Double Crush Syndrome (DE) Until One Of Us Dies
Double Crush Syndrome melden sich mit „Until One Of Us Dies“ nicht einfach zurück, sie treten die Tür mit
Double Crush Syndrome melden sich mit „Until One Of Us Dies“ nicht einfach zurück, sie treten die Tür mit verschwitztem Grinsen wieder auf. Sieben Jahre nach „Death To Pop“ klingt das Trio aus Mülheim an der Ruhr so, als hätte die längere Pause eher Benzin als Staub angesetzt. Andy Brings, Slick Prolidol und Markus Herzog liefern ein Album, das nicht um Relevanz bettelt, sondern sie sich mit dreckigen Riffs, großen Refrains und einer klaren Rock’n’Roll-Haltung einfach nimmt.
Rock’n’Roll ohne Altersmilde
„Until One Of Us Dies“ lebt weniger von einzelnen Auskopplungen als von seiner geschlossenen Haltung. Die Platte wirkt wie ein einziger Mittelfinger gegen Stillstand, Müdigkeit und angepasste Vernunft. Statt Balladen gibt es zehn Songs, die nach vorne wollen, aber dabei nie vergessen, dass ein guter Refrain härter treffen kann als bloßes Tempo. Der Opener „It’s A Trap“ setzt diese Richtung sofort: Erwachsenwerden erscheint hier nicht als Ziel, sondern als Falle, aus der sich die Band mit Lärm, Melodie und Trotz befreit.
Auch inhaltlich ist das Album wacher, als seine rotzige Oberfläche zunächst vermuten lässt. „Free Hugs For Dictators“ attackiert autoritäre Verführer und ihre billigen Parolen, während „Mercury In Retrograde“ kollektive Gereiztheit und persönliches Chaos in einen eingängigen Rocksong gießt. „Rome“ bleibt als Ohrwurm hängen, „Death Disco“ bringt funky Schmutz ins Spiel, und „Mi Corazon Salvaje“ erweitert die Farbpalette mit spanischem Herzschlag, ohne den Dreck aus den Stiefeln zu wischen.
Drei Musiker, eine Haltung
Die Stärke liegt im Zusammenspiel. Andy Brings singt und spielt mit rauer Direktheit, aber auch mit einem untrüglichen Gespür für Pop-Hooks. Slick Prolidol gibt dem Material am Bass Druck und Stimme, während Markus Herzog die Songs trocken, präzise und ohne unnötige Show nach vorne treibt. Die Produktion von Andy Brings und Wolfgang Stach lässt genug Kante stehen: nichts klingt klinisch, nichts klingt zufällig.
Unser Fazit
„Until One Of Us Dies“ ist kein nostalgischer Rückfall, sondern ein vitales, dreckiges und erstaunlich vielseitiges Rock’n’Roll-Album. Double Crush Syndrome beweisen, dass Punk-Attitüde, Glam-Gefühl, Powerpop und Ruhrpott-Sturheit bestens zusammenpassen. Diese Platte will nicht perfekt sein. Sie will leben. Genau deshalb funktioniert sie so gut.

Trackliste
01. It’s A Trap
02. Rome
03. Death Disco
04. Mercury In Retrogade
05. Until One Of Us Dies
06. Mover And Shaker
07. Ain’t It Funny
08. Mi Corazon Salvaje
09. Free Hugs For Dictators
10. Off With Her Head
Credits
Interpret: Double Crush Syndrome
Titel: Until One Of Us Dies
Herkunft: Mülheim an der Ruhr, Deutschland
Format: Album
VÖ: 5. Juni 2026
Genre: Rock’n’Roll | Punk Rock | Glam Rock | Powerpop
Label / Vertrieb: Eigenverlag / DIY
Besetzung:
Andy Brings – Gesang, Gitarre
Slick Prolidol – Bass, Gesang
Markus Herzog – Schlagzeug
Andy Brings – Produktion
Wolfgang Stach – Co-Produktion, Mix


