The Dave Clark Five (UK) – Glad All Over The World: The Hits & Albums (1964-1965)
Eine laute, kurze Revolution: The Dave Clark Five in ihrer explosiven Frühphase
„Rock’n’Roll war revolutionär – eine völlig neue Lebensweise. Er gab dir Hoffnung, Aufregung und Eskapismus.“ Dieses Zitat von Dave Clark passt hervorragend zu „Glad All Over The World – The Hits & Albums (1964–1965)”. Das von BMG veröffentlichte 5CD-Set bündelt die entscheidenden Anfangsjahre der Dave Clark Five und zeigt, warum die Band damals zu den größten Konkurrenten der Beatles gehörte. Enthalten sind die Alben „Glad All Over”, „The Dave Clark Five Return!”, „American Tour”, „Coast to Coast” und „Weekend in London”. Damit dokumentiert die Box nicht nur eine Reihe erfolgreicher Platten, sondern auch den rasanten Aufstieg einer Band, die den frühen Beat mit ungewöhnlicher Wucht versah.
Der Titelsong „Glad All Over“ ist natürlich das Herzstück. Der gemeinsam von Dave Clark und Sänger beziehungsweise Keyboarder Mike Smith geschriebene Hit verdrängte die Beatles von der Spitze der britischen Charts und entwickelte sich zu einem internationalen Ohrwurm. Sein Erfolgsrezept ist simpel und effektiv: ein treibender Rhythmus, laute Handclaps, ein markanter Refrain und eine Produktion, die keinen Zweifel daran lässt, dass hier keine schüchterne Beatgruppe am Werk war. Der Song verkaufte sich insgesamt rund 3,5 Millionen Mal – und klingt noch heute so, als würde er jeden Moment eine Tanzfläche sprengen.
Überhaupt ist der Sound der DC5 bemerkenswert direkt. Dave Clark wollte mehr als die klassische Kombination aus Schlagzeug, Bass und Gitarre. Inspiriert von Fats Domino setzte er bewusst auf Saxofon und Keyboard. Denis Paytons Saxofon verleiht vielen Stücken einen rauen, beinahe rhythm-and-bluesartigen Charakter, während Mike Smiths Stimme zwischen Dringlichkeit, Melodie und echtem Popstar-Appeal pendelt. Clark selbst trommelt nicht filigran, sondern mit enormem Druck. Das Ergebnis ist Musik, die weniger durch subtile Feinheiten als durch Energie überzeugt.
Die fünf Alben zeigen dabei verschiedene Seiten der Band. Die frühen Veröffentlichungen wirken am geschlossensten und hitorientiertesten, während „American Tour” und „Coast to Coast” stärker das internationale Phänomen DC5 widerspiegeln. „Weekend in London” fängt noch einmal die hektische, glamouröse Atmosphäre jener Zeit ein. Nicht jeder Song ist gleich stark, und manches folgt deutlich dem damaligen Beat-Pop-Schema. Dennoch bleibt die Box erstaunlich unterhaltsam, weil die Band fast immer mit voller Überzeugung spielt.
Besonders spannend ist der historische Kontext: Die Dave Clark Five gehörten zu den ersten britischen Gruppen, die ausgiebig in den USA tourten. Mit fünfzehn Top-20-Hits in Folge und 18 Auftritten in der „Ed Sullivan Show“ waren sie ein zentraler Bestandteil der British Invasion. Ihre Musik war vielleicht weniger experimentell als die der Beatles oder Rolling Stones, dafür unmittelbar, körperlich und publikumsnah.
Fazit: „Glad All Over The World” ist deshalb eine gelungene Sammlung für Fans und Neueinsteiger. Die Box erinnert daran, dass Popgeschichte nicht nur von den innovativsten, sondern auch von den entschlossensten Bands geschrieben wird. Die Dave Clark Five wollten, dass es laut, eingängig und aufregend klingt – und genau das gelang ihnen hier immer wieder.
Glad All Over (1964)
- Glad All Over
- All of the Time
- Crying Over You
- Stay
- Chaquita
- Do You Love Me
- Bits and Pieces
- I Know You
- 3406
- Time
- Who Do You Think You’re Talking To
The Dave Clark Five Return! (1964)
- Can’t You See That She’s Mine
- I Need You I Love You
- I Love You No More
- Rumble
- I Miss You
- Zip-A-Dee-Doo-Dah
- Can I Trust You
- Forever and a Day
- Theme Without a Name
- On Broadway
- Thinking of You Baby
American Tour (1964)
- Because
- Move On
- Whenever You’re Around
- I Want You Still
- Long Ago
- Blue Monday
- Sometimes
- Any Time You Want Love
- I Cried Over You
- Ol‘ Sol
- At the Scene
Coast To Coast (1964)
- Any Way You Want It
- I Can’t Stop Loving You
- I Can’t Stand It
- What Is There to Say
- Everybody Knows (I Still Love You)
- Crying Over You
- Say You Want Me
- When
- Forget
- To Me
- Good Time Woman
Weekend In London (1965)
- Come Home
- We’ll Be Running
- Blue Suede Shoes
- Hurting Inside
- I’ll Never Know
- ‚Til the Right One Comes Along
- I’m Thinking
- Your Turn to Cry
- Little Bitty Pretty One
- Remember It’s Me
- Mighty Good Loving
- Reelin‘ and Rockin‘
Label: BMG Rights Management
VÖ: 23.10.2026
Laufzeit:
Herkunft: UK
Stil: 60s Rock



