Velvet Viper (D) – Cosmic Healer

Velvet Viper (D) – Cosmic Healer

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔17.April 2021
Velvet Viper (D) – Cosmic Healer

Eineinhalb Jahre ist her, dass mit „The Pale Man Is Holding A Broken Heart” ein neues Album der reaktivierten Velvet Viper das Licht in den Plattenläden entdecken durfte. Nun folgt mit gleicher Mannschaft ein mehr als satter Nachfolger. Man merkt, dass sich Jutta seit mehr als 50 Jahren im Jungbrunnen Musik bewegt, merkt, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört und keine Sekunde verschwendet über ein Karriereende nachzudenken. Zusammen mit ihrem Gitarristen Holger Marx hat sie erneut ihre Vorreiterrolle in der weiblichen Metalwelt mit aller Power in die Waagschale geworfen und weiter manifestiert.

Zed Yago und Velvet Viper waren schon immer für erdige, rollende und dramatische Songs bekannt, die mit einem satten Groove dem Hörer auch mit den Texten, die nicht selten an die klassische Literatur angelehnt waren, einiges kredenzten. Doch das rollende, schwere Tempo scheint diesmal kaum mehr eine Rolle zu spielen, hat sich die Band dabei fast schon neu erfunden. Zeugnis dafür gibt es bereits mit dem krachenden Opener, der mit einer Doublebass Attacke ein sattes Pfund zum Start hinlegt. Bereits hier fällt auf, dass Velvet Viper diesmal mehr Wert auf Chöre gelegt hat. In den meisten Songs kommen sie zum Zuge und untermauern damit die gesangliche Höchstleistung von Jutta, geben den Songs dadurch mehr Dynamik und Ausdruck. Speziell ein Song wie „Osiris“ gewinnt mittels dieser Chorpassagen dermaßen an Brillianz, das es eine wahre Freude ist hier die eigenen Stimmbänder zu strapazieren und lauthals mitzugröhlen. Velvet Viper klingt frischer denn je, was vor allem an dem Songwriter-Duo Weinhold/Marx liegt, die diesmal über die selbst gesteckten Grenzen hinaus gegangen sind und damit vielleicht sogar das beste Album abgeliefert haben, das Jutta jemals veröffentlicht hat. Die Songs wirken kompakter, sind auch bei der Produktion nicht dem Trigger-Wahnsinn zum Opfer gefallen, sondern klingen herrlich dynamisch und organisch. Holger breitet das fetteste Riffing wie einen Klangteppich über den Songs aus und Johannes und Micha bieten dafür den voluminösen Teppich, auf dem sich Jutta austoben darf. Ob dieser Leistung kann man nur seinen Hut ziehen und Chapeau aussprechen. Danke Jutta und Bande für dieses Werk!

Fazit: Vielleicht hat sich die Band hiermit ein wenig neu erfunden, legt auf jeden Fall ein Album vor, das in der langen Laufbahn von Jutta Weinhold zu den besten gehört.

  1. Sword Sister
  2. Let Metal Be Your Master
  3. Cosmic Healer
  4. Holy Snake Mother
  5. Voice Of An Anarchist
  6. Sassenach
  7. Osiris
  8. On The Prowl
  9. Long Shadows
  10. Darkness Of Senses
  11. Götterdämmerung (Acoustic Version)

Label: Massacre Records

VÖ: 23.04.2021

Laufzeit: 49:01 Min.

Herkunft: Deutschland

Stil: Epic Metal/Dramatic Metal

Webseite: https://velvet-viper.de/

Facebook: https://www.facebook.com/VelvetViper

 

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