Allman Betts Band (USA) – Bless Your Heart

Allman Betts Band (USA) – Bless Your Heart

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔28.August 2020
Allman Betts Band (USA) – Bless Your Heart

Als die Allman Betts Band im Juni 2019 ihr Debüt „Down To The River“ veröffentlichte, stand sie nicht nur zum ersten Mal gemeinsam im Studio – es war auch das erste Mal, dass das siebenköpfige Ensemble überhaupt zusammenspielte. Wenn „Down To The River“ der Funken war, der seinerzeit die Band entzündet hatte, dann ist derNachfolger „Bless Your Heart“ nun das daraus entstandene Feuer, das weit über den Sommer 2020 hinaus brennen wird. Das Doppelalbum spiegelt die individuellen und kollektiven Erfahrungen der Sieben auf lebendige Weise wider. Es wird von den auf der Straße geschmiedeten Freundschaften und der musikalischen Intensität angetrieben, die alle von der symbolischen Heimatstadt der Band inspiriert sind – einem Ort, den Devon Allman die „United States of Americana“ nennt. Kurz nachdem „Down To The River” die Spitzen der Charts und Playlists erklommen hatte, ging die Allman Betts Band unermüdlich auf Tour. Ausverkauften US-Hallen im Frühjahr folgten großeFestivals im Sommer, schließlich überquerten sie für einige Shows sogar den Atlantik. Die Europatour endete wegen einer notwendigen Operation des Gründungsmitglieds, Gitarristen und Sängers Devon Allman jedoch vorzeitig im Krankenhaus, weshalb mehrere Auftritte verschoben werden mussten. Dies hinderte Allman jedoch nicht daran, weiter an neuen Songs für das zweite Album zu arbeiten. Für die Aufnahmen kehrten sie in die Muscle Shoals Sound Studios in Alabama zurück, wo sie bereits ihr Debüt geschnitten hatten. Zudem verpflichteten sie den Grammy-Preisträger Matt Ross-Spang als Produzenten. Nach Allmans Genesung und einigen weiteren Konzerten im Herbst – darunter das dritte jährliche Allman Family Revival in San Francisco, Denver und New York City – reiste das Septett nach Nashville, um für die Aufnahmen zu proben und das neue Material zu verinnerlichen. “Wir wollten das Maximum aus jedem einzelnen Song herausholen.“, sagt Allman. „Nur dann, so dachten wir, hatten wir die Chance, eine wirklich großartige Platte zu erschaffen. Während draußen die Sirenen heulten, um vor herannahenden Tornados zu warnen, saß die Band sicher im vertrauten Muscle Shoals-Backsteinhaus und widmete sich ihrem eigenen, rauen Rock’n’Roll-Wirbelsturm. Ein Jahr gemeinsamen Tourens hatte sie zu einer dynamischen Einheit zusammengeschweißt. „Wir wissen, dass wir den Instinkten des anderen vertrauen können. Es ist alles im Fluss, jeder von uns weiß, wann er vorpreschen oder einen Schritt zurücktreten muss.“,erklärt Allman. Und Betts fügt hinzu: „Sobald wir einmal angefangen hatten, war es, als würden sich Schleusentore öffnen.“„Bless Your Heart“ gleicht einer Feuersbrunst aus früheren Einflüssen und Neuerfindung, aus Selbstvertrauen und Ehrgeiz, ein riesiges Panorama des Modern Rock. Zerklüftet und stampfend, berauschend und ausgefranst, ansteigend und sengend, Generationen überspannend und edel. West-und Ostküste, die Tore des Mittleren Westens, die Sumpfgebiete Floridas, der große Himmel Wyomings, der Big Apple New Yorks und die „Big Shoulders“ Chicagos.

Eigentlich könnte man hier direkt aufhören weiter zu schreiben, drückt das Promoschreiben doch schon so ziemlich alles aus, was das Album ausmacht. Voller Intensität und mit unglaublich viel Gefühl spielt sich die Band streckenweise in einen regelrechten Rausch, der nicht umsonst die Nähe der beiden Namensgeber zu ihren Vätern bzw. deren Band deutlich zum Vorschein bringt. Der Apfel fällt ja bekanntlich auch nicht weit vom Stamm. Devon Allman hatte ja schon eine erfolgreiche Solokarriere durchlaufen, konnte sich bereits einen eigenen guten Namen machen. Auch Duane Betts ist dieses Kunststück gelungen und doch bringt erst die Verbindung der Beiden die Gänze dieser intensiven Schöpfungskraft zur Geltung. „Bless Your Heart“ ist ein gewaltiger Schritt in Richtung der großen Bühnen dieser Welt – sofern es denn irgendwann einmal weitergeht im internationalen Konzertgeschehen. Bis zur nächsten Show wird aber auf jeden Fall das Album, das mit seiner oppulenten Laufzeit von mehr als 70 Minuten zu keiner Zeit langweilig wird, als Überbrückungshilfe herhalten müssen. Aber das ist beileibe nicht die schlechteste Wahl und lässt die Vorfreude auf eine Tour umso größer werden.

Fazit: Man ist fast geneigt, das Album als Meisterwerk zu betiteln.

  1. Pale Horse Rider
  2. Carolina Song
  3. King Crawler
  4. Ashes Of My Lovers
  5. Savannah’s Dream
  6. Airboats & Cocaine
  7. Southern Rain
  8. Rivers Run
  9. Magnolia Road
  10. Should We Ever Part
  11. The Doctor’s Daughter
  12. Much Obliged
  13. Congratulations

 

Label: BMG Rights Management

VÖ: 28.08.2020

Laufzeit: 71:15 Min.

Herkunft: USA

Stil: Southern/Blues Rock

Webseite: https://www.allmanbettsband.com/

Facebook: https://de-de.facebook.com/AllmanBettsBand/

 

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