PRAISE THE PLAGUE – „Antagonist II“ (EP)

PRAISE THE PLAGUE – „Antagonist II“ (EP)

📁 Allgemein, Reviews 🕔17.Oktober 2019
PRAISE THE PLAGUE – „Antagonist II“ (EP)

PRAISE THE PLAGUE – „Antagonist II“ (EP)

Label: Eigenveröffentlichung

Laufzeit: 13:54 min

VÖ: 13.09.2019

Genre: Doom Black Metal voller erhabener dunkler Gefühle – grandios!

Auf den Tag genau ein Jahr nach ihrem vor Kraft und Dunkelheit strotzenden Debüt „Antagonist“ legen PRAISE THE PLAGUE nach und den Nachfolger „Antagonist II“ vor. Und der folgt nicht nur in seiner Bezeichnung stringent dem Erstling, sondern auch in seiner großartigen Musikalität. Soll heißen: Auch „Antagonsit II“ ist ein intensives, mitreißendes, aufwühlendes, wunderschönes Stück Musik, wenngleich sich in meine Freudentränen auch dicke Wermutstropfen mischen, denn mit zwei Stücken ist das für mich viel zu wenig.

Zu hören gibt es die beiden Lieder „Torment“ und „Woe“. Beide sind exakt 6:57 Minuten lang, und der Sinn dahinter bietet reichlich Raum für Interpretation. In beiden Epen beweisen PRAISE THE PLAGUE eindrucksvoll ihre kompositorische Fähigkeit, in einem Zustand tiefsten monolithischen Stillstands Innovation, vor allem aber Emotion erstehen zu lassen. Denn so sehr sich beide Stücke fies grinsend tief in einer malmenden und furchteinflößenden Dunkelheit voller Doom und Black Metal suhlen, sind sie doch gänzlich unterschiedlich. Das eröffnende „Torment“ beginnt unheilvoll, mit krächzender Stimme, um dann in einem Blastbeat zu explodieren und mit flirrendem Black Metal Riffs vorwärts zu rasen. Das Lied ist ein grauer Riesenwurm, der sich durch geschickte Tempovariationen in stoisches Midtempo und malmendes Magma windet, aufbäumt, um schließlich zuckend in sich zusammenzufallen und zu sterben. Demgegenüber glänzt „Woe“ durch eine schwermütige Undurchdringlichkeit. Dieser Song ist ein einziger monumentaler Koloss, schwer, abweisend, harsch und getragen, bestimmt von seiner schleppenden Langsamkeit und einer melancholischen Verzweiflung.

Die alles beherrschende Dunkelheit von „Antagonist II“ wird gespeist aus brachialen Riffs und bittersüßen Leads, die sich schwer schnaufend über, in und durch uns wälzen, die unsere Zellen, Nerven, Seelen zum Vibrieren bringen. Und diese Vibrationen rufen Gefühle hervor, von Schmerz, von tonnenschweren Felsen auf der Brust, von gleißendem Schwarz, blutigem Zorn und in rötlichen Flammen verzehrendem Fleisch. Die Gitarren legen über alles eine zähflüssige, wabernde Schicht, einen klebrigen Nektar, der umfängt, gleich einem Spinnennetz, das sich immer mehr zuzieht, je verzweifelter sich Gehirn, Muskeln und Knochen auch zunächst dagegen wehren mögen. Dazu gesellen sich ein schwer pumpender Bass und ein wuchtig hämmerndes Schlagzeug. Die sorgen für Massivität, für Groove, für Klarheit und nachvollziehbare Struktur. Das ist Kraft, Energie, das ist Macht und titanischer Wille. Und wie schon beim Debüt ergießt sich darüber eine manische Stimme, die etwas in uns heraufbeschwört, was hässlich ist, was tief in uns geschlummert hat und besser niemals geweckt worden wäre. Das ist hoffnungslos, bösartig, gewalttätig, das ist grässlich, gemein und grimmig. Das packt uns, drückt uns zu Boden und steckt uns seine ekeltriefende Zunge tief in den Rachen. Und wir können nichts tun, wir sind paralysiert, gelähmt, gefesselt von dieser dämonischen Macht. Und doch, wir sträuben uns nicht, denn hinter all diesem Wahnsinn und Grauen, da sehen wir etwas, da erhoffen wir uns, da wird aus Fratze Schönheit und Licht.

Fazit: PRAISE THE PLAGUE gelingt es auch mit „Antagonist II“ – und hier wiederhole ich mich –, Black Metal und Doom zu einer Musik voller Gewalt, Schönheit, Leidenschaft und Hingabe zu vereinen. Das ist in seiner gebrochenen Emotionalität packend intensiv und beglückend. Und für mich stehen die Herren und ihre grandiose Musik bereits jetzt in einer heroischen Reihe mit Forgotten Tomb, Lifelover und Downfall Of Gaia. Ich sage: Glückwunsch und Danke! Und nun beginnt für mich die quälende Zeit des Wartens, denn ich will mehr davon. Viel mehr. Also ran, meine Herren!

Liederliste:

  1.       Torment (6:57)
  2.       Woe (6:57)

 

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