ARCKANUM – „Första Trulen“

ARCKANUM – „Första Trulen“

📁 Allgemein, Reviews 🕔17.August 2019
ARCKANUM – „Första Trulen“

ARCKANUM – „Första Trulen“

Label: Folter Records

Laufzeit: 41:51 min

VÖ: 26.04.2019

Genre: Black Metal in seiner primitivsten, unfertigen, fiesen Form

Statt einer Rezension:

ARCKANUM stirbt nie! Hoch lebe König Shamaatae! Das ist offensichtlich das Motto für die von den wie immer sehr umtriebigen Folter Records veröffentlichte Zusammenstellung „Första Trulen“. Dabei handelt es sich um die mit einfachsten, um nicht zu sagen primitiven, Mitteln aufgenommenen Urfassungen der Lieder des Demos „Trulen“, das seinerzeit 1994 das Licht der Welt erblickte. Weggefallen sind die im Original eingeschobenen Geräuschkulissen, so dass „Första Trulen“ insgesamt etwas aufgeräumter und entschlackter daherkommt. Höhepunkt dürfte für Sammler und Liebhaber das bisher unveröffentlichte Stück „Ængin Oforhærra“ sein, da es das frühe Werk vervollständigt und noch einmal die musikalische Herangehensweise und Denkart von ARCKANUM unterstreicht.

Es ist und bleibt völlig müßig und obsolet, über Sinn oder Unsinn solcher Veröffentlichungen zu diskutieren. Und ich stelle mir auch lieber nicht die Frage, warum Herr Shamaatae Musik, die vor 25 Jahren in ihrer produktionstechnischen Qualität nicht seinen Ansürüchen genügt hat, nun doch noch für so gut befindet, dass er sie uns kredenzen möchte. Letztlich ist das, was auf „Första Trulen“ daherkommt, wohlbekannt, und ebenso dürfte sich bei den vorliegenden Informationen für uns als Hörende das bestätigen, was wir erwarten. Der Sound ist mit holperig, primitiv, derb, unterirdisch (im wahrsten Sinne des Wortes grollt das hier aus einer modrigen Gruft zu uns empor), rüde oder archaisch noch freundlich umschrieben. Ich weiß beim besten Willen nicht, was hier neu gemixt oder gemastert sein soll, aber sei’s drum. Denn bei allem grobschlächtigen Gerumpel ist es das grobschlächtige Gerumpel, was ARCKANUM ja über die Jahre zu einer der Epigonen eines Black Metal gemacht hat, den wir gerne als authentisch, glaubwürdig, wahr und orthodox bezeichnen.

Fazit: Fans von ARCKANUM werden „Första Trulen“ lieben und hier schon deshalb blind zugreifen, um ihr Œuvre zu vervollständigen. Aber auch Liebhaber von rauhem, unbehauenem Black Metal der alten Schule und Interessierte an der musikalischen Entwicklung des Black Metal könnten die Aufnahmen gefallen. Weil es hier verdammt unfertigen, ranzigen, kalten Black Metal gibt, und ebenso, weil es selten (und manche werden sagen, das ist auch gut so) zu hören gibt, wie sich aus rudimentärem Herumkrawallen in seiner ersten und noch völlig fragmentarischen, bruchstückhaften Form irgendwie dann doch etwas entwickelt, was eine gewisse Struktur aufweist. Und die Stimme von Herrn Shamaatae bleibt eh einzigartig.

Liederliste:

1. Pan‘ lughn (2:46)
2. Hvila pa tronan min (4:32)
3. Yvir min diupe marder (5:33)
4. Et sorghe tog (2:56)
5. Gava fran trulen (5:56)
6. Bærghet (3:44)
7. Ængin oforhærra (5:41)
8. Svinna (4:36)
9. Kolin væruld (3:47)
10. Ener stilla sior af droten min (2:16)

 

Quelle Bild: www.folter666shop.de

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