THRASH BOMBZ – „Prisoner Of Disaster“

THRASH BOMBZ – „Prisoner Of Disaster“

📁 Allgemein, Reviews 🕔04.November 2018
THRASH BOMBZ – „Prisoner Of Disaster“

THRASH BOMBZ – „Prisoner Of Disaster“

Label: Iron Shield Records

Laufzeit: 30:01 min

VÖ: 26.10.2018

Genre: Thrash Metal in bester Tradition der seeligen endachtziger Jahre

Frage: Können italienische Musiker Thrash Metal? Antwort: Ja.

Der Beweis sind die in Agrigento auf Sizilien beheimateten THRASH BOMBZ. Die gibt es seit 2007, und nun legen sie mit „Prisoner Of Disaster“ (Was immer das auch bedeuten soll?!) ihr drittes Album vor. Und bei aller Liebe und Eindeutigkeit: Der Name ist merda! Ansonsten ist der Rest aber molto bene. Und das heißt hier, es gibt Thrash Metal state of the art, aggressiv, rauh, laut, schnell, und bis oben angefüllt mit guter, alter Tradition. Das fängt beim Sound an, der bis auf die zu künstlich klingende Bassdrum ein Gefühl des früher-war-alles-besser zu erzeugen vermag, da ist nichts zu Tode kompressiert, da kratzen die Gitarren, da hallt die Stimme, das gangshout es wild im Chorus. Vor allem die Giatrren und die Stimme sorgen für wohliges Schnurren. Die Gitarren sägen so simple wie eingängige Riffs, und der Gedsang ist wild, angepisst, wütend, krawallig, und fühlt sich auch mit spitzen Schreien in höheren Gebirgslagen ausgesprochen wohl. Das reißt mit, das macht Spaß und zaubert mit immer wieder ein wohliges Grinsen ins Gesicht. Und dazu rödelt der Bass und treibt das Schlagzeug mit wuchtigen Rhythmen, knackigen Breaks und ratternder Doublebass den italienischen treno espresso energetisch voran.

THRASH BOMBZ liefern uns bei aller arschtretenden Attitüde vor allem gute Laune und eine Menge Spaß, wenn sie uns in ihren Liedern mit nachvollziebaren Strukturen, eingängigen Refrains („Prisoner Of Disaster“, „Apocalypse… Prepare Yourself To Die“, „T.T.N.S.“) und so wilden wie melodischen Soli (wild: „Prisoner Of Disaster“, „Mafia Demonz“, wunderbar melodisch: „The Headquarter“) begeistern. Nun ja, also alles gut im Haus Italien? Mitnichten. Denn zu oft habe ich das Gaefühl, das irgendwann schon gehört zu haben, und immmr beschleicht mich bei aller bierseligen Grinsbackigkeit die Frage: Wer braucht das denn? Wenn man denn auch Flotsam and Jetsam, Nuclear Assault, Forbidden, Whiplash, Heathen hören kann. Und, meine Herren, bei aller Liebe: Sechs Songs, und die reichen abzüglich eines (wie immer) völlig verzichtbaren Intros noch nicht einmal für 30 Minuten Musik, das ist eine bodenlose Frechheit, und die Nr.1 der italienischen Schimpfwörter wert!

Fazit: THRASH BOMBZ legen mit „Prisoner Of Disaster“ ein hochwertiges Stück besten Thrash Metals vor. Wer auf die alten Heroen steht, wird hier gut bedient, das ist aggressiv, das ist eingängig, das ist derb und rauh. Freilich muss jeder für sich entscheiden, ob er sich wirklich gut gemachte Tradition reinzieht – oder eben bei den Originalen bleibt. Falsch macht man mit THRASH BOMBZ jedenfalls nichts, das knallt und scheppert, das rumpelt und kreischt. Und ein großes Lob für das geniale Cover!

Liederliste:

1. The Order (0:57)
2. Prisoner Of Disaster (4:25)
3. Apocalypse… Prepare Yourself To Die (5:29)
4. Mafia Demonz (4:12)
5. T.T.N.S. (3:36)
6. Live To Kill (6:37)
7. The Headquarter (4:46)

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