The Eternal (FI) Obscured Horizons
Manchmal braucht es keinen klaren Blick auf den Horizont, um zu erkennen, wohin die Reise führt. Gerade die Ungewissheit,
Manchmal braucht es keinen klaren Blick auf den Horizont, um zu erkennen, wohin die Reise führt. Gerade die Ungewissheit, das Scheitern vermeintlicher Gewissheiten und die Suche nach einem neuen Anfang können erstaunlich viel musikalische Ausdruckskraft freisetzen. Mit „Obscured Horizons“ widmen sich The Eternal genau diesen menschlichen Widersprüchen. Das australisch-finnische Quartett um Sänger und Gitarrist Mark Kelson veröffentlicht am 18. September 2026 über Reigning Phoenix Music sein achtes Studioalbum. Nach dem 2024 erschienenen „Skinwalker“ und der EP „Celestial“ konzentrieren sich die Musiker stärker auf kompakte Kompositionen. Neun Stücke verteilen sich auf knapp 47 Minuten, wobei melancholischer Gothic Metal, melodischer Doom und progressive Elemente eine ausgesprochen geschlossene Verbindung eingehen.
Melancholie zwischen Gothic und Progressive Metal
Bereits „Lament For The Hollow“ eröffnet das Album mit schweren Gitarren und einer ausgeprägten melancholischen Atmosphäre. Kelsons warmer Klargesang bildet einen wirkungsvollen Gegenpol zu den düsteren Instrumentalpassagen. „Existing To Expire“ erhöht anschließend das Tempo und erinnert mit seinem treibenden Groove stellenweise an Paradise Lost während ihrer Gothic-Rock-Phase. Das melodischere „Colours Fade“ beschäftigt sich mit Erinnerung, Identität und dem Verlust vermeintlicher Gewissheiten. Sanfte Passagen wechseln mit druckvollen Gitarren, ohne dass die Band ihre zurückhaltende Grundstimmung verlässt.
Mit „Harmony Breaks“ gewinnt das Album wieder an rhythmischer Bewegung. Die Gitarren von Richie Poate und Kelson greifen geschickt ineinander, während Niclas Etelävuori am Bass und Jan Rechberger am Schlagzeug für ein solides Fundament sorgen. „I’ve Seen The Dream“ führt anschließend zurück zu getragenen Melodien und emotionalem Gesang. Allerdings beginnen sich die überwiegend ähnlichen Tempi und Klangfarben im Verlauf der ersten Albumhälfte etwas abzunutzen.
„Liminality“ durchbricht die Zurückhaltung
Den notwendigen Kontrast liefert „Liminality“. Der mit knapp sieben Minuten längste Titel beginnt deutlich aggressiver und erhält durch die Growls von Amorphis-Sänger Tomi Joutsen zusätzliche Schwere. Hier erinnern The Eternal wieder stärker an ihre Doom-Metal-Wurzeln. Das anschließende „Obscured Horizons“ verbindet progressive Gitarrenarbeit mit einem eingängigen Refrain. „Yesterdays Gone“ überzeugt durch markante Riffs und melodische Solopassagen, bevor „Awaken“ mit einem ausladenden Arrangement einen versöhnlichen Schlusspunkt setzt.
Unser Fazit
Mit „Obscured Horizons“ präsentieren The Eternal ein atmosphärisch dichtes und handwerklich überzeugendes Album, dessen größte Stärke zugleich seine Schwäche darstellt. Die konsequente Melancholie verbindet sämtliche Stücke, lässt allerdings gelegentlich die notwendige Dynamik vermissen. Besonders „Liminality“, „Existing To Expire“ und „Yesterdays Gone“ zeigen, wie wirkungsvoll die Band Eingängigkeit und Härte miteinander verbinden kann. Wer düsteren, melodischen Metal zwischen Paradise Lost, Katatonia und progressivem Gothic Rock schätzt, findet hier dennoch reichlich überzeugendes Material.

Trackliste
- Lament For The Hollow – 05:04
- Existing To Expire – 04:10
- Colours Fade – 04:57
- Harmony Breaks – 05:05
- I’ve Seen The Dream – 04:13
- Liminality – 06:59
- Obscured Horizons – 05:10
- Yesterdays Gone – 05:12
- Awaken – 06:06
Credits
Interpret: The Eternal
Titel: Obscured Horizons
Herkunft: Australien | Finnland
Format: Album | CD | Vinyl | Digital
Veröffentlichung: 18. September 2026
Genre: Gothic Metal | Doom Metal | Progressive Metal
Label: Reigning Phoenix Music
Spielzeit: 46:56 Minuten
Produktion und Mix: Mark Kelson und Jan Rechberger
Mastering: Joe Carra, Crystal Mastering
Artwork: Kate Roney
Layout: Mark Kelson
Besetzung
Mark Kelson – Gesang und Gitarre
Richie Poate – Leadgitarre
Niclas Etelävuori – Bass
Jan Rechberger – Schlagzeug und Percussion
Tomi Joutsen – Growls auf „Liminality“
Santeri Kallio – Orgel auf „Harmony Breaks“ und „Liminality“
Oskari Auramo – zusätzliche Percussion


