THE RUINS OF BEVERAST – „Tempelschlaf“
Genre: Atmospheric Dark Gothic Metal Der Herr Alexander von Meilenwald hat sich mit THE RUINS OF BEVERAST sein ganz
Genre: Atmospheric Dark Gothic Metal
Der Herr Alexander von Meilenwald hat sich mit THE RUINS OF BEVERAST sein ganz eigenes musikalisches Universum geschaffen. In dem herrscht eine düstere, mystische, mit finsteren Geheimnissen aufgeladene Atmosphäre, in die man sich ganz tief hineinsinken lassen kann. Aber eben auch gewillt sein muss, dies zu tun, denn nur dann kann dieser bedrohliche Klangkosmos seine Wirkung entfalten. Denn einfach macht es uns Herr von Meilenwald auch mit dem neuen Album „Tempelschlaf“ nicht. Viele mögen den in früheren Zeiten entfachten wahnsinnigen Black Metal Sturm von „Rain upon the Time“ und „Foulest Semen oft a sheltered Elite“ hinterhertrauern und die vermeintliche Hinwendung zu mehr Klarheit, Struktur und deutlichem Gothicanstrich in „The Thule Grimoires“ ablehnen. Aber „Tempelschlaf“ zeigt, dass THE RUINS OF BEVERAST diesen ihren Weg konsequent weitergehen.
Das beginnt schon mit dem eröffnenden Titelstück. „Tempelschlaf“ ist ein fast zehnminütiges gewaltiges, unnachgiebiges, langsam und stoisch dahinfließendes Ambient-Ungetüm sich aufbauender Schichten aus perkussivem Schlagzeug, schwerem Riffing, akustisch schwebenden Gitarren, allerlei Elekronika und einem darüber wabernden Sprechgesang, das am Ende in einem manischen Gitarrensolo mündet. Das zeugt von Mut – und gewaltigem Selbstbewusstsein, denn eine klare Richtung oder ein Hinweis, wohin denn die dunkle Reise gehen soll, lässt sich hier zunächst vergebens suchen. In den folgenden Liedern wird das dann klarer. Oder eben dunkler. Denn das ist hier das Stichwort. Herr Meilenwald zeigt vor allem mit „Cathedral of Bleeding Statues“, bei dem eine doomige Schwere und immer wieder eingestreuter Klargesang dominieren, „Alpha Fluids“ und „Babel, You Scarlet Queen!“, die sich mit ihrer Dark Metal Melodik schon sehr nah an den Gothic Mainstream heranbewegen, wo er sich derzeit zuhause fühlt. Letzter Beweis für alle Zweifler ist dann das abschließende „The Carrion Cocoon“, in denen all das zusammengefasst wird: Schwere, Bombast, düstere Melodik, der Wechsel zwischen hartem Groove und schleifender Massivität, zwischen aggressiven Growls und einem melancholischen, rezitativen Klargesang, zwischen monolithischen Riffkaskaden und feinzieselierten Melodiebögen. Am Ende ist das dann atmosphärischer Dark Metal, eine unheilvolle Aura voller Dunkelheit, Poesie und Opulenz.
Fazit: Alexander von Meilenwald setzt mit „Tempelschlaf“ seine aktuelle Vision von THE RUINS OF BEVERAST konsequent fort. Dabei bewegt er sich weiter hinaus aus dem Black Metal, aus Wahnsinn und Dissonanz, und weiter hinein in Gothic und Dark Metal. Die frühere Komplexität und Verzweigung werden zurückgefahren zugunsten einer höheren Nachvollziehbarkeit und Eingängigkeit. Und an manchen Stellen ist es dann nicht mehr weit zu The Vision Bleak, Moonspell und ähnlichen Bands. Es bleibt abzuwarten, was weiter geschehen wird im Universum von THE RUINS OF BEVERAST. Unabhängig von jeglichen Stilfragen und Schubladen gelingt es Herrn von Meilenwald aber auch dieses Mal, eine grandiose Atmosphäre voller Dunkelheit, Mystik, Horror und Geheimnissen zu erschaffen, die Hörende tief in sich aufzusaugen vermag. Das ist zu jeder Sekunde packend, emotional und mitreißend. THE RUINS OF BEVERAST haben die Gabe, zu begeistern und zu berühren. Und darauf kommt es ja am Ende an.
Liederliste:
- Tempelschlaf (9:35)
- Day of the Poacher (6:42)
- Cathedral of Bleeding Statues (6:41)
- Alpha Fluids (7:15)
- Babel, You Scarlet Queen! (7:48)
- Last Theatre of the Sea (7:51)
- The Carrion Cocoon (13:09)
Label: Ván Records
Laufzeit: 59:01 min
VÖ: 09.01.2026
Quelle & © Bilder/Info/Clips: The Ruins of Beverast / Ván Records




