Hexer (DE) A Black Flame in Cosmic Void EP
Kann eine Flamme brennen, ohne Licht zu spenden? Schon der Titel „A Black Flame in Cosmic Void“ spielt mit
Kann eine Flamme brennen, ohne Licht zu spenden? Schon der Titel „A Black Flame in Cosmic Void“ spielt mit einem Widerspruch: Feuer steht für Leben und Veränderung, das kosmische Nichts für Leere und Auslöschung. Die Essener Band Hexer übersetzt solche Gegensätze seit Jahren in einen schwer einzuordnenden Sound. Auf ihrer am 3. Oktober 2026 über Crawling Chaos Records erschienenen EP verdichten Marvin Giehr und Gereon Brune Doom, Sludge sowie Elemente aus Black und Death Metal zu drei Stücken mit gut 21 Minuten Spielzeit.
Drei Stücke zwischen Finsternis und kosmischer Leere
„Torch Head“ eröffnet die Veröffentlichung und liefert bereits im Namen ein verstörendes Bild. Der brennende Kopf lässt sich als Sinnbild für Überforderung, Besessenheit oder einen zerstörerischen Erkenntnisdrang lesen. Musikalisch setzt das Duo auf massige, raue Gitarrenklänge und eine Schlagzeugarbeit, die dem schleppenden Fundament immer wieder Bewegung verleiht. Die schmutzige Klangästhetik wirkt dabei bewusst gestaltet und keineswegs zufällig.
Im Zentrum steht das bereits Ende 2025 ausgekoppelte „Black Flame In Cosmic Void“. Die gut sechs Minuten werden nicht mit gleichförmigem Doom gefüllt: Gewaltig verzerrte Riffs und wuchtige Trommelschläge wechseln mit nervösen Gitarrenfiguren und einer deutlich zurückgenommenen Passage. Wenn sich die Instrumente anschließend wieder aufbäumen, erhalten die heiseren Schreie zusätzliche Dringlichkeit. Gerade dieses Wechselspiel zwischen beinahe zerbrechlicher Ruhe und körperlicher Härte gehört zu den stärksten Momenten der EP.
Wenn selbst die Dunkelheit zu brennen beginnt
Das titelgebende schwarze Feuer könnte für eine Kraft stehen, die nicht erhellt, sondern alles Vertraute verschlingt. Ob Hexer tatsächlich eine solche Geschichte erzählen, lässt sich ohne veröffentlichte Songtexte nicht belegen. Als Bild für die Musik funktioniert der Gedanke dennoch ausgesprochen gut: Die Komposition vermittelt Bedrohung, ohne sich ausschließlich auf Lautstärke zu verlassen.
Mit „Horizontal Heavy Rain“ folgt der knapp zehnminütige Abschluss. Schon die Vorstellung waagerecht peitschenden Regens vermittelt Widerstand und Orientierungslosigkeit. In Verbindung mit dem bedrückenden Klangcharakter der Veröffentlichung entsteht daraus das Bild eines Menschen, der gegen Kräfte ankämpft, denen er kaum ausweichen kann. Die lange Laufzeit entspricht Hexers Vorliebe für ausgedehnte, weniger konventionell angelegte Stücke. Allerdings verlangt diese Art von Musik Geduld; griffige Refrains sucht man hier vergeblich.
Unser Fazit
Die Produktion hält die tiefen Frequenzen präsent, ohne Gitarren und Schlagzeug in einem undurchsichtigen Klangbrei verschwinden zu lassen. Kleinere Wiederholungen sind bei dieser konsequent schweren Ausrichtung kaum vermeidbar. Dennoch zeigt „A Black Flame in Cosmic Void“, wie wirkungsvoll Hexer mit begrenzter Besetzung arbeiten. Eine unbequeme, atmosphärisch starke EP, die ihre Wirkung eher aus Spannung und Textur als aus eingängigen Melodien bezieht.

Trackliste
- Torch Head – 05:10
- Black Flame In Cosmic Void – 06:20
- Horizontal Heavy Rain – 09:38
Credits
Interpret: Hexer
Titel: A Black Flame in Cosmic Void
Herkunft: Essen, Deutschland
Format: EP | Vinyl | Digital
Veröffentlichung: 3. Oktober 2026
Genre: Sludge Metal | Doom Metal | Blackened Doom
Label: Crawling Chaos Records
Spielzeit: 21:08 Minuten
Aufnahme, Mix und Mastering des Titelsongs: Scumlight Studio, Memmingen
Artwork: Max Barth (Bloodbarth)
Besetzung
Marvin Giehr – Gitarre und Gesang
Gereon Brune – Schlagzeug


