RECURRENT PAIN – „A New Beginning“

RECURRENT PAIN – „A New Beginning“

📁 Reviews 🕔11.September 2018
RECURRENT PAIN – „A New Beginning“

RECURRENT PAIN – „A New Beginning“

Label: Dedication Records

Laufzeit: 25:00 min

VÖ: 14.09.2018

Genre: brutaler Hardcore, garniert mit bestem Thrash und Metal

Achtung Spoiler!
RECURRENT PAIN klingen wie ein handgeschmiedeter Morgenstern. Jede Spitze, jede Rundung, jede Kante sieht zwar anders aus, hinterlässt aber bei einem wuchtigen Schlag fiese Wunden.

Wie das geht? Beherrscht wird die Musik von der Gitarre. Ja, es gibt nur einen Gitarristen, aber das macht hier überhaupt nichts, denn der Herr Markus an der Gitarre ist ein ganz Großer seines Fachs. Der spielt schwer sägende Riffs, rau, angriffslustig, fies, brutal, die sich umgehend in meine Ohren krallen und dort blutig festbeißen. Die treiben die Songs nicht nur präzise und gnadenlos voran, sondern bremsen sich auch immer wieder hinein in einen brachialen Groove, der mitreißt, animiert, ansteckt. Das Schlagzeug arbeitet im besten Sinne genreüblich. Das hetzt in den schnellen Parts die Gitarre und den Bass unbarmherzig vor sich her, stampft und walzt sich durch massive Grooves wie eine Horde Ultrasauros, spielt fette Breaks, baut für die Riffs mächtige Stahlstützen auf und spielt immer wieder wuchtige Rhythmen auf den Toms. Und der Bass macht das, was er soll: Pumpen. Pumpen. Pumpen. Und das macht er herrlich furztrocken und selbstbewusst, denn da wird sich nicht hinter der Gitarre versteckt, sondern immer wieder breitbeinig Platz verschafft. Und dann springt mich der Herr Bani mit seinem Organ an und wütet mir mit seinem verdammt angepissten Stimmkrawall ins Gesicht. Das ist kotzen, spucken, growlen, schreien, das ist wunderbar. Zumeist setzt er sich feist auf das Riff und brüllt seine Botschaften abgehackt, rezitativ, hart und in zornigen Fetzen aus sich heraus. Das ist Hardcore. Das passt. Das alles rollt aus den Boxen in einem warmen, natürlichen Sound, dunkel, räudig, dreckig, der die Gewalt, den Schmutz und die Aggression perfekt einfängt und in bösartige Frequenzen gießt.

Aus all dem Stürmen, Grollen, Zermalmen und Tosen entstehen kurze, knackige, von allem unnötigen Ballast befreite Lieder. Da sitzt jeder Ton, jedes wilde Reißen der Saiten, jeder Beckenschlag und jedes grimmig intonierte Fanal. Die immer unter 3 Minuten durchgehenden Kanonenschläge bedienen mal den Hardcore New-Yorkscher Prägung („Another Lesson“, „Alone You Die“, „Change Your Mind“), glänzen mal mit einem fetten Metalriff, bevor die Hardcore-Keule erbarmungslos schwingt („Down“, „Make A Sense“), pflügen mit Blastbeats über das Stoppelfeld („Grow Up“) oder hauen uns ranzige Thrashriffs um die Ohren („Each Days“, Days Of Forever“). Wer Merauder, Terror, Biohazard und die göttlichen Driller Killer mag, der wird das hier lieben. Mir gefällt „Make It Count“, bei dem ich sogar so etwas wie Melodie erkenne, was für ein Kracher. Aushängeschild ist aber „Warning Shot“: Was für ein fettes Riff! Was für ein Hit! Einfach grandios! Und dann verweigert sich der Song konsequent einer nochmaligen Wiederholung dieses Killerriffs, sondern biegt ab und krepiert in einem fies walzenden, blutig schleifenden Ende.

Fazit: RECURRENT PAIN legen mit „A New Beginning“ einen wuchtigen und gewalttätigen Koloss aus Hardcore und räudigem Thrash vor, der Euch unglaublich dicht und kompakt überrollt. Das ist fett, das ist schnell, das groovt wie Sau, das ist einfach ein wunderbarer Tritt mitten in die Fresse. Und ich sehe jetzt schon das selige Grinsen danach. So muss das. Und jetzt räume ich lieber meine Bude aus, bevor ich das in voller Lautstärke über meine Boxen höre. Und dazu trinke ich Bier aus Plastikflaschen. Denn Sicherheit geht vor!

Liederliste:

1. Intro (1:16)
2. Each Days (1:52)
3. No Thoughts (2:58)
4. Days Of Forever (1:52)
5. Another Lesson (1:05)
6. Make It Count (2:55)
7. Warning Shot (2:19)
8. Makes A Sense (1:50)
9. Grow Up (2:14)
10. Change My Mind (2:32)
11. Alone You Die (1:47)
12. Down (2:20)

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