Bericht: Metallica „M72 World Tour“, Support Gojira, Special Guest Knocked Loose, 30.05.2026, Olympiastadion Berlin
Metallica ist mit absoluter Sicherheit eine der größten Bands derzeit und alle Shows der Fortsetzung ihrer vor drei Jahren
Metallica ist mit absoluter Sicherheit eine der größten Bands derzeit und alle Shows der Fortsetzung ihrer vor drei Jahren begonnenen „M72 World Tour“ sind restlos ausverkauft. Alleine das zeigt nicht nur die Stellung der Amerikaner, sondern auch die Treue der Fans zu ihrer Lieblingsband. So zogen Metallica dann am gestrigen Samstag 95.000 Menschen in das Berliner Olympiastadion und stellten damit dann auch gleich mal so eben einen neuen Rekord auf, war es doch das bisher größte Konzert einer Band in einem deutschen Stadion. Dank des Einsatzes der zahlreichen Kräfte vor Ort, wurde es dann auch ein Abend, der wohl jeden Fan restlos begeistert haben sollte.
Doch der Reihe nach. Den Beginn des Abends durften die aus Oldham County, Kentucky stammenden Knocked Loose einläuten. Auch wenn die Gründung der Band bereits auf das Jahr 2013 zurück geht, sind sie hierzulande noch immer nur den Wenigsten bekannt.
Ihr Sound, irgendwo zwischen Hardcore und Metal angesiedelt, konnte viele Zuschauer begeistern. Wobei sich die Begeisterung eher unter den jüngeren Fans hervor tat. Mit ihrer ungestümen Art, der Energie einer noch jungen Band, schafften sie es die Anwesenden schon mal ein wenig auf Betriebstemperatur zu bringen. Um diese Uhrzeit war das Stadion noch nicht zur Gänze gefüllt, was für Knocked Loose auch bedeutete sich zu beweisen und eine ordentliche Visitenkarte abzugeben.
Ein wenig Aufregung war der Band dann auch anzumerken, ist es doch sicherlich kein einfaches Unterfangen vor solch einer riesigen Menge aufzutreten. Sie nutzten die bereits bekannte Bühne in ihrer Gänze, wobei besonders Sänger Brian Garris sich kaum länger als ein paar Sekunden an einer Stelle aufhielt. Die Band machte ihre Sache gut und die Zeit wird zeigen, ob sie es schaffen auch in Europa Fuss zu fassen.
Setlist Knocked Loose:
Blinding Faith
Don’t Reach For Me
Mistakes Like Fractures
Piece By Piece
Moss Covers All
Take Me Home
Hive Mind
Suffocate
Counting Worms
Deep in The Willow
Everything Is Quiet Now
Nach einer perfekten Umbaupause erklommen Gojira die Bühne des Olympiastadions. Die Franzosen, benannt nach dem Originalnamen von Godzilla, machen bereits seit 1996 die Bühnen dieser Welt unsicher und legten auch an diesem Abend eine beeindruckende Performance hin. Mit ihrem Progressive Death Metal waren sie für viele Fans ein gefundenes Fressen, denn die Franzosen bringen stets ein eigene Schar an Fans mit, die ihre Band abfeiern.
Auch am gestrigen Abend war das der Fall, wobei der Sound stellenweise nicht unbedingt der beste war. Der Spielfeude der Band aber war das nicht anzusehen. Die Franzosen sind schon lange eine perfekt geölte Maschine und funktionieren auch so. Allen voran war es vor allem Joe Duplantier, der mit seinem gutturalem Gesangsstil die Songs ins Rund des Stadions feuerte. Sein Bruder Mario an den Drums trieb mit seinem mächtigen Druck die Band nach vorne und setzte mit seinem wuchtigen Spiel bei so manchem Song den entscheidenden Akzent.
Die sorgfältig ausgewählten Somngs waren dann auch ein kleiner Streifzug durch die Geschichte der Franzosen, was so manchen Fan der Band auch versöhnlich und glücklich stimmte. Gojira nutzten ihre Chance vor den Thrash-Titanen eröffnen zu dürfen und wurden ihrer Rolle als Anheizer durchaus gerecht.
Setlist Gojira:
Born For One Thing
Backbone
Stranded
The Cell
Flying Whales
Love
Mea Culpa
Silvera
Grind
Amazonia
The Gift Of Guilt
Nach einer weiteren Umbaupause war es dann endlich soweit. Mit dem für diese Tour typischen Einspieler „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock’n’Roll)“ von AC/DC und dem Ennio Morricone Klassiker „The Ecstasy Of Gold“ aus dem Film „The Good, The Bad And The Ugly“ (Zwei Glorreiche Halunken) kamen dann unter tosendem Beifall die eigentlichen Helden des Abends endlich auf die Bühne. Die größte Band des Thrash Metals startete dann auch sofort mit „Creeping Death“ in ihr knapp zweistündiges Set.
Wer Metallica schon mal live erlebt hat, weiß, dass die Bay Area Helden nie die gleiche Setlist spielen, sondern aus ihrem riesigen Fundus stets einige Überraschungen hervorzaubern. Hetfield und Co. bewiesen ihre Stellung eindrücklich, zeigten dass es einen guten Grund gibt, dass sie an der Spitze stehen. Knapp 45 Jahre sind es inzwischen, in denen die Band nicht selten auch kurz vor dem Abgrund stand, oreintierungslos wirkte und seltsame Alben veröffentlichte: Davon war aber an diesem Abend nichts zu merken. Schon lange hat sich die Band von den Exzessen der Vergangenheit losgesagt und wirkt seitdem frischer und energiegeladener. Das zeigte sich alleine schon daran, dass die Band durch die Positionierung der runden Bühne im Infield es schaffen konnte selbst die weit entfernten Fans unter dem Dach des Stadions zu erreichen.
Die größten Begeisterungsstürme kamen natürlich bei „Nothing Else Matters“ und tauchte das Stadion in ein wahres Lichtermeer von Handylichtern. Mehr Stimmung geht wirklich nicht. Doch natürlich standen auch die Klassiker, wie „Wherever I May Roam“, „Sad But True“ oder „One“, mit dem inzwischen schon ikonischen Intro, dem in nichts nach. Bei „Fuel“ gab es dann auch Feuerfontänen, die so manchem Fan im Rund der Bühne sicher ein paar Sommersprossen beschert haben dürften. Wie die Band es immer wieder schafft mit dieser einzigartigen Energie, Bewegungs- und Spielfreude die Fans zu begeistern, ist wohl ziemlich einzigartig.
Dazu gehören aber auch die Ansagen von Hetfield, die respektvoller wohl kaum sein könnten und natürlich die inzwischen zur Tradition gewordenen Gesangseinlage von Rob Trujillo. Diesmal waren es Rammstein, die er sich vorgenommen hatte und „Sonne“ wurde aus vielen Kehlen mitgesungen. In der Version von Metallica wirkte der Song rau und ungehobelt, was man so wohl auch noch nicht gehört hatte. Der Abend endete dann mit „Enter Sandman“, einem der wohl bekanntesten Songs der Band. Dem folgte dann noch das obligatorische Feuerwerk, mit dem Metallica die Fans dann in die Samstagnacht entließen.
Setlist Metallica:
Creeping Death
For Whom The Bell tolls
Of Wolf And Man
The Memory Remains
72 Seasons
The Unforgiven
Fuel
Kirk And Rob Doodle (Sonne von Rammstein)
The Day That Never Comes
Wherever I May Roam
Nothing Else Matters
Sad But True
One
Seek & Destroy
Master Of Puppets
Enter Sandman
Mein kleines Fazit ist, dass ich es mir angewöhnen sollte immer einen Plan B in der Hinterhand zu haben, falls, wie am Samstag geschen, ein Objektiv ausfällt. Ein dickes Dankeschön geht raus an Live Nation!
Mehr Bilder des Abends gibt es hier.













