ACCEPT (DE) – Symphonic Terror- Live at Wacken 2017 / DVD & Blu ray

ACCEPT (DE) – Symphonic Terror- Live at Wacken 2017 / DVD & Blu ray

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔11.November 2018
ACCEPT (DE) – Symphonic Terror- Live at Wacken 2017 / DVD & Blu ray

Das schleichend ausklingende Jahr, steht ganz im Zeichen des Heavy Metal, egal ob visuell auf der Flimmerkiste, als Vinyl / CD rotierend, oder leibhaftig auf der Bühne. Und weil das nicht reicht, geht es im Frühjahr 2019 genau so weiter, nur etwas größer auf der Bühne, doch dazu später noch mehr. Die Rede ist natürlich von der deutsch-amerikanischen Songschmiede Accept, die im 10. Jahr ihrer „Wiedervereinigung“ (oder nennt man es eher Comeback?), mehr als nur fleißig sind. Aktuell sind die Herren auf (eigener Festival-) Tour.

Gleichzeitig laufen alle Vorbereitungen zur DVD / Blu ray VÖ „Symphonic Terror- Live At Wacken 201″, welche am 23. November 2018 erscheinen wird, und über die ich gleich etwas schreiben darf. Das reicht aber noch nicht, also wurde die geneigte Gefolgschaft bereits mit einem kl. Apetizer auf das kommende DVD Erlebnis neugierig gemacht, in Form der 10“ Vinyl „Balls To The Wall / Symphony No.40 In G Minor“ .

Und weil diese Symbiose aus meist bekannten Klassik Songs und Heavy Metal bei Accept so… Oh, ich greife vor. Also werde ich mal sofort auf die demnächst erscheinende DVD eingehen. „Symphonic Terror- Live At Wacken 2017“ beinhaltet das Konzert auf den heiligen Metalwiesen im Norden Deutschlands, wo Accept 2017, eine spektakuläre Show vor 80.000 Zuschauern live vor Ort (und unzähligen Zuschauern vor irgendwelchen Live-Streams daheim), zelebrierten. Aufgeteilt in 3 Sets, begann der Spielspaß mit gewohnt-metallischer Härte, gefolgt von klassischen Ausflügen mit dem Headbangers Symphony Ensemble und endet mit einem satten Mix aus Klassik und Metal, im Best-Of Accept-Stil.

Set 1:

„Die By The Sword“ eröffnet diesen denkwürdigen Abend und zeigt Wolf, Peter, Mark, Uwe & Christopher in bester Spiellaune, niemanden ist irgendwelche Anspannung anzumerken. Sehr befreit aufspielend geht es auch gleich weiter mit „Restless & Wild“ und nach kurzer Bgrüßung kommt „Koolaid“ zum Zuge. Mein pesönliches Highlight auf dem aktuellen Album, verbindet er die Moderne mit der alten Schule und lässt Sänger Mark zum ersten Mal beinahe explodieren, der übrigens auch bestens bei Stimme ist. Schon beim darauffolgenden Song geht mir „This DVD should be a pandemic“ durch den Kopf, denn die Songauswahl und die Reihenfolge, sind ein sehr gut laufender Fluss und macht auch vom Bild und Ton her, viel Spaß. Auch das Wetter hat sichtbar mitgespielt. Nach „Final Journey“ wird die nächste Runde mit Hife eines Vorhangs vorbereitet…

Set 2:

Pause für Mark, Peter und Uwe, für Headbangers Symphony steht eine leicht veränderte Formation auf der Bühne, und hinter sich: das ORCHESTRA CNSO – CZECH NATIONAL SYMPHONY ORCHESTRA. Unter der Leitung von Wolf Hoffmann´s langjährigem italienischem Freund Melo Mafali, der sich auch um die orchestralische Umsetzung, die Arrangements kümmerte und am Keyboard mitwirkt. Zwischendurch gibt es immer wieder Sequenzen vom Festival, und mir wird wieder klar, was das inzwischen für ein beeindruckendes Monster-Festival ist. Der Blick von der Bühne, muss doch auch für den Musiker ein reines Freudengefühl sein. Klassisch, dramatisch fällt der Vorhang und Headbangers Symphony starten mit „Night On Bald Mountain“ den 2.Akt. Am Bass nun Daniel Silvestri und Phillip Shouse an der 2. Gitarre. Christopher trommelt sich auch durch den klassichen Moment. Zig Tausend gereckte Pommesgabeln zeugen von sofortiger Annahme, dieses klassisch-metallischen Ereignis, welches der Startschuss für den bewölkten Sonnenuntergang bildet, und das Bühnenlicht immer besser zur Geltung kommt. Beethoven´s „Scherzo“ und das folgende „Romeo & Juliet“, klingen hart und sanft zugleich. Auch im Wechselspiel Orchester / Metal funktioniert die Harmonie beider Welten ebenso gut, wie im gemeinsamen Spielmoment. Vivaldi´s „Double Cello Concerti In G Minor“ läuft super im Flow von (wieder Beethoven) „Pathetic“, und Mozart´s „Symphony No. 40 In G Minor“, beendet den sehr kurzweiligen Headbangers Symphony Part. Mir stellt sich die Frage: wie würden Mozart, Bach, Schubert, Beethoven und Co. klingen, wenn sie schon zu Ihrer Zeit die musikalischen, bzw. technischen Möglichkeiten gehabt hätten? Wolf Hoffmann hat gezeigt, wie brachial und hart, aber doch unter die Haut gehend, dieses Liedgut intoniert werden kann. Diese perfekt funktionierende Einheit und Darbietung von Klassik und Metal habe ich in vollem Umfang das letzte Mal beim Trans-Siberian Orchestra erlebt. Ich ziehe den Hut, das ist mehr als nur gelungen.

Set 3:

Vielleicht die Krönung die Abends? Accept-Klassiker mit klassischer Orchester-Untermalung / Begleitung,…“Princess Of The Dawn“ macht den Anfang und es zeichnet sich schnell ab, dass hier lange an den Arrangements getüftelt wurde, um die jetzigen Gänsehäute zu erzeugen…beinahe gespenstisch gut, klingt das Zusammenspiel zwischen Accept (jetzt auch wieder mit Peter, Mark und Uwe auf der Bühne) und dem tschechischen National Orchester. „Stalingrad“ wirkt durch den Orchster-Einsatz düsterer, heavier und walzt alles mit einer unübertroffenen schweren Epik nieder. Es klingt, als wäre der Song nur für diesen Abend geschrieben worden, um genau so, dramatisch dargeboten zu werden. Alle sichtlich gut gelaunten Musiker geben alles, um alte und neue Songs, Heavy Rocker und metallische Abrissbirnen ein noch mächtigeres, gewaltigeres, und auch bedrohliches Gesicht zu geben, was auch zu jeder Note gelingt und vom Publikum honorierend gefeiert wird. Diese musikalische Verbindung, drückt den Härtegrad nach oben, was natürlich beim Wackenpublikum bestens ankommt. Ein Highlight in der Wacken-Historie und ein Highlight in der Bandgeschichte. Der klassische Part in „Metal Heart“ wurde ausgiebig und hörenswert ausgeschmückt, bekam mehr Tiefe und „Teutonic Terror“ macht noch mal schwermetallisch-klassisch verbandelt klar, dass, wenn man wirklich will, 2 Welten miteinander leben und funktionieren können! Sogar intensiver, als alleinstehend. Inzwischen ist´s auch dunkel in Wacken und die Licht- / Pyrospielereien, leuchten das Opus opulent,  aber nicht aufdringlich aus. Ich habe Accept in meinem Leben ja schon oft live erlebt, aber ich habe noch nie „Balls To The Wall“ so fett und heavy groovend gehört (siehe Clip weiter unten!), womit der Gig dann auch leider endet. Das war nicht Accept mit Orchester, das war Klassik Accept oder Accept Klassik – auf jeden Fall perfekt miteinander verwoben und verschmolzen.

Als kleinen Bonus gibt es ein knapp 9-minütiges Special zur Entstehung dieses Götterdämmerungs-ähnlichen Ereignisses, vom Presse-Tag über die Rehearsals, Backstage-Impressionen, usw. Dazu gibt es noch einen weiteren kleinen Bonus, in dem Wolf Hoffmann einiges zu Headbangers Symphony erzählt (Idee, Entstehung, Verwirklichung, usw.). Ein sehenswerter Imagefilm.

Fazit: Accept lassen einen beeindruckend an der Verquickung Metal / Klassik teilhaben und über 80ooo Zuschauer waren Zeuge, einer „…night to remember…“ (Mark Tornillo). Die Präzision, die Musik, die Stile, die Songauswahl, die Spiellaune, der Sound, das Ambiente…einfach alles ist gehaltvoll und stimmig, die Vorbereitungen haben sich gelohnt. Wäre ich im letzten Jahr vor Ort gewesen, wäre das meine Show des Jahres 2017 geworden. So wird es meine Live-DVD des Jahres 2018.

Mehr Infos erzählt Wolf Hoffmann in einem kleinen Gespräch, siehe hier:

In folgenden Formaten wird „Symphonic Terror- Live At Wacken 2017“ erhältlich sein: Blu ray + 2CD Digipack, DVD +2CD Digipack, 3 LP Box (Black Vinyl) incl. Booklet & Poster, 3 LP Box (Gold Vinyl) incl. Booklet & Poster.

Tracklist:

Part 1: Accept

01. Die By The Sword

02. Restless And Wild

03. Koolaid
04. Pandemic

05. Final Journey

Part 2: Headbanger’s Symphony

06. Night On Bald Mountain

07. Scherzo

08. Romeo And Juliet

09. Pathétique

10. Double Cello Concerto in G Minor

11. Symphony No. 40 in G Minor

Part 3: Accept with Orchestra

12. Princess Of The Dawn

13. Stalingrad

14. Dark Side Of My Heart

15. Breaker

16. Shadow Soldiers

17. Dying Breed

18. Fast As A Shark

19. Metal Heart

20. Teutonic Terror

21. Balls To The Wall


Bonus:

22. Making Of: Wacken

23. Making Of: Headbanger’s Symphony

Line-Up Accept:

Wolf Hoffmann – Guitar

Peter Baltes – Bass

Mark Tornillo – Vocals

Uwe Lulis – Guitar

Christopher Williams – Drums

Line-Up Headbanger Symphony:

Wolf Hoffmann – Guitar

Phillip Shouse – Guitar

Daniel Silvestri – Bass

Christopher Williams – Drums

Melo Mafali – Keyboards

und das ORCHESTRA CNSO – CZECH NATIONAL SYMPHONIY ORCHESTA

VÖ: 23-11-2018

Spielzeit:

Show: Knapp 2 Stunden

Bonus Wacken: Ca. 9 Minuten

Bonus Headbangers Symphony: Ca. 6 Minuten

Accept im Internet:

FB – https://www.facebook.com/accepttheband/

HP – http://acceptworldwide.com/

Wolf Hoffmann / Headbangers Symphony im Internet:

FB – https://www.facebook.com/wolfhoffmannofficial/

HP – https://www.wolfhoffmann.com/

Youtube:

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