern mit seinem so maschinenartig präzisen wie jederzeit überraschenden Spiel den Liedern fast symbiotisch genau das gibt, was sie brauchen. Bei all den Hunderttausenden Arm- und Fußbewegungen in einem kaum wahrnehmbaren Überschall ist doch zu spüren, dass jeder erzeugte Ton genau da erklingt, wo er das soll.

Zu hören gibt es einen rasiermesserscharfen, zwingenden und unfassbar harten Death Metal. Das ist Musik, die das Prädikat „extrem“ verdient, auch wenn es doch zu jeder Sekunde energetischer, gewalttätiger und brutaler Death Metal ist. Nicht mehr und nicht weniger. Der wird immer wieder aufgemotzt, mal mit Black Metal Rifferei und mystischer Stimmung („Deathmachine“, ein echtes Hitmonster), mal mit dem groben Grindcore Knüppel („Feed the Pigs“), mal mit Blastbeat Thrash („Reborn“). Dazu gibt es mit „Morgue Ritual“ und „Circle of Morbidity“ ein Eröffnungsdoppel, dass mit seiner Dichte und Kompromisslosigkeit unmissverständlich die Richtung vorgibt. Und das abschließende „Let Me Burn“ zeigt eindrucksvoll, dass die Herren auch ganz ohne knüppelschwingende Raserei eine machtvoll und düster schleifende Atmosphäre erschaffen können – samt eines wunderbar melodischen Solos. Grandios. Das alles wird zudem in einem zwar schön dreckigen und warmen, aber dennoch glasklaren und druckvollen Sound verpackt.

Fazit: CADAVER zeigen uns mit „Edder & Bile“, wie hart und zwingend, aber auch emotional und mitreißend Death Metal sein kann. Das ist Musik, die mit ihrer hohen Kunstfertigkeit und konsequenten Unnachgiebigkeit begeistert. Denn bei aller Gewalt ist das alles jederzeit nachvollziehbar und stringent. Vor allem aber beweist das Album, wie sehr CADAVER gefehlt haben – und wie wichtig sie noch immer sind.

Liederliste:

1. Morgue Ritual (3:28)
2. Circle of Morbidity (2:38)
3. Feed the Pigs (3:12)
4. Final Fight (2:40)
5. Deathmachine (3:21)
6. Reborn (3:32)
7. The Pestilence (2:36)
8. Edder & Bile (2:32)
9. Years of Nothing (3:19)
10. Let Me Burn (4:07)

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