SLAYER – The Repentless Killogy (Live At the Forum in Inglewood, CA)

SLAYER – The Repentless Killogy (Live At the Forum in Inglewood, CA)

📁 Allgemein, Musik, Reviews 🕔07.November 2019
SLAYER – The Repentless Killogy (Live At the Forum in Inglewood, CA)

SLAYER (USA) „The Repentless Killogy – Live At the Forum in Inglewood, CA“
Genre: Thrash Metal
Label: Nuclear Blast Records
VÖ-Termin: 08.11.2019
Spielzeit: 91 Min.

The End is Near – nichts trifft den Metaller gerade so hart wie die (im Gegensatz zu KISS glaubwürdige) Ankündigung von SLAYER, sich zum Ende des Jahres, nach einer zugegebenermaßen sensationellen Abschiedstournee, zur Ruhe setzen zu wollen. Was läge also näher, das Ganze mit einem LIVE-Album zu krönen? Nichts, deshalb gibt’s mit THE REPENTLESS KILLOGY was Neues auf die Ohren. Dazu gibt’s auf der Video-Version noch ein Video mit den drei letzten Werken „Repentless“, „You against You“ und „Pride in Prejudice“. Zu dem eigentlich wohl geplanten längeren Film kam es dann nicht mehr.
Wie von SLAYER gewohnt, erwartet der geneigte Hörer ein bombastisches Werk, ähnlich wie seinerzeit die „DECADE OF AGGRESSION“, die allerdings – trotz für damalige Verhältnisse klasse Qualität in den heutigen Ohren zwar roh und druckvoll klingt, aber heutzutage geht das fetter.
Entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Die Tracklist liest sich gut, klassisch, mit dem einen oder anderen Extra, wie es bei der Deutschland-Tour auch war. Das zu vergleichen lohnt nicht, auch wenn z.B. in Leipzig mit „Payback“, „Temptation“ oder „Gemini“ oder in Hamburg ergänzend mit „Jihad“ oder „Dittohead“ echte Überraschungen dabei waren, aber auch die Tracklist in L.A., Inglewood, CA, kann sich wirklich sehen lassen und für einen Slayer-Fan ist (fast) alles dabei, wenngleich – nach meiner Meinung – die Setlists in Deutschland speziell noch stärker waren.

ABER:
Vielleicht hatten SLAYER ausnahmsweise mal einen nicht optimalen Tag. Vielleicht ist der Sound im Forum in Inglewood, ein Riesen-Betonklotz auch nicht optimal für einen Konzertmitschnitt. Aber insgesamt betrachtet hätte ich – selbst als riesengroßer Fan dieser No.2 im Thrash-Metal-Himmel-und-Hölle – einfach etwas mehr erwartet. Der Sound ist – gemessen an dem, was aufnahme- und mixtechnisch heute möglich ist, deutlich optimierbar, insbesondere, wenn man weiß, welches Soundgewitter SLAYER üblicherweise über das Publikum ablassen. Auch war Tom Araya stimmlich nicht in der Form, die er bei der Deutschland-Tour hatte, zumindest bei den Konzerten, an denen in beiwohnen konnte. Und das Paul Bostaph sicher ein hervorragender Drummer ist, ist unbestritten – aber gerade LIVE ist der Unterschied zu Dave Lombardo (ja, leider muss man das bei gewissen Songs -immer noch- vergleichen) dann doch merklich erkennbar.
Insgesamt ist der Mix nicht so gelungen – gemessen an den oben beschriebenen Erwartungen natürlich.

Wenn man betrachtet, dass SLAYER schon immer roh und unverfälscht waren – okay, dann ist es eben ein sehr rohes, wenig nachproduziertes und damit authentisches LIVE-Album. Aber es ist – zumindest für mich  – nicht der denkwürdige Meilenstein geworden, die Kulmination und Explosion zum Abschied dieser großartigen, unvergleichlichen, einzigartigen Thrash-Metal-Legende, den ich erhofft und erwartet hatte – und sicherlich alle SLAYER-Fans!
Deshalb ist es – noch falsch verstehen – immer noch ein LIVE-Album, das deutlich von anderen LIVE-Mitschnitten unterscheidbar ist und auch positiv heraussticht. Aber es ist keine 11 auf einer Skala bis 10.
In diesem Sinne – die Hoffnung stirbt zuletzt – könnten SLAYER dann doch noch irgendwann entweder Langeweile bei der Schlangen- und Rinderzüchtung bekommen oder einfach nur die geballte wütende brutale, einzigartige Kreativität, die in SLAYER wabert, dann doch noch ausbrechen und zu einer neuen Herausforderung, sei diese nun LIVE oder auf einer (neuen) Scheibe, führen. Und uns zu SLAYER 2020 führen.
Wenn nicht, The Repentless Killogy reinlegen, entspannen und sich trotzdem über fast 4 Dekaden sensationellem und unvergleichlichem Thrash Metal freuen.

Tracklist:
1. Delusions Of Saviour 1:55
2. Repentless 3:24
3. The Antichrist 3:04
4. Disciple 3:49
5. Postmortem 3:47
6. Hate Worldwide 5:07
7. War Ensemble 4:57
8. When The Stillness Comes 4:16
9. You Against You 4:22
10. Mandatory Suicide 3:58
11. Hallowed Point 5:36
12. Dead Skin Mask 4:57
13. Born Of Fire 3:21
14. Cast The First Stone 3:44
15. Bloodline 3:46
16. Seasons In The Abyss 5:51
17. Hell Awaits 5:21
18. South Of Heaven 5:24
19. Raining Blood 3:32
20. Chemical Warfare 5:26
21. Angel Of Death 5:53

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