WULFPÄCK – „War Ain’t Over“

WULFPÄCK – „War Ain’t Over“

📁 Reviews 🕔27.August 2018
WULFPÄCK – „War Ain’t Over“

WULFPÄCK – „War Ain’t Over“

Label: Violent Creek Records / Soulfood

Laufzeit: 32:45 min

VÖ: 31.08.2018

Genre: superb young german violent fun Thrash Power

Und noch ein neues Lebenszeichen meiner verehrtesten Labelbetreiber von Violent Creek Records – ich verneige mich tief und feiere Weihnachten, Ostern und den Thrashjahrestag auf einmal! Diesmal heißen die Herren WULFPÄCK, kommen aus Oberfranken, sind blutjung und liefern ihr Debüt „War Ain’t Over“ ab. Es gibt laut Cover zwei Gitarristen und einen Schlagzeuger, bei den Aufnahmen haben aber der Produzent Herr Mangalis (hat auch die neue Traitor produziert) Leads und Bass sowie ein Herr Dittrich das Schlagzeug zu verantworten. Das nur zu Info – denn für die Musik sind das alles rein überflüssige Infos. Dazu gibt es nämlich nur eins zu sagen: Das ist Thrashmetal, wie wir ihn lieben, so druckvoll wie dreckig, so wild wie fokussiert, so knackig wie verspielt, so bekannt wie geliebt, so weltoffen wie reaktionär. Denn WULFPÄCK ziehen ihren Thrash überall da durch, wo auch ein paar hässlich verrotete Brocken Hardcore und Punk auf der Straße liegen – und wie das Bands von Suicidal Tendencies bis zu Municipal Waste immer wieder gern zur Parole erheben. Die Musik ist knackig und entschlackt, hier sitzt jeder Ton und erfüllt einen Zweck: Spaß verbreiten! Der Sound ist nicht ganz so rotzig und dreckig, wie das bei vielen aktuellen Veröffentlichungen in diesem Genre üblich ist (am ehesten denke ich dabei etwa an „The Evolution Of Chaos“ von Heathen, die von der Gitarrenarbeit ebenfalls als Referenz dienen können), verfügt aber neben einer Unmenge an Druck und Aggressivität über ausreichend dunkle Ecken und Kanten, um jeglichen Verdacht von Glattbügelei brutal in den Thrashboden zu treten.

Die Lieder bersten über vor sägenden Killerriffs, die uns unglaublich präzise auf den Punkt gespielt um die Ohren fliegen. Dazu kredenzen uns die Herren an genau den richtigen Stellen melodische Soli, die nicht zur Saitenonanie verkommen, sondern stimmig in die Songs eingepasst werden („Mr. Shitface“, „Cannabusiness“, „War Ain’t Over!“). All das reitet auf einem gnadenlos hetzenden Schlagzeug, dass neben wunderbar stumpfen Uffta-Beats galoppierende Doublebassattacken liefert, und einem brutal drückenden Bass, der nicht nur den Riffs eine meterdicke Panzerstaße pflastert, sondern auch immer wieder mit überraschenden Linien individuelle Klasse zeigt („War Ain’t Over!“, „Toxic Assault“, „Glorycide“). Und dann springt mir der Herr Entwistle mit seiner Stimme ins Gesicht, packt, ohrfeigt, beißt mich und zerkratzt meine unendlich weiche Haut mit seinem heiseren, wütenden, fiesen, kotzenden, spuckenden, extrem schlecht gelaunten, ungezügelten Aggrobellen. Ja, wenn ihr an Seelenwanderung glaubt, dann war der gute Mann früher mal ein Pitbull von der ganz üblen Sorte! Mir kommen glatt die Freudentränen!

Fazit: WULFPÄCK legen mit „War Ain’t Over“ einen hochwertigen Erstling vor, der uneingeschränkt begeistert. Hier gibt es young german violent fun Thrash Metal vom Feinsten. Das ist frisch, voller Energie und Lebensfreude! Das ist Metal Power Yoga für die Thrasherseele! Unbedingte Kaufempfehlung. Und für Euch, meine Herren: Rauf auf die Bühne und losprügeln!

 

Liederliste:

1. Mr. Shitface (4:22)
2. Toxic Assault (3:45)
3. Buried in the Pit (2:01)
4. Cannabusiness (4:15)
5. Slaughter the Police (1:09)
6. War Ain’t Over! (3:12)
7. Pork (2:29)
8. Disastrous Invasion (2:36)
9. Cuntspiracy (3:03)
10. Glorycide (5:53)

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen