VADER – Solitude in Madness

VADER – Solitude in Madness

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔25.April 2020
VADER  – Solitude in Madness

VADER  (PL) „Solitude in Madness“
Spielzeit: 29 Min.
01.05.2020
Label: Nuclear Blast
Genre: VADER Metal (Death Metal)

Je älter Peter wird, desto „doller“ treibt er es.
„Solitude in Madness“ überzeugt nämlich durch die wuchtige Geschwindigkeit, Intensität als auch die Vielfalt des VADERischen Sound-Imperiums!

Die vorherigen Aufnahmen einiger „alten“ Songs (u.a. „Litany“/“Litania“, sowie einige Tracks des Debüts für den Re-Release „Dark Age“ in 2017) für spezielle Veröffentlichungen als auch die Tourneen mit bestimmten Jubiläums-Setlisten, haben für meine Begriffe definitiv einen Eindruck hinterlassen für den kreativen Songwriting-Prozess dieses „Solitude in Madness“(!?). Zudem scheint der Weg sich in ein anderes Studio -diesmal in England- zu begeben, mit einem neuen Produzenten, mit entscheidend gewesen zu sein, dass VADER heftiger, frischer & intensiver klingen, als die letzten Jahre zuvor.
Allein der Anfang mit dem seit Januar bekannten Track „Shock and Awe“ zeigt eindeutig die Richtung an, eben direkt in die Fresse – voll auf Speed. Darauf folgt die bereits nächste Videoclipauskopplung „Into Oblivion“; diese Nummer setzt sich sofort im Ohr fest – wird sicherlich auf den Live-Setlisten zu finden sein.
Tracks wie „Incineration of the Gods“ (James Drumseinsatz, etwas eine Hommage an Gorefest?!) & „And Satan Wept“ bilden durchaus eine Art Symbiose aus den Zeiten á la „Black To The Blind“ und „Litany“; dagegen lässt es sich bei „Sanctification Denied“ nicht leugnen, dass „Blood Of Kingu“ als auch „Reborn In Flames“ als Inspiration herhalten durften. „Emptiness“ -ebenfalls (wie „Despair“) von der 2019-EP „Thy Messanger“ bereits bekannt, klingt dagegen wie eine Thrash-Heavy-Nummer der ganz alten Ära der Band, als sie noch im Ostblock verharren mussten und noch nicht eindeutig klar war, dass sie sich dem puren Death Metal widmen würden. Das Stück ist aber dennoch frisch, heavy-deathig und könnte gewissermaßen auch den Jahren zwischen „Tibi et Igni“/“The Empire“ stammen.
Und obwohl es eben viele Sounds sind, die einem aus dem Vader-Repertoire bekannt vorkommen mögen, sind diese neuen Songs doch entsprechend anders, wirken alles andere als „nur“ old-school, im Gegenteil. Vader schaffen es Death-, Speed- & Brutal-Thrash Metal mit einer fetten Prise Heavy-Power sehr gut zu verbinden und sich dabei dennoch dem typischen „VADER“-Sound treu zu bleiben.
Wie auch der letzte Track „Bones“, der gleichzeitig der längste des Albums ist (Achtung, nicht einmal vier Minuten!!!),  wirkt wie eine „bunte“ Death-Metal-Mischung sämtlicher Mid-Tempo-Vader-Sounds. Gut platziert, denn zuvor wird man regelrecht weggeballert mit dem nicht mal zwei-minütigen Extremtrack „Stigma of Divinity“ – Boom; zählt mit „Despair“ zu den heftigsten Tracks.
Durchaus überraschend fällt „Dancing in the Slaughterhouse“ aus und dies nicht bloß des Titels wegen (müsste wohl eher „F***ing in the Slaughterhouse“ heißen). Ein Vader-Walzer, der mit fiesen backing-Screams den Gesamteindruck aufwertet. Es wäre ein Wunder, wenn es dieser Song nicht auf die Setlist schaffen würde. Aber im Grund genommen wüsste ich keinen einzigen dieser „Solitude in Madness“-Tracks, welcher es nicht LIVE auch schaffen sollte präsentiert und vor allen Dingen sehr gut vom Publikum aufgenommen zu werden!!!

Ein vielseitig-heftig-schnelles Meisterwerk, mit elf Songs und nicht mal einer halben Stunden Spielzeit.
Es ist durchaus überraschend wie frisch, agil und „unschuldig“ die neue Songs wirken, als ob es ein Debüt einer neuen Band wäre.
Nach gut 37 Jahren im Geschäft und unzähligen Veröffentlichungen wirken VADER alles andere als müde. Sie kopieren sich auch nicht einfach selbst, sie entwickeln den eigenen Sound einfach weiter.

Tracks „Solitude in Madness“

  1. Shock and Awe                               02:16
  2. Into Oblivion                                  02:24
  3. Despair                                             01:18
  4. Incineration of the Gods               03:32
  5. Sanctification Denied                    03:35
  6. And Satan Wept                             03:17
  7. Emptiness                                       02:40
  8. Final Declaration                           02:16
  9. Dancing in the Slaughterhouse  02:28
  10. Stigma of Divinity                           01:47
  11. Bones                                               03:56

Line Up 2020:
Peter – Vocals, Guitars
Spider – Guitars
James – Drums
Hal – Bass

http://www.vader.pl
https://www.facebook.com/vader/

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen

Ähnliche Artikel

Tom Morello (USA) – The Atlas Underground Fire

Tom Morello (USA) – The Atlas Underground Fire

Tom Morello hat mit seiner Band Rage Against The Machine Musikgeschichte geschrieben, hat aber auch zahlreiche andere Projekte, wie Prophets

Weiterlesen