ABYSSTHRONE – „Death Bringer“ (EP)

ABYSSTHRONE – „Death Bringer“ (EP)

📁 Allgemein, News, Reviews 🕔25.August 2020
ABYSSTHRONE – „Death Bringer“ (EP)

ABYSSTHRONE – „Death Bringer“ (EP)

Label: Eigenveröffentlichung

Laufzeit: 15:32 min

VÖ: 28.05.2020

Genre: Death Metal in seiner schönsten Form – dreckig, gewalttätig, roh!


ABYSSTHRONE kommen aus dem schönen Harz und legen mit „Death Bringer“ ihre zweite EP nach dem 2015 veröffentlichen “Necropolis Inferno” vor. Und das vorweg, die vier Herren hauen uns hier in bester Tradition einen verdammt schmutzstarrenden Hassbrocken um die Ohren, der mich so wunderschön kraftstrotzend, breitbeinig und brutal anlächelt, dass ich mich sofort in ihn verlieben musste.

Angetrieben wird diese feuerspeiende Höllenwalze von fetten Riffs, die die Lieder so eingängig wie zwingend beherrschen und sich zu mächtigen Riffgebirgen auftürmen. Das sägt, krawallt, fräst und tobt so herzerfrischend unbekümmert durch knackende Knochen, rostigen Stahl und schmutzigen Beton, das es eine wahre Freude ist. Dank dieser Gabe können es sich ABYSSTHRONE etwa leisten, im eröffnenden „Paid By The Reaper“ nach dem ruhigen Mittelteil ein Riff nur mal so zwischendurch einzufügen, das mit seinem mitreißenden Panzergroove so begeistert, dass dafür andere Bands nicht nur schlimme Dinge tun, sondern auch einen eigenen Hit erschaffen würden. Der pure Wahnsinn! Dazu können ABYSSTHRONE mit Herrn Slotahr einen Sänger aufweisen, der auch in jeder anderen Death Metal Band seinen Mann stehen würde. So und nicht anders muss das klingen, wenn sich Wut und Muskeln zu einem malmenden Growlen vereinen. Darunter ackern ein treibender Bass und ein wuchtiges Schlagzeug, selbstbewusst, schweißtreibend und mit einem lässigen Grinsen auf den Backen. Dabei ist es vor allem Herrn Beutler mit seinem druckvollen, selbstsicheren und jederzeit konsequenten Agieren am Schlagzeug zu verdanken, dass die Musik trotz der vielen Tempowechsel stets nachvollziehbar bleibt. Das passt alles in einem energetischen Sturm aus Blast Beats, feisten Grooves, Doublebass-Attacken und Uffta-Galopp. Dazu weiß er nicht nur sein Ridebecken effektiv einzusetzen, sondern endlich auch das China nicht nur als bloßen Showeffekt zu missbrauchen, sondern innovativ und prägnant zu platzieren. Grandios.

Vor allem aber gelingt es ABYSSTHRONE, aus Können und Enthusiasmus Musik zu erschaffen, die sich nicht auf den Lorbeeren der Tradition ausruht oder in purer Nachäfferei verliert, sondern eigene Akzente zu setzen weiß. Na klar, das alles verneigt sich in fröhlicher Ehrfurcht vor den großen Helden wie Dismember, Entombed, Entrails, aber auch Massacre oder Grave. Aber zu jeder Sekunde ist hier zu hören, dass die vier Herren innerhalb der engen Grenzen des Genres doch ihr ganz eigenes Ding machen. Und das heißt nicht nur stumpfes Riffgeschiebe oder primitves Gehacke, sondern bewusst gesetzte Ecken und Kanten, Abbiegungen und Haken, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Immer wieder gibt es überraschende Details, die den so gewohnten wie typischen Songaufbau aufbrechen und für Abwechslung und Kurzweil sorgen. Da erklingt in „Paid By The Reaper“ noch vor der ersten Strophe ein melodisches Solo, während in der Mitte das Gewaltszenario urplötzlich in sich zusammenfällt, um sich dann aus einer lieblichen Gitarrenmelodie erneut zu bluttriefender Mächtigkeit und Black Metal Raserei zu erheben. In „Chapter II – Metropolis Inferno“ gehört die Bühne zunächst dem Bass, dem Herr Slotahr mit einer Stimme folgt, die in ihrem völlig verstörenden Wahnsinn beängstigend eindringlich daherkommt, um dann von disharmonischen Gitarren abgelöst zu werden. Da formt sich in „Endless Stream Of Blood“ aus einem tonnenschweren Groove ein mächtiges Brachialinferno, dessen Ridebecken sich mit jedem Schlag tiefer in meinen Schädel hämmert. Das alles quillt in einem erfreulich gentretypischen Sound aus den Boxen. Das ist massiv, breit, dunkel, aggressiv und wuchtig. Und genau so muss das.

Fazit: ABYSSTHRONE haben mit „Death Bringer“ ein kleines, aber verdammt schickes Werk an harter Musik erschaffen. Ihr so eingängiger wie detailreicher Death Metal strotzt vor Gewalt, Dunkelheit und Schmutz. Vor allem zaubert er mir ein Lächeln in mein Gesicht. Das atmet zu jeder Sekunde große Leidenschaft und echte Hingabe. Das ist wahre Liebe zum Metal. Hier ist mein Befehl: Kaufen. Hören. Sofort. Ich verspreche, Ihr werdet es nicht bereuen. Und Euch, meinen Herren von ABYSSTHRONE, kann ich nur sagen: Vielen Dank! Und vor allem: Macht ja weiter so!

Liederliste:

1. Paid By The Reaper (4:27)
2. Chapter II – Metropolis Inferno (3:30)
3. Endless Stream Of Blood (4:01)
4. Engraved Into Iron Heights (3:34)

Quelle Bild: facebook.com/abyssthrone

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